Verkündung am Dienstag

SVW-Geschäftsführer Pfitzenmeier (47) tritt zurück!

Am Dienstag gibt Stephan Pfitzenmeier (47) seinen Rücktritt bekannt.
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Am Dienstag gibt Stephan Pfitzenmeier (47) seinen Rücktritt bekannt.

Mannheim – Nächster Paukenschlag beim Regionalligisten SV Waldhof. Am Dienstag gibt Geschäftsstellenleiter Stephan Pfitzenmeier seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Die Gründe:

Seinen Rücktritt als Geschäftsstellenleiter verkündet Stephan Pfitzenmeier (47) bei einem Pressegespräch am Dienstag. Erst rund zwei Wochen zuvor legte der Aufsichtsrat sein Mandat nieder (WIR BERICHTETEN).

In den letzten Wochen ist Einiges passiert. Ich war nach dem Relegationsrückspiel im Urlaub, habe mir einen Kopf gemacht und mich sehr schweren Herzens dazu entschlossen, mit sofortiger Wirkung von meiner Funktion beim SV Waldhof zurückzutreten“, so ein sichtlich nervöser Pfitzenmeier zu den Journalisten: „Ich weiß, dass mich damit viele Menschen enttäuschen werde!

Er habe diesen Entschluss unabhängig von anderen Personen getroffen und am Dienstagmorgen Interimspräsident Klaus-Rüdiger Geschwill darüber informiert.

Vor zwei Wochen hatte ich ein langes, aber ergebnisloses Gespräch mit dem Präsidium. Darin wurde mir unter anderem auch die Thematik des 2. Geschäftsführers bestätigt. Seitdem herrschte Funkstille. In meiner Abwesenheit wurden auch Entscheidungen getroffen, die meinen operativen Tätigkeitsbereich betreffen. Die mir von Herrn Beetz vorgeworfene Illoyalität will ich nachdrücklich zurückweisen! Er kann das gar nicht beurteilen, weil wir quasi keinen Kontakt hatten“, so der 47-Jährige

Am Dienstag gibt Stephan Pfitzenmeier seinen Rücktritt bekannt.

ernst. „Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig geschädigt.

HintergrundMillionen-Investor Bernd Beetz hatte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt am 6. Juni recht abwertend über Pfitzenmeier geäußert, dessen Zukunft offen gelassen: „Ich habe Herrn Pfitzenmeier nur ein oder zwei Mal gesehen, er hat sicherlich eine gute Rolle gespielt. Ich muss allerdings anmerken, dass er sich nicht besonders loyal gegenüber seinem vorgesetzten Organ verhalten hat. Das ist kein guter Stil.“ 

Pfitzenmeiers Bilanz

Ich bin hier vor fast einem Jahr in bester Absicht, voller Herzblut angetreten. Wir haben in dieser Zeit brutal viel erreicht beim Waldhof – das hätte ich so nicht gedacht“, bilanziert Pfitzenmeier, der nie einen Vertrag mit dem SVW hatte und daher auch keinen Cent Gehalt erhielt. 

So habe man die Zuschauerzahl um 126 Prozent auf unglaubliche 133.500 Fans gesteigert. Der Merchandising-Umsatz kletterte sogar um 140 Prozent. Habe der SVW in der Saison 2014/15 durch den ‚Sammeltopf‘ der Mannheimer Runde noch 250.000 Euro an Sponsorengeldern gehabt, seien dies 2015/16 rund 1,4 Millionen Euro gewesen. 

Er bedankt sich außer bei seinem „tollen Team und den vielen ehrenamtlichen Helfern“ auch bei der Mannschaft, alten und neuen Sponsoren sowie bei der Stadt Mannheim – nicht nur, weil die „innerhalb von 48 Stunden unser Public Viewing mit über 1.000 Fans auf dem Maimarktgelände durchgewunken hat“.

Trainer und Freund Kenan Kocak (35) wisse noch nichts von Pfitzenmeiers Aus beim SVW: „Kenan ist gerade im Urlaub – da will ich ihn nicht in seinen letzten Tagen Erholung damit belangen...

Als Pfitzenmeier die tolle Mannschaft lobt, kämpft er mit den Tränen: „Alles super Jungs, super Charaktere! Jungs aus der Region, die sich mit dem Waldhof identifizieren. Wenn ich an das letzte Abschlussschlusstraining, diese unfassbare Europhie und die Stimmung beim Relegationsspiel denke, kriege ich noch heute Gänsehaut! Nach der Niederlage gegen Lotte habe ich den Spielern eines der bereits bedruckten Aufstiegs-T-Shirts gezeigt, ihnen gesagt: ‚Für mich seid Ihr Aufsteiger!‘

Mit dem verpassten Aufstieg in die 3. Bundesliga hat seine Entscheidung „absolut nichts zu tun“. Er will nichts dazu sagen, ob er sich unter anderen Umständen eine neuerliche Tätigkeit beim SVW vorstellen könne.

Immer wieder wiederholt Pfitzenmeier, dass er keine „alten Geschichten aufrollen“ wolle und dass jetzt Ruhe einkehren müsse! „Bei mir, im Verein und in meiner Familie, der ich Vieles zugemutet habe in diesen turbulenten Zeiten seit dem 20. April.

An diesem Tag hatte das Präsidium um Steffen Künster quasi im Alleingang Investor Beetz verkündet (WIR BERICHTETEN).

Bevor er wieder voll in der Pfitzenmeier-Unternehmensgruppe einsteigt, werde er sich in den nächsten Tagen erstmal bei Tour de France und Fußball-EM vor Ort anschauen. Dann will er auch Waldhof-Kapitän Hanno Balitsch (35) im persönlichen Gespräch über seinen Rücktritt informieren. „Vielleicht ja in Frankreich...“, schmunzelt Pfitzenmeier in Anspielung auf Balitschs Anwesenheit in Frankreich als ZDF-Experte. 

Ob Fitness-Riese Pfitzenmeier auch in Zukunft ein SVW-Sponsor bleibe, lässt Pfitzenmeier offen, deutet vielsagend an: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich Dinge 100-prozentig mache oder gar nicht!

Er werde jedoch Waldhof-Mitglied und dem Verein freundschaftlich verbunden bleiben, sich auch Spiele im Carl-Benz-Stadion anschauen: „Aber womöglich werde ich woanders sitzen...

Der SV Waldhof bedaure Pfitzenmeiers Schritt, teilt ein Sprecher am Mittag mit. „Der Verein bedankt sich bei Stephan Pfitzenmeier für seine geleistete Arbeit und wünscht ihm für seine Zukunft alles Gute!“, heißt es in einer Pressemitteilung.

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pek

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