3:3-Spektakel gegen Lyon

Weiterhin sieglos in der Champions League: Was der TSG trotzdem Mut macht

1899 Hoffenheim - Olympique Lyon
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Die Hoffenheimer bejubeln den späten Ausgleich von Joelinton (r.).

Sinsheim – Hoffenheim wartet weiterhin auf den ersten Sieg in der Champions League, rechnet sich aber dennoch Chancen auf das Achtelfinale in der Königsklasse aus.

Trotz der schlechten Ausgangslage nach dem Remis gegen Olympique Lyon hat die TSG Hoffenheim den Einzug in die K.o.-Runde der Champions League noch lange nicht abgehakt

Die Augen wandern unruhig hin und her, die Zunge spielt nervös an den Innenseiten der Wangen. Kurz vor Mitternacht ist Julian Nagelsmann immer noch emotional aufgeladen. Der Ärger über den verpassten Premierensieg, die drei Abwehrpatzer und den Schiedsrichter nagen am Trainer der TSG Hoffenheim

Doch der Frust nach dem 3:3 (1:1) gegen Olympique Lyon weicht schon bald dem Trotz. „Wir haben herausragend gespielt. Wir waren klar die bessere Mannschaft. Und ich werde die Jungs so vorbereiten, dass wir das auch im Rückspiel sein können“, sagt Nagelsmann. 

Der 31-Jährige hat die K.o.-Runde trotz der schlechten Ausgangslage nach dem dritten Spieltag der Champions League noch längst nicht abgehakt: „Tabellarisch ist der Punkt Gold wert. Wenn wir so in Lyon spielen, können wir dort gewinnen.“ 

Das muss der Fußball-Bundesligist auch. Schließlich haben die Kraichgauer in der Gruppe F lediglich zwei Zähler auf dem Konto. Nur mit einem Erfolg in zwei Wochen in Frankreich bleiben die Chancen auf den Achtelfinal-Einzug intakt. Das weiß auch Nagelsmann: „Wenn wir in Lyon gewinnen, ist in unserer Gruppe alles möglich. Ansonsten sieht es sehr düster aus. Das ist leicht auszurechnen.“ 

Die Tabelle der Gruppe F

Platz

Verein

Spiele

Tore

Gegentore

Differenz

Punkte

1

Manchester City

3

6

3

3

6

2

Olympique Lyon

3

7

6

1

5

3

TSG 1899 Hoffenheim

3

6

7

- 1

2

4

Shakhtar Donezk

3

4

7

- 3

2

Leicht auszurechnen ist auch, dass die TSG ohne die Schnitzer von Kapitän Kevin Vogt, Torwart Oliver Baumann und Verteidiger Kevin Akpoguma den Schlagabtausch gegen den Tabellenfünften der französischen Ligue 1 vor 24.144 Zuschauern gewonnen hätte. Bertrand Traore (26.), Tanguy Ndombele (59.) und Memphis Depay (69.) lassen sich aber nicht zweimal bitten. 

Im Grunde waren es drei Eigentore. Wenn wir die nicht machen, gehen wir als Sieger vom Platz“, sagt der frustrierte Neu-Nationalspieler Nico Schulz: „Wenn wir gewonnen hätten, wäre es ein Schritt nach vorne gewesen - so aber nicht.“ Fast wortgleich äußern sich seine Teamkollegen. 

Fotos vom Champions-League-Heimspiel der TSG gegen Lyon

Der Doppelpack des kroatischen Vize-Weltmeisters Andrej Kramaric (32./47.) und das späte Tor zum Endstand durch Joelinton (90.+2) können die Profis kaum trösten. Die Spieler und Nagelsmann („Drei Tore sollten im Normalfall reichen“) trauern den verpassten Chancen nach - denn trotz des Defensivdesasters ist der Dreier drin gewesen. 

Hoffenheim geht mit Entschlossenheit in die Rückspiele

Zudem sorgt Schiedsrichter Alberto Undiano Mallenco für Ärger. Der Spanier hätte durchaus zwei Elfmeter gegen Lyon verhängen können. Kein Verständnis haben die Kraichgauer auch dafür, dass der Unparteiische trotz der vier Treffer, der sechs Auswechslungen und des Zeitspiels der Franzosen in der zweiten Hälfte nicht einmal drei Minuten nachspielen hat lassen. Seinen Monolog über die Leistung des Referees fasst Nagelsmann selbst zusammen: „Um es kurz zu machen: Ich bin nicht zufrieden.“ 

Doch mit der Unzufriedenheit soll spätestens in Lyon Schluss sein, neue Entschlossenheit soll endlich zum ersten Sieg führen. „Wir sollten nicht ständig darüber sprechen“, kommentiert Nagelsmann die Tatsache, dass in allen drei bisherigen Partien mehr drin war: „Wir sollten es einfach tun!

SID/nwo

Quelle: Mannheim24

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