Neuzugänge im Interview

Seegert und Ibrahimaj wollen beim SVS durchstarten!

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Marcel Seegert (li.) und Ali Ibrahimaj (r.) wollen beim SV Sandhausen durchstarten.

Sandhausen – Vor dem Saisonstart sprechen die beiden Neuzugänge Ali Ibrahimaj und Marcel Seegert exklusiv über ihre ersten Wochen am Hardtwald, ihre Ziele und die bittere Pleite von Meppen:

Insgesamt neun neue Spieler hat der SV Sandhausen in der Sommerpause verpflichtet. Zu den neuen Gesichtern am Hardtwald zählen auch Mittelfeldspieler Ali Ibrahimaj (25) und Innenverteidiger Marcel Seegert (23), die beide vom Regionalligisten SV Waldhof Mannheim gekommen sind.

Wenige Tage vor dem Saisonstart bei Holstein Kiel (Sonntag, 30. Juli, 15:30 Uhr) hat HEIDELBERG24 die ehemaligen Waldhöfer zum Interview im BWT-Stadion am Hardtwald getroffen.

HEIDELBERG24: Ihr seid jetzt seit einigen Wochen beim SV Sandhausen. Wie fällt das erste Fazit aus?

Ali Ibrahimaj: „Wir wurden super aufgenommen. Das ist hier eine intakte Mannschaft. Die Jungs haben es uns einfach gemacht, uns wohl zu fühlen.“

Marcel Seegert: „Ich kann mich nur anschließen. Im Training haben wir echt viel Spaß! Man merkt natürlich auch einen gewissen Qualitätsunterschied, da ist schon mehr Power dahinter und die technischen Fähigkeiten der Spieler sind sehr gut. Im Trainingslager sind wir eine richtige Einheit geworden.

Gab es ein ‚Aufnahmeritual‘?

Ibrahimaj (lacht): „Ja, wir mussten singen und tanzen.“

Und was habt ihr zum Besten gegeben?

Ibrahimaj (lacht): „Da ich ihn auch privat kenne, habe ich einen Rap von ‚Haftbefehl‘ gewählt. Ich glaube, ich war der Erste, der hier gerappt hat .“

Seegert (lacht): „Ich habe ‚Stand By Me‘ gesungen. Das hat zum Glück gereicht, sodass ich nicht noch tanzen musste.“

Ist es ein Vorteil, dass ihr euch beide noch vom SV Waldhof kennt?

Ibrahimaj: „Ja, mich hat es sehr gefreut, dass Marcel auch nach Sandhausen wechselt. Wir haben jetzt schon zwei Jahre zusammengespielt und haben uns immer gut verstanden.“

Seegert: „Auf jeden Fall! Mit Damian Roßbach und Nejmeddin Daghfous habe ich zudem schon in Mainz zusammengespielt. Marcel Schuhen hat mal beim SV Waldhof mittrainiert und Philipp Klingmann kenne ich von einer Hochzeit.“

Sieben Testspiele, sieben Siege! Ist durch die gute Vorbereitung der Druck gestiegen?

Seegert: „Ich denke, dass die Leute das ganz gut einschätzen können. Es ist ein positiver Nebeneffekt, dass wir in der Vorbereitung jetzt so schnell zueinander gefunden haben und ordentliche Spiele gezeigt haben. Jetzt gilt es, die Vorbereitung richtig einzuordnen und den Schwung mit in die Liga zu nehmen. Wenn wir am Sonntag in Kiel verlieren, bringt uns die gute Vorbereitung gar nichts.“

Mit welchen Zielen geht ihr als Mannschaft und persönlich in die Saison?

Ibrahimaj: „Wir wollen besser abschneiden als letztes Jahr. Natürlich ist ein einstelliger Tabellenplatz ein Ziel, aber wir müssen erstmal von Spiel zu Spiel schauen. Für mich persönlich ist es wichtig, gesund zu bleiben und möglichst viele Spiele zu machen. Ich möchte der Mannschaften helfen.“

Seegert: „Für mich ist es auch erstmal das Wichtigste, fit zu bleiben. Ich habe es bei meinen Bruder Nico erlebt, wie schnell es mit Verletzungen gehen kann. Sportlich will ich so schnell wie möglich in die Mannschaft finden und mich durchbeißen.“

Geht mit der 2. Liga ein Traum für euch in Erfüllung?

Ibrahimaj: „Mit dem Wechsel in die 2. Liga ist definitiv ein Traum in Erfüllung gegangen! Jetzt will ich mich hier durchsetzen und beweisen, dass ich die Qualität für die 2. Liga habe.“

Seegert: „Es ist auf jeden Fall noch einmal ein großer Sprung. Ich denke, dass ich und Ali uns diese Chance über die Jahre in der Regionalliga erarbeitet haben. Jetzt wollen wir den Leuten zeigen, dass wir es hier schaffen können. Dafür arbeiten wir jeden Tag im Training.“

Wie groß ist denn der Qualitätsunterschied zur Regionalliga?

