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Kommentar zum Kientz-Aus: Das Waldhof-Beben und seine Folgen

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Von: Nils Wollenschläger

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Jochen Kientz verlässt den SV Waldhof Mannheim. (Archivfoto)
Jochen Kientz verlässt den SV Waldhof Mannheim. (Archivfoto) © Nils Wollenschläger/MANNHEIM24

Mannheim - Der SV Waldhof Mannheim stellt Jochen Kientz frei. Der Sportliche Leiter hat in den vergangenen Jahren großen Anteil am Erfolg des SVW. Ein Kommentar:

Eine Überraschung ist es nicht mehr, als der SV Waldhof Mannheim am Mittwoch die Freistellung des Sportlichen Leiters Jochen Kientz offiziell bestätigt. Nach fast vier Jahren gehen der Ex-Bundesliga-Profi und der SVW künftig getrennte Wege. In den vergangenen Monaten ist es ein offenes Geheimnis gewesen, dass das Verhältnis zwischen Kientz und Geschäftsführer Markus Kompp angespannt gewesen ist. Beim Heimspiel gegen den FSV Zwickau haben einige Waldhof-Fans ihren Ärger über Kompp deutlich Luft gemacht.

SV Waldhof Mannheim: Aufsichtsrat entscheidet - Jochen Kientz muss gehen

Während es sportlich läuft, gibt die Waldhof-Führung nach außen kein gutes Bild ab. In der Pressemitteilung, die die Mannheimer am Mittwoch verschicken, wird ausdrücklich betont, dass die Entscheidung nicht der Geschäftsführer, sondern der Aufsichtsrat getroffen hat. Zudem wird dementiert, dass das von Kientz organisierte Mannschaftsessen im September ein Grund für die Freistellung gewesen sein soll. Zuletzt hat es Berichte darüber gegeben, dass dies ein möglicher Auslöser für den Corona-Ausbruch beim SVW gewesen sein könnte. „Wenn einige Personen meinen, dass es richtig sei, mich so hinzustellen, lasse ich mir diesen Schuh aber nicht anziehen“, hat sich Kientz im Mannheimer Morgen gewehrt. Über die genauen Gründe der Trennung haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

SV Waldhof Mannheim: Kommentar zum Abschied von Jochen Kientz

Losgelöst von der Unruhe hinter den Kulissen: Der SV Waldhof verliert mit Jochen Kientz einen Erfolgsgaranten der vergangenen Jahre. Der 49-Jährige hat mit seiner Transferpolitik einen entscheidenden Anteil daran, dass die Blau-Schwarzen 2019 die langersehnte Rückkehr in den Profifußball geschafft und sich letztlich auch in der 3. Liga etabliert haben.

Kientz hat dabei auch einiges an Kritik einstecken müssen - beispielsweise nach dem Abschied von Aufstiegstrainer Bernhard Trares. Unter dem Strich bleib festzuhalten: Der sportliche Erfolg spricht für ihn. Auch zu Beginn der Sommer-Transferperiode hat es immer wieder kritische Stimmen gegeben, doch die Geduld des Sportlichen Leiters hat sich ausgezahlt.

SV Waldhof: Jochen Kientz hat Erfolgsmannschaft geformt

Neben Marc Schnatterer hat Kientz auch den ehemaligen Bundesliga-Spieler Marco Höger nach Mannheim gelotst. Mit dem Franzosen Adrien Lebeau ist ihm zudem eine echte Transfer-Überraschung gelungen. „Wir sind hartnäckig geblieben. Diese Qualitätsspieler bekommst du nur zu gewissen Zeiten“, beschreibt Kientz seine Vorgehensweise. Die Mannheimer haben sechs Wochen auf die Entscheidung von Lebeau warten müssen, sind für ihre Geduld letztlich belohnt worden.

Wer nun auf Jochen Kientz folgen wird, ist noch unklar. Zuletzt ist medial bereits Waldhof-Scout Tim Schork als Nachfolger gehandelt worden. Ein möglicher Kandidat, den sich wohl viele Waldhof-Fans wünschen würden, ist sicherlich auch der ehemalige Waldhof-Kapitän Hanno Balitsch. Feststeht: Auf den Kientz-Nachfolger kommt kein einfaches Erbe zu. (nwo)

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