Plakat: Dietmar Hopp im Fadenkreuz 

Nach Eklat in Gladbach: Borussen-Fanvertreter sprechen von „Missverständnis“ 

Mönchengladbach – Dietmar Hopp im Fadenkreuz – wird Hoffenheims Mäzen mit dem Tode bedroht? Gladbacher Vereins-Verantwortliche und Fanvertreter kämpfen um die Deutungshoheit.  

  • Eklat bei Bundesligaspiel Gladbach gegen Hoffenheim. 
  • Doppelhalter-Plakat gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp. 
  • Partie muss unterbrochen werden – Fanvertreter äußern sich:

Gladbach-Manager Max Eberl schämt sich für „50 Hornochsen“, doch sein Verein setzt am Samstag auch ein bemerkenswertes Signal für Zivilcourage und gegen Hass in Fußball-Stadien. „Dieses Zeichen vieler Menschen gegen die geistige Umnachtung weniger Idioten ist größer als der gesäte Hass“, lobt auch TSG-Sportdirektor Alexander Rosen. Als in der Gladbacher Nordkurve der Kopf von Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp auf einem Plakat in einem Fadenkreuz hochgehalten wird, positionieren sich Zuschauer, Spieler und Funktionäre umgehend. 

TSG Hoffenheim: Eklat in Gladbach – „Ultras Raus“-Rufe 

Im Stadion sind „Ultras raus“-Rufe und laute Pfiffe zu hören. Manager Eberl und Kapitän Lars Stindl gehen zur Beschwichtigung in die Kurve, nachdem Schiedsrichter Felix Brych die Partie bis zum Abhängen des Plakats unterbricht. Gleiches gilt für die Hoffenheimer: „Wenn das Plakat nicht runtergegangen wäre, hätten wir aufgehört zu spielen“, empört sich Abwehrspieler Benjamin Hübner: „Da muss man dann ein Zeichen setzen.“

Doch sind es wirklich lediglich die „50 Hornochsen“ oder findet die Aktion gegen Dietmar Hopp doch weitaus mehr Zustimmung? Laut der Fanhilfe Mönchengladbach habe es die Pfiffe bei den Durchsagen von Stadionsprecher Torsten Knippertz gegeben, weil dieser seine Mahnung mit dem Verweis auf eine Gedenkminute vor dem Spiel einleitete. 

Knippertz habe die Aktion „völlig falsch in einen Kontext mit Hanau” gesetzt, twitterte die Fanhilfe: „Das hat die Kurve falsch verstanden und deshalb gepfiffen.“ Alles sei ein „Missverständnis“. Dieses Statement der Fanhilfe widerspricht der Einschätzung Eberls, wonach „99 Prozent der Zuschauer gezeigt haben, dass sie damit nichts zu tun haben wollen.”

TSG Hoffenheim: Eklat in Gladbach – Fanprojekt verteidigt Aktion und übt Selbstkritik  

Auch beim FPMG Supporters Club will man sich von der generellen Anti-Hopp-Polemik nicht distanzieren: „Der Unmut richtete sich gegen die jüngst von Seiten des DFB verhängten Kollektivstrafen und ist grundsätzlich legitim.“ Vor dem Hintergrund, dass Borussia Dortmund in den nächsten zwei Spielzeiten ohne eigene Fans in Hoffenheim antreten muss, solidarisieren sich die Harcore-Fans mit den  BVB-Ultras und wählen dabei das aus dem Dortmunder Block bekannte Fadenkreuz-Motiv

Trotz gemeinsamer Ultra-Interessen übt das Gladbacher-Fanprojekt nach dem Eklat im Borussia-Park auf seiner Homepage auch Selbstkritik: „Die verwendete Fadenkreuzgrafik war allerdings völlig daneben. Aus gutem Grund reagiert die Öffentlichkeit auf das Thema Gewalt aktuell hoch sensibel. Hier wäre mehr Fingerspitzengefühl angebracht gewesen.“

esk mit dpa 

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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