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Linsmayer vor Duell seiner Herzensvereine Sandhausen und FCK: „Bin sehr gespannt“

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Von: Nils Wollenschläger

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Am Sonntag empfängt der SV Sandhausen den 1. FC Kaiserslautern. Für Denis Linsmayer wird die Partie etwas ganz Besonderes – wie er im exklusiven Interview verrät:

Wenn der SV Sandhausen am Sonntag (4. September/13:30 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern empfängt, werden in der Brust von Denis Linsmayer zwei Herzen schlagen. Schließlich hat der 30-Jährige zu beiden Vereinen ein außergewöhnliches Verhältnis. Bereits 2004 ist der gebürtige Pirmasenser in die Jugend des FCK gewechselt. Im August 2012 debütiert er für die erste Mannschaft der Roten Teufel.

Denis Linsmayer vor dem Duell SV Sandhausen gegen 1. FC Kaiserslautern

2013 zieht es den bekennenden FCK-Fan zum SV Sandhausen. Bei den Kurpfälzern entwickelt sich Linsmayer nicht nur zum gestandenen Zweitliga-Profi, er schreibt im SVS-Trikot auch Geschichte und avanciert gar zum Rekordspieler der Sandhäuser.

„Ich habe den Verein und die Leute extrem ins Herz geschlossen“, sagt Linsmayer im Gespräch mit HEIDELBERG24 über seine insgesamt acht Jahre am Hardtwald.

Denis Linsmayer hat sowohl für den FCK als auch für den SV Sandhausen gespielt.
Denis Linsmayer hat sowohl für den FCK als auch für den SV Sandhausen gespielt. (Fotomontage) © Uwe Anspach/dpa ; Fotomontage: HEADLINE24

Denis Linsmayer spielt seit Sommer 2021 für den FC Ingolstadt

2021 folgt der Schritt zum FC Ingolstadt. Die Schanzer peilen nach dem Abstieg in die 3. Liga aktuell den direkten Wiederaufstieg an. Seine beiden Ex-Klubs Sandhausen und Kaiserslautern verfolgt Denis Linsmayer dennoch weiterhin so intensiv wie möglich.

Das Aufeinandertreffen am Sonntag wird das erste sein, bei dem der Mittelfeldspieler weder beim FCK noch beim SVS unter Vertrag steht. Im exklusiven Interview mit HEIDELBERG24 spricht Linsmayer unter anderem über den Saisonstart des FC Ingolstadt, Sandhausen-Trainer Alois Schwartz und den Mythos FCK.

Denis Linsmayer im Interview – das sagt er vor dem Spiel SV Sandhausen gegen FCK

HEIDELBERG24: Herr Linsmayer, mit welchen Zielen sind Sie mit dem FC Ingolstadt in die neue Saison gegangen?

Denis Linsmayer: „Wir wollen definitiv eine gute Rolle spielen. Es ist aber auch klar, dass das Zeit braucht – das sieht man auch bei unseren Mitabsteigern. Wir hatten einen großen Umbruch, aber es ist selbstverständlich, dass wir als Mannschaft den Ehrgeiz haben, bis zum Ende oben mitzuspielen.“

SV Sandhausen - FC Ingolstadt 04
Denis Linsmayer (l) spielt seit dieser Saison für den FC Ingolstadt. © Uwe Anspach/dpa

HD24: Wie fällt das Fazit nach dem Saisonstart aus?

Linsmayer: „Nach dem letzten Spiel und der Niederlage gegen Wiesbaden ist das schwierig zu sagen. Im Großen und Ganzen sind wir nicht unzufrieden, aber mit der Punkteausbeute aus den letzten drei Spielen sind wir natürlich nicht happy.“

Ich verfolge den SVS noch immer sehr. Sie haben unter Alois Schwartz eine eindrucksvolle Rückrunde gespielt.