Ibrahimaj: „Die Einheiten sind wesentlich intensiver und es wird mehr wert auf das Taktische gelegt. Dass die Spieler mehr Qualität haben, merkt man in jeder Einheit und hat man auch in den Testspielen gesehen. Die ersten ein bis zwei Wochen waren schon sehr intensiv, aber man gewöhnt sich da mit der Zeit dran.“

Seegert„Das taktische Niveau ist höher. Wir haben allein in einem Testspiel drei Mal das System gewechselt.“

Was waren die Gründe, die für einen Wechsel nach Sandhausen gesprochen haben?

Ibrahimaj: „Der Trainer hat eine wichtige Rolle gespielt. Er hat mich schon nach Mannheim geholt und unter ihm habe ich mich gut weiterentwickelt. Das war für mich ein ausschlaggebender Punkt. Zudem ist bekannt, dass Sandhausen öfters Spieler aus unteren Ligen holt und ihnen eine Chance gibt, sich weiterzuentwickeln. Das Gesamtpaket hat einfach gepasst, da musste ich nicht lange überlegen.“

Seegert: „Ich habe eine Woche vor der Relegation beim SV Waldhof verlängert. Es ist aber ganz bewusst so kommuniziert worden, dass der Vertrag nur für die 3. Liga gilt. Nachdem wir dann gescheitert sind, war ich die ersten drei, vier Tage einfach nur leer. Als ich dann im Urlaub gewesen bin, hat mein Berater die Angebote sondiert. Ich hatte auch immer Kontakt zu Kenan. Er hat mich damals ja schon als junger Spieler zum Waldhof geholt. Als die Möglichkeit bestand, hierher zu kommen zu einem Trainer, der mich kennt und wo ich mich weiterentwickeln kann, hat sich die Frage eigentlich gar nicht mehr gestellt. Dass es dann auch noch hier in der Region ist, war ein zusätzlicher Pluspunkt.“

Denkbar dramatisch habt ihr mit dem SV Waldhof den Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Wie habt ihr die bittere Niederlage beim SV Meppen verarbeitet?

Ibrahimaj: „Es war schon sehr hart, vor allem weil wir schon zum zweiten Mal in der Relegation gescheitert sind. Ich wollte mich unbedingt mit dem Aufstieg verabschieden - das war mein großer Wunsch! Deshalb ist es umso trauriger, dass ich den Verein verlasse und er immer noch in der Regionalliga spielt. Jeder weiß, dass der Waldhof eigentlich woanders hingehört. Mit der Zeit konzentriert man sich dann natürlich auf die neue Aufgabe. Ich gucke aber auch immer wieder, was beim Waldhof passiert und wünsche dem Verein nur das Beste. Ich hoffe, dass sie dieses Jahr den Aufstieg schaffen.“

Seegert: „Die ersten Tage nach dem Spiel bestanden bei mir einfach nur aus Stillstand und Verzweiflung. Wir haben das ganze Jahr darauf hingearbeitet und sind doch gescheitert. Mein Urlaub in Florida hat mir dann richtig gut getan, um einfach mal rauszukommen und abzuschalten. Dann wurde es von Tag zu Tag etwas besser. Aus zwei solchen Niederlagen kommt man auch gestärkt wieder raus. So eine Erfahrung macht nicht jeder mit. Wir haben jetzt hier eine neue, reizvolle Aufgabe.“

Habt ihr überhaupt die Möglichkeit gehabt, euch richtig von der Mannschaft zu verabschieden?

Ibrahimaj: „Nicht wirklich, da viele Spieler gleich in den Urlaub sind. Natürlich schreibt man nochmal in die mannschaftsinterne WhatsApp-Gruppe und telefoniert mit Einzelnen. Ich werde auch auf jeden Fall bei ein paar Spielen dabei sein und die Daumen drücken!“

Zum Auftakt geht es am Sonntag nach Kiel. Was erwartet euch dort?

Ibrahimaj: „Wir wissen, dass es schwer wird. Kiel ist ein starker Aufsteiger, aber wir haben eine gute Vorbereitung gespielt und werden unsere Stärken zeigen.“

Seegert: „Kiel hat eine eingespielte Mannschaft. Wir haben aber gute Kicker in unseren Reihen und haben einen klasse Zusammenhalt! Deswegen müssen wir uns nicht verstecken.“

Was sind eure Tipps für Sonntag?

Ibrahimaj: „Wir gewinnen 2:0!“

Seegert (lacht): „Ich werde keinen Tipp abgeben.“

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Quelle: Mannheim24

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