Neuer Rasen, Kameras und Beschallungsanlagen

Beschlossen! Stadt will ins Carl-Benz-Stadion investieren

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Das Carl-Benz-Stadion ist die Heimspielstätte des SV Waldhof Mannheim.

Mannheim - Investiert die Stadt über zwei Millionen Euro in das Carl-Benz Stadion? Am Donnerstag fällt dazu eine endgültige Entscheidung! Das Ausschussergebnis: 

+++ Update 29. November +++

Am Donnerstagnachmittag (29. November) wird in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik über die Erneuerungen im Carl-Benz-Stadion entschieden. Nachdem bereits in den vorherigen Gremien darüber ausführlich diskutiert worden ist, dauert die Debatte diesmal gerade einmal zehn Minuten. 

Folgende Entscheidung ist getroffen worden:

  • Das Carl-Benz-Stadion wird eine neue Beschallungsanlage und einen neuen Rasen bekommen. Auch die Überwachungskameras werden ersetzt. Nur drei Ausschussmitglieder sind gegen die Maßnahme mit den Video-Kameras.

Beginnen soll der Umbau in der spielfreien Zeit 2019, also ab dem 27. Mai. Bis 18. August soll dann alles fertiggestellt sein. Der SVW hat bereits beim DFB angefragt, ob man die neue Saison mit zwei Auswärtsspielen starten könne, um genug Zeit für die Arbeiten zu haben.

Insgesamt werden rund 2.4 Millionen Euro für die Modernisierungsmaßnahmen bereitgestellt. Die Videoüberwachungsanlage kostet 560.000 Euro, für 1.4 Millionen Euro wird der Rasen (inklusive Rasenheizung) saniert. Für die Erneuerung der Flutlichtanlage werden 160.000 Euro investiert sowie 280.000 Euro für die Beschallungsanlage. 

Sportbürgermeister Lothar Quast begrüßt den mehrheitlichen Beschluss und sieht die Stadt als Eigentümerin des Stadions in der Pflicht: „Investitionen in die sportliche Infrastruktur der Stadt und deren Erhaltung sind essentiell für eine Sportstadt. Die Stadt Mannheim muss als Betreiberin dafür sorgen, dass wir dem Pächter des Stadions einen ordnungsgemäßen Betrieb ermöglichen, vor allem aus Sicherheitsaspekten. Zudem müssen wir den möglichen Aufstieg des SV Waldhof in die 3. Liga im Blick haben.

+++ 20. November:

Bei einer Sitzung des Hauptausschusses des Gemeinderats am Dienstagabend (20. November) geht es um Millionenbeträge, die in das Carl-Benz Stadion investiert werden sollen. Dadurch wird das Gebäude zum einen sicherer, zum anderen für die 3. Liga aufgerüstet

Trotz Bedenken einzelner Mitglieder, dass das Geld besser in den Jugendsport investiert werden solle, wird die Sanierung beschlossen – und zwar in allen Bereichen! Da es zwei Anträge gibt und einer einen Streitpunkt beinhaltet, muss drei mal abgestimmt werden

Beschlossen trotz vieler Zweifel

So werden das Flutlicht mit drei Gegenstimmen, die Beschallung mit vier Gegenstimmen und die Rasen-Erneurung einstimmig beschlossen – auch wenn der Rasen eine Million Euro mehr kostet, als vorher geplant!

Etwa 2,4 Millionen Euro sollen in die Sanierung des Rasens und die Erneuerung der Flutlicht- und Beschallungsanlage investiert werden. Für eine Rasenheizung kommen noch 470.000 Euro dazu.

Zudem ist geplant, die alten Überwachungskameras durch neue zu ersetzen, die den Anforderungen für Beweismittel vor Gericht entsprechen. Nach dem Pyro-Skandal am 27. Mai ist das nötig, um schärfere Aufnahmen von Randalierern zu bekommen. 

Die Fanszene ist teilweise abscheulich! Darunter leidet der Waldhof selbst, deshalb brauchen wir die Videoüberwachung“, erklärt Thomas Trüper von der Partei „Die Linke“. 

Stadion wird für Aufstieg vorbereitet

Laut Oberbürgermeister Peter Kurz sollen die Überwachungsmaßnahmen abschreckend wirken und eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit abwenden. Sie gehören aber auch zu den Forderungen des DFB für eine Mannschaft in der 3. Liga.

Die Mitglieder des Ausschusses sind sich überwiegend einig, dass diese Investitionen im Falle des Aufstiegs sowieso getätigt werden müssten: „Weil wohl bald der Bedarf dafür besteht, was wir uns sehr wünschen“, sagt Kurz dazu.

Die endgültige Entscheidung fällt am 29. November im Ausschuss für Umwelt und Technik. Zuvor hatte bereits der Sportausschuss nach intensiven Gesprächen zugestimmt.

Hintergrund: Pyro-Skandal beim Aufstiegsspiel

Der SV Waldhof Mannheim wurde für die Fan-Ausschreitungen auf der Otto-Siffling-Tribüne, die beim Aufstiegsrückspiel gegen den KFC Uerdingen am 27. Mai zum Spielabbruch geführt hatten, mit einem Abzug von drei Punkten, einer Geldstrafe von 40.000 Euro und weiteren Auflagen belangt. 

Nach dem Einspruch des Regionalligisten wurde die Strafe am 25. September auf 25.000 Euro reduziert. Der Punktabzug bleibt allerdings bestehen, bezüglich der Auflagen und einer möglichen Rückkehr der ‚klassischen‘ Otto-Siffling-Tribüne hat sich der DFB zumindest gesprächsbereit gezeigt.

Pyro-Irrsinn bei SVW-Aufstiegsspiel gegen Uerdingen

Am Montag (5. November) bestätigt Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp, dass der Verein eine Zivilklage gegen das Urteil des Fußballbundes eingereicht hat. Die Klage stützt sich vor allem auf die aus Waldhof-Sicht begangenen Verfahrensfehler des DFB-Kontrollauschusses.

dh

Quelle: Mannheim24

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