Denis Linsmayer

HD24: Sie haben den SV Sandhausen vor einem Jahr verlassen. Wie sehr verfolgen Sie ihren Ex-Klub und haben Sie noch Kontakt zu ihren ehemaligen Mitspielern?

Linsmayer: „Ich verfolge den SVS noch immer sehr. Sie haben unter Alois Schwartz eine eindrucksvolle Rückrunde gespielt. Wenn wir nicht zeitgleich spielen, schaue ich mir jedes Spiel an. Sandhausen ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich habe den Verein und die Leute extrem ins Herz geschlossen. Aktuell habe ich vor allem Kontakt zu Erik Zenga, Aleksandr Zhirov und Philipp Klingmann.“

HD24: Mit Alois Schwartz haben Sie von 2013 bis 2016 in Sandhausen zusammengearbeitet. Welchen Anteil hat er am Klassenerhalt im vergangenen Jahr?

Linsmayer: „Ich glaube, dass man seinen Anteil gar nicht hoch genug hängen kann. Er hat der Mannschaft relativ schnell klar gemacht, um was es geht und dass es in der 2. Liga keinen Schönheitspreis zu gewinnen gibt. Es ist immer hypothetisch, aber ich weiß nicht, ob das ein anderer Trainer letztes Jahr so eindrucksvoll hingekriegt hätte. Er hatte auf jeden Fall einen großen Anteil am Klassenerhalt.“

HD24: Was trauen Sie dem SV Sandhausen in dieser Saison zu?

Linsmayer: „Aus meiner Sicht haben sie dieses Jahr eine echt gute Mannschaft, die eingespielt ist. Sie haben jetzt zwar drei Niederlagen in Folge kassiert, aber solche Phasen hat jede Mannschaft während einer Saison. Wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen, dann bin ich mir sicher, dass der SVS einen Platz im gesicherten Mittelfeld erreichen wird.“

Denis Linsmayer avanciert beim SV Sandhausen zum Rekordspieler des Klubs.
Denis Linsmayer avanciert beim SV Sandhausen zum Rekordspieler des Klubs. © Peter Steffen/dpa

HD24: Kommen wir zum 1. FC Kaiserslautern. Man hat den Eindruck, dass das Derby gegen Waldhof Mannheim im September 2021 in gewisser Maßen die positive Entwicklung ausgelöst hat. Wie blicken Sie auf die vergangenen Monate des FCK?

Linsmayer: „Ich habe die Entwicklung mit einer großen Freude verfolgt. Ich bin zwar nicht immer in Kaiserslautern, aber ich kriege von meinen Freunden und meinem Umfeld viel mit. Da merkt man schon, dass die Euphorie riesig ist. Ich glaube auch, dass das Derby gegen Waldhof ein Turnaround war, als man in doppelter Unterzahl das 0:0 erkämpft hat. Das hat auf jeden Fall etwas mit der Mannschaft gemacht. Ähnlich wie beim SVS haben alle verstanden, dass man 90 Minuten Vollgas geben muss. Wenn sich eine Mannschaft mal findet und eine Eigendynamik entwickelt, dann kommst du in einen Flow und kannst auch enge Spiele gewinnen.“

HD24: Haben Sie noch Kontakt zu FCK-Spielern?

Linsmayer: „Ja, ich habe noch sehr gute Kontakte zu Hendrick Zuck und Jean Zimmer. Mit Philipp Klement ist jetzt auch ein ehemaliger Mitspieler aus Jugendzeiten zum FCK zurückgekehrt. Zudem ist Niklas Martin, der inzwischen Co-Trainer ist, ein guter Freund von mir. Ähnlich wie in Sandhausen kenne ich noch etliche Leute.“

HD24: Mit Blick auf den Zusammenhalt zwischen den Fans und der Mannschaft: Welche Bedeutung nimmt hier die aktuelle Spielweise des FCK ein? 

