Fast hätte es für die Bundesliga gereicht

Was macht die SVW-Erfolgself von 2001 heute?

Lamine Cisse vom Zweitligisten SV Waldhof Mannheim freut sich am Sonntag (20.05.2001) im Mannheimer Carl-Benz-Stadion ¸ber seinen Treffer zum 1:0 gegen den FSV Mainz 05. Die Mannheimer kˆnnen am letzten Spieltag den Aufstieg in die erste Bundesliga schaffen.dpa/lsw
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Lamine Cisse hat am letzten Spieltag der Saison 2000/01 mit dem SVW nur knapp den Bundesliga-Aufstieg verpasst.

Mannheim-Waldhof – An dieses Team erinnert sich jeder Waldhof-Fan gerne zurück! Vor fast 15 Jahren hat der SVW die Quadratestadt vom Aufstieg in die Bundesliga träumen lassen.

Nach vielen enttäuschenden Jahren befindet sich der SV Waldhof derzeit endlich mal wieder im Aufbruch und hat gute Chancen in die dritte Liga aufzusteigen und somit in den Profifußball zurückzukehren.

Das letzte Mal, dass der Verein vom Alsenweg eine derartige Euphorie in der Quadratestadt entfacht hat, ist im Frühjahr 2001 gewesen. Das Team von Trainer Uwe Rapolder hat damals mit tollem Offensivfußball bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die Bundesliga mitgespielt und hat in einem dramatischen Saisonfinale letztlich dem FC St. Pauli den Vortritt ins Fußball-Oberhaus überlassen müssen. 

Was macht die SVW-Erfolgself von 2001 heute?

Dabei haben die Waldhöfer mit einem 4:0-Heimsieg gegen Mainz 05 ihre Hausaufgaben am letzten Spieltag gemacht, doch die Hamburger haben sich kurz vor Schluss zeitgleich drei Punkte beim bereits aufgestiegenen 1. FC Nürnberg gesichert, sodass sich die Mannheimer mit dem undankbaren vierten Platz abfinden mussten.

Im MANNHEIM24-Interview sagt der heutige SVW-Coach Kenan Kocak, der damals schon als Spieler bei den Mannheimern aktiv gewesen ist, über das Team von 2001: „Ein ganz wichtiger Faktor war ganz klar Uwe Rapolder, der den SV Waldhof mit seinem Konzeptfußball fast in die Bundesliga geführt hätte. Er hat eine Mannschaft geformt, die es damals definitiv verdient gehabt hätte, aufzusteigen.“

MANNHEIM24 stellt die Leistungsträger von damals vor und klärt die Frage, was die ‚Beinahe-Aufstiegshelden‘ heute machen:

Achim Hollerieth (Torwart)

Torhüter Achim Hollerieth ist im Sommer 2000 vom VfB Stuttgart an den Alsenweg gekommen und ist über die komplette Spielzeit hinweg die unumstrittene Nummer eins beim SVW gewesen. Nach dem Waldhof folgten Stationen wie Reutlingen und St. Pauli. Seit seinem Karriereende ist Hollerieth als Trainer aktiv. Nachdem er im November 2014 beim Viertligisten Germania Halberstadt entlassen wurde, ist der ehemalige Torhüter allerdings ohne Verein.

Lamine Cissé (Abwehr)

Lamine Cissé ist als Rechtsverteidger beim SVW gesetzt gewesen. Der Senegalese hat in 85 Pflichtspielen acht Tore für die Mannheimer erzielt. Seit 2009 ist Cissé bei den Würzburger Kickers. Der 44-Jährige ist zunächst als Spieler bei den Franken aktiv gewesen und ist mittlerweile Co-Trainer unter Bernd Hollerbach. 2015 ist der Verein in die dritte Liga aufgestiegen.

Rüdiger Rehm (Abwehr)

Für den SV Waldhof hat Rüdiger Rehm in der Saison 2000/01 24 Spiele absolviert. 1999 ist der gebürtige Heilbronner mit den Waldhöfern in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Nach seiner Zeit in der Quadratestadt hat Rehm unter anderem für Erzgebirge Aue und die Kickers Offenbach gespielt. Mit einer kurzen Unterbrechung ist der 37-Jährige seit 2012 Trainer bei der SG Sonnenhof-Großaspach und hat den Verein inzwischen in der dritten Liga etabliert.

Dariusz Pasieka (Abwehr)

Innenverteidiger Dariusz Pasieka hat in der damaligen Spielzeit 26 Spiele für die Elf von Uwe Rapolder absolviert. Nach seinem Karriereende 2002 ist der Pole zunächst als Co-Trainer aktiv gewesen. So assistierte der heute 50-Jährige unter anderem Mario Basler (bei Jahn Regensburg) und Holger Fach (beim FC Augsburg). Seine bislang letzte Trainerstation ist Cracovica Krakau (bis März 2012) gewesen.

