Am Landgericht Mannheim 

Verfahren gegen Ex-Waldhof-Manager eingestellt – doch er muss tief in die Tasche greifen 

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Ex-Waldhof Manager Rüdiger Lamm soll Gelder der Dietmar Hopp Stiftung zweckentfremdet haben (Archivbild).

Der ehemalige Manager des SV Waldhof Mannheim, Rüdiger Lamm, muss sich vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Er soll sich auf Kosten der Dietmar-Hopp-Stiftung bereichert haben: 

Update vom 9. September: Dem Ex-Waldhof Manager Rüdiger Lamm wird vorgeworfen, mit zwei weiteren Komplizen insgesamt 485.000 Euro veruntreut zu haben. Die Kosten für den Bau des Waldhof-Nachwuchszentrums im Jahr 2006 hat der Manager höher veranschlagt, als sie tatsächlich gewesen sind und auf diesem Weg Spendengelder abgezweigt. Davon sind knapp 300.000 Euro über fingierte Sponsorenverträge an den SV Waldhof Mannheim geflossen. Lamm selbst kassiert für „Beraterverträge“ 69.500 Euro vom damals chronisch klammen Verein aus dem Mannheimer Norden. Je 15.000 Euro sollen an die Mitangeklagten einer Baufirma geflossen sein. Der Verbleib der ausstehenden 138.500 Euro konnte vom Gericht bisher nicht ermittelt werden. 

Laut Informationen des Mannheimer Morgen ist nun das Betrugsverfahren gegen die drei Angeklagten vom Landgericht Mannheim eingestellt worden. Die Verfahrenseinstellung ist aber an eine entscheidende Bedingung geknüpft: Der 71-jährige Lamm muss bis zum 18. September 120.000 Euro an die geprellte Dietmar-Hopp-Stiftung zahlen, während die Mitangeklagten jeweils 60.000 Euro bis zum 18. September beziehungsweise 2. Oktober zurückzahlen müssen. Erfolgen die Zahlungen nicht fristgemäß, wird das Verfahren wieder aufgenommen. 

Mannheim: Ex-Waldhof Manager veruntreut halbe Mio. – Anwalt schlägt zu Prozessbeginn Deal vor

Update vom 25. Juli: Am Mittwoch beginnt der Prozess gegen den ehemaligen SV Waldhof-Manager Rüdiger Lamm. Doch direkt zu Beginn will der Anwalt des 71-Jährigen eine sogenannte Verständigung aushandeln. Laut dem SWR könne sein Mandant bei einer Verfahrenseinstellung den finanziellen Schaden wieder gut machen. Dafür erhalte Lamm die Unterstützung von seiner Frau. Der Ex-Manager, der zu Spitzenzeiten 35.000 Euro pro Monat verdient habe, lebe derzeit nur noch von seinen Ersparnissen. Von seinem Reichtum sei nichts mehr übrig. 

Laut dem Anwalt gäbe es für die Verständigung viel gute Gründe. So ereignete sich die Tat bereits vor zehn Jahren, wichtige Zeugen seien verstorben und Lamm sei bislang völlig unbescholten. Die Entscheidung der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Mannheim steht noch aus. 

Mannheim: Ex-Waldhof Manager auf der Anklagebank

Update vom 23. Juli: Wenn am Mittwoch (24. Juli) der Prozess gegen den Ex-Waldhof-Manager Rüdiger Lamm startet, herrschen hohe Sicherheitsvorkehrungen am Landgericht Mannheim. Wie das Gericht am Dienstag in einer Meldung mitteilt, wird es Personenkontrollen vor dem Verhandlungssaal geben. Auch ein Metalldetektor wird aufgestellt, um die Zuschauer auf verbotene Gegenstände wie Waffen oder ähnliches zu filzen. Handys, Computer, Taschen, Kameras, Tonbandgeräte aber auch Essen und Getränke und selbstverständlich Waffen oder ähnliche gefährliche Gegenstände dürfen nicht mit in den Gerichtssaal am Landgericht Mannheim genommen werden.

Gelder veruntreut: Ex-Waldhof Manager auf der Anklagebank!   

Erstmeldung vom 18. Juli: Als Rüdiger Lamm die Management-Geschicke beim SV Waldhof Mannheim übernommen hat, setzten viele Beobachter große Hoffnungen in eine erfolgreiche Wende beim damaligen Oberligisten - nicht zuletzt wegen seines früheren Engagements bei Arminia Bielefeld. Nach der Übernahme des Managerpostens bei den Ostwestfalen im Jahr 1994 schaffte der Klub den Durchmarsch aus dem Amateurlager in die Bundesliga. 

Doch der sportliche Erfolg kehrte auch mit Lamm bei den Blau-Schwarzen nicht ein. Schlimmer noch: Wegen dubioser Geschäftspraktiken und dem Verdacht des Betruges muss sich der Rechtsanwalt ab Mittwoch (24. Juli) vor dem Landgericht Mannheim verantworten. Ihm wird vorgeworfen, als Manager und Berater des SV Waldhof Mannheim Ende 2006 die Spenden einer Stiftung für den Bau eines Jugendförderzentrums veruntreut zu haben. 

Mannheim: Ex-Waldhof Manager zweigt Gelder von Dietmar Hopp Stiftung ab 

Mit dem Ziel, sich selbst zu bereichern und den zu diesem Zeitpunkt finanziell angeschlagenen SV Waldhof zu entlasten, sollen Gelder - vor allem aus der Dietmar-Hopp-Stiftung - abgezweigt worden sein. Zu diesem Zweck hat Lamm laut Anklageschrift zu den beiden Mitangeklagten Achim P. und Bogoljub M. Kontakt aufgenommen. Beide haben sich gegenüber dem Manager bereit erklärt, das Mulifunktionsgebäude für lediglich 665.000 Euro zu errichten. Doch zuvor sind für den Bau des Jugendförderzentrums Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro veranschlagt worden. 

Ex-Waldhof Manager Rüdiger Lamm soll Gelder der Dietmar Hopp Stiftung zweckentfremdet haben (Archivbild).

Nach dem Plan des Hauptangeklagten sollte der zweckwidrig erzielte Überschuss (knapp eine halbe Millionen Euro) zwischen ihm selbst, den Mitangeklagten und dem SV Waldhof aufgeteilt werden. Im Detail bedeutet dies: 100.000 Euro für Rüdiger Lamm, je 50.000 Euro für beide Mitangeklagten und der weitere Betrag in Höhe von 300.000 Euro hätte durch Unterstützung der beiden Mitangeklagten über Sponsoringverträge an den Verein zurückfließen sollen. Der SV Waldhof Mannheim hat der Anklageschrift zufolge über diesen Vorgang keine Kenntnis gehabt. 

Ex-Waldhof Manager Rüdiger Lamm soll Gelder der Dietmar Hopp Stiftung zweckentfremdet haben (Archivbild).

Mannheim: Ex-Waldhof Manager nach langem Warten vor Gericht 

Erst sieben Jahre nachdem die Staatsanwaltschaft gegen Lamm Anklage erhoben hat, beginnt nun das Verfahren. Dass sich der Prozessauftakt so lange hingezogen hat, begründet ein Sprecher des Landgerichts gegenüber dem Mannheimer Morgen mit der Überlastung der Richter. Vorrang haben Verfahren bei denen Angeklagte in Untersuchungshaft sitzen. 

Übrigens: Im Carl-Benz-Stadion ist ein neuer Rasen verlegt worden. Waldhof-Trainer Bernhard Trares zeigt sich äußerst erfreut über den neuen Platz.  

esk

Quelle: Mannheim24

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