Linsmayer: „Der FCK stand schon immer für Wille und Leidenschaft. Mit der positiven Entwicklung ist das auf jeden Fall ein weiterer Faktor, der Mannschaft und Fans deutlich enger zusammengeschweißt hat. Es gibt da auch wieder Parallelen zum SVS. Wenn du merkst, dass da eine Truppe ist, die sich zerreißt und alles gibt, dann werden auch mal Fehler verziehen. Dass du auch nicht jedes Spiel gewinnen kannst, ist klar. Aber dieser Zusammenhalt ist sehr wichtig.“

Ich bin überzeugt, dass der FCK nicht in Abstiegsnot geraten wird.

Denis Linsmayer

HD24: Waren Sie im Mai bei den Relegationsspielen gegen Dresden vor Ort?

Linsmayer: „Ich war beim Hinspiel in Kaiserslautern und war dort auch schon frühzeitig mit meinem Bruder und Freunden in der Stadt. Auch wenn das Spiel nicht so prickelnd war, war das ein echtes Highlight. Das Rückspiel habe ich dann vor dem Fernseher verfolgt. Mein Handy ist nach dem Spiel explodiert. Ich habe viele Video-Anrufe direkt aus Dresden und später auch aus Kaiserslautern bekommen.“

Denis Linsmayer 2012 im Trikot des 1. FC Kaiserslautern.
Denis Linsmayer 2012 im Trikot des 1. FC Kaiserslautern. © Uwe Anspach/dpa

HD24: Was trauen Sie dem 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison zu?

Linsmayer: „Es war ja immer Fluch und Segen zugleich, dass der FCK ein gefühlter Bundesligist ist und das Umfeld entsprechend nie zufrieden war – selbst wenn man in der 2. Liga oben mitgespielt hat. Ich habe jetzt das Gefühl, dass die vier Jahre in der 3. Liga viel mit den Menschen gemacht haben. Vor allem was das Thema Demut betrifft. Dass man nach einem guten Start träumt, ist normal, aber der FCK tut gut daran, bescheiden zu bleiben. Sie müssen die 2. Liga annehmen, was sie bisher bravourös machen. Ich sehe den FCK auch deutlich gefestigter als die anderen Aufsteiger. Mit Dirk Schuster haben sie einen Trainer, der weiß, wie die 2. Liga funktioniert. Ich bin überzeugt, dass der FCK nicht in Abstiegsnot geraten wird. Letztlich sollte es für einen guten Mittelfeldplatz reichen.“

HD24: Auch Ex-FCK-Profis wie Dominique Heintz und Tobias Sippel sind weiterhin sehr mit dem Klub verbunden. Woran liegt das?

Linsmayer: „Wenn du aus der Region kommst, dann wird dir das in die Wiege gelegt und du bist von Anfang an mit dem „FCK-Virus“ infiziert. Der Klub bedeutet den Leuten in der Pfalz und in der Region sehr viel. Nach den schweren Jahren ist es aktuell eine schöne Momentaufnahme.“

Der FCK ist mein Kindheitsverein, aber auch der SV Sandhausen ist für mich nach acht Jahren ein Herzensverein.

Denis Linsmayer

HD24: Wie gespalten ist das eigene Fanherz mit Blick auf das Spiel am Sonntag?

Linsmayer: „Es ist schon sehr gespalten. Der FCK ist mein Kindheitsverein, aber auch der SV Sandhausen ist für mich nach acht Jahren ein Herzensverein. Ich hatte dort eine ganz tolle Zeit, in der wir Geschichte geschrieben haben. Ich bin jedenfalls sehr gespannt und freue mich riesig auf das Spiel.“

HD24: Zum Abschluss: Wie lautet ihr Tipp?

Linsmayer: „Im Tippen bin ich generell nicht gut. Ich gönne beiden Teams in dieser Saison jeweils einen Sieg gegeneinander.“

HD24: Vielen Dank für das Interview! (nwo)

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