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Warum der Punktabzug für den SV Waldhof das falsche Signal ist

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Der SV Waldhof Mannheim startet mit drei Minuspunkten in die neue Saison.

Mannheim – Der DFB statuiert am SV Waldhof ein Exempel! Warum die Entscheidung, die Mannheimer mit einem Punktabzug zu bestrafen, der falsche Weg ist, mit Fan-Ausschreitungen umzugehen:

Der von Chaoten im Fanblock herbeigeführte Spielabbruch im Aufstiegsrückspiel hat für den SV Waldhof auch sportliche Folgen. 

Die ursprüngliche Forderung des DFB-Kontrollausschusses von neun Minuspunkten und 50.000 Euro Geldstrafe ist zwar nach der Verhandlung am Donnerstag auf drei Punkte Abzug und 40.000 Euro Strafe reduziert worden, doch das Urteil, dass das DFB-Sportgericht gesprochen hat, ist dennoch fragwürdig.

Pyro-Irrsinn bei SVW-Aufstiegsspiel gegen Uerdingen

Es sollte keine zwei Meinungen darüber geben, dass die Fan-Ausschreitungen, die es in der Relegation gegen Uerdingen gegeben hat, eine wahre Schande für den Fußball sind und das Ansehen des Vereins stark beschädigt haben. Dass der SV Waldhof für Versäumnisse und zu lasche Kontrollen, entsprechend bestraft wird, ist völlig legitim und richtig. Zumal es nicht der erste Vorfall ist, bei dem einige ‚Fans‘ des früheren Bundesligisten negativ aufgefallen sind.

Aber ein Punktabzug?

Der DFB greift damit in den Spielbetrieb bzw. in den sportlichen Wettbewerb ein und bestraft diejenigen, die mit der gesamten Situation am wenigsten zu tun haben: die Spieler und die wahren Fans! Was den Chaoten der Verein bedeutet, haben sie schließlich mit ihrer Aktion bewiesen. Ihnen wird der Punktabzug wohl herzlich egal sein.

Als Fans von Eintracht Frankfurt 2013 bei einem Bundesliga-Auswärtsspiel durch das Zünden von Pyrotechnik für eine Spielunterbrechung gesorgt haben, hat der DFB ausdrücklich auf einen Punktabzug verzichtet, „weil man mit einem Urteil wegen Zuschauer-Ausschreitungen nicht in den sportlichen Wettbewerb eingreifen will“.

DFB wandelt auf schmalem Grat

Nun folgt also die Kehrtwende. DFB-Richter Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts,  spricht „von einer Bankrotterklärung für den Fußball“ und sieht ein „starkes Mitverschulden des Vereins“, bei dem keine Geldstrafe ausreiche. „Das ist ein Signal, noch mehr zu tun“, begründet er die Entscheidung, erstmals in der Geschichte des DFB einen Verein wegen dem Fehlverhalten der Fans mit einem Punktabzug zu bestrafen. 

Der Vorschlag von Waldhof-Anwalt Johannes Zindel, anstatt des Punktabzuges Geisterspiele durchzuführen, ist beim DFB auf Ablehnung gestoßen. Dabei hätte eine solche Strafe zumindest keinen direkten Einfluss auf den sportlichen Wettbewerb gehabt. 

Klar ist: Durch dieses Strafmaß hat der DFB eine neue Ebene eröffnet, der er sich ab sofort in vergleichbaren Fällen treu bleiben muss!

>>> Das sagt der SV Waldhof zum Punktabzug

nwo

Quelle: Mannheim24

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