Nun äußert sich Uli Hoeneß 

Alba Berlin schafft Cheerleader ab: Zieht Bayern Basketball nach?

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Alba Berlin verzichtet auf Basketball-Cheerleader.

Basketball-Klub Alba Berlin schafft bei Heimspielen die Cheerleader ab. Nun hat sich Uli Hoeneß zu der diesbezüglichen Sichtweise beim FC Bayern geäußert.

München - Sport oder sexistische Vorführung? In der Debatte um Cheerleader hat sich BBL-Klub Alba Berlin für Zweiteres entschieden. So werden die Tänzerinnen, trotz mehrerer Auszeichnungen, aus dem Heimspiel-Programm der Basketballer gestrichen. „Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt“, erklärt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi die Entscheidung. 

Bei den Alba-Heimspielen sei der Eindruck entstanden, dass die Frauen vor allem für die tanzende Pausenunterhaltung zuständig seien, während die Männer Basketball spielen würden. Die Realität sei jedoch eine andere. „Mit unserem breiten Jugendprogramm sind