Hanno Balitsch (Mittelfeld)

Nachdem sich Hanno Balitsch 2001 einen Stammplatz beim SVW erspielt hat, ging es für den Mittelfeldspieler nach der Saison zum 1. FC Köln. Danach folgten zahlreiche weitere Bundesliga-Stationen wie Bayer Leverkusen, Mainz 05, Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg. Im Sommer 2015 ist Balitsch dann mit 34 Jahren zu seinem ‚Heimatverein‘ SV Waldhof zurückgekehrt. Als Kapitän und Stammspieler hat der defensive Mittelfeldspieler großen Anteil am Aufschwung, den die Kocak-Elf aktuell in der Regionalliga-Südwest erlebt.

David Montero (Mittelfeld)

Für David Montero ist der SV Waldhof die erste Profistation gewesen. Der ‚Mittelfeldmotor‘, der in der Saison 2000/01 in 30 Spielen fünf Tore für die Mannheimer erzielt hat, wechselte 2002 zu Eintracht Frankfurt. Für die Hessen bestritt Montero 2003 sein einziges Bundesliga-Spiel ausgerechnet gegen den Rekordmeister FC Bayern München. Zuletzt ist der heute 41-Jährige als Spielertrainer beim Kreisligisten TSV Georgii-Allianz tätig gewesen.

Ervin Skela (Mittelfeld)

Mittelfeldregiesseur Ervin Skela ist im Januar 2001 nach Mannheim gewechselt und hat sich bei den Waldhöfern auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft. Schon nach einem halben Jahr hat der Albaner den Alsenweg aber wieder verlassen und ist zu Eintracht Frankfurt gegangen. In der Folge hat sich Skela zu einem echten ‚Wandervogel‘ entwickelt. Er spielte unter anderem für Arminia Bielefeld, Kaiserslautern oder auch Energie Cottbus. Seit Januar 2014 läuft der 39-Jährige, der 2011 eigentlich seine Karriere beendet hat, für den FC Hanau 93 auf. Zudem arbeitet der Freistoßspezialist in der Fußballschule von Eintracht Frankfurt.

Selim Teber (Mittelfeld)

Der gebürtige Frankenthaler Selim Teber ist in der erfolgreichen Spielzeit 2000/01 oftmals Joker gewesen, konnte aber dennoch vier Tore erzielen. Seine wohl erfolgreichste Zeit hat Teber bei der TSG Hoffenheim gehabt, mit der er 2008 in die Bundesliga aufgestiegen ist. Nach mehreren Stationen in der Türkei ist Teber im Juli 2015 zu seinem Heimatverein VfR Frankenthal zurückgekehrt. 

Fatmir Vata (Mittelfeld)

Mit neun Toren hat Fatmir Vata großen Anteil am damaligen Aufschwung gehabt. Der Albaner ist nach seiner starken Saison zu Arminia Bielefeld gewechselt, wo er später auch wieder auf Trainer Uwe Rapolder getroffen ist. Nach seinem Karriereende 2010 hat Vata im Juli 2014 sein Comeback in der Bezirksliga Hannover beim FC 08 Boffzen gefeiert.

László Klausz (Angriff)

László Klausz ist der Sturmtank der Mannschaft von 2001 gewesen und hat zehn Tore zum vierten Tabellenplatz beisteuern können. Nach seiner erfolgreichen Zeit in der Quadratestadt hat es den Ungarn dann nach Österreich gezogen. Mittlerweile hat er eine Laufbahn als Trainer eingeschlagen und trainiert seit Sommer 2015 den ungarischen Zweitligisten Szeged.

Sascha Licht (Angriff)

Von 1998 bis 2003 ist Stürmer Sascha Licht für den SV Waldhof auf Torejagd gegangen. An der Seite von László Klausz hat Licht 2000/01 sieben Tore erzielt. Im Juli 2014 ist der Ex-Waldhöfer nach einer Saison als Trainer des Kreisligisten SV Hut Coburg entlassen worden. 

Uwe Rapolder (Trainer)

Uwe Rapolder ist der Vater des Erfolgs gewesen. Der Trainer, der den Waldhof 1997 übernommen hat, hat die Quadratestädter in die 2. Bundesliga geführt und den Aufstieg ins Fußball-Oberhaus letztlich nur knapp verpasst. Am 2. November 2001 ist dann die Trennung erfolgt. Danach ist Rapolder erfolgreich bei Arminia Bielefeld tätig gewesen und hat die Ostwestfalen mit seinem ‚Konzeptfußball‘ unter anderem ins Halbfinale des DFB-Pokals geführt. Nach weniger erfolgreichen Stationen in Karlsruhe und Sonnenhof-Großaspach ist der 57-Jährige zurzeit vereinslos.

 „Ich habe zu ihm noch heute einen guten Kontakt. Wir tauschen uns regelmäßig aus und er weiß genau, was hier passiert. Der SV Waldhof ist immer noch eine Herzensangelegenheit für ihn“, sagt der aktuelle SVW-Coach Kenan Kocak über seinen ehemaligen Trainer.

Vielleicht schafft es der SV Waldhof Mannheim ja 15 Jahre nach der knapp verpassten Chance im Sommer 2016 die neu entfachte Euphorie und Aufbruchsstimmung in einen Aufstieg umzuwandeln.

>>> Das Revival der Waldhof-Buben 

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Quelle: Mannheim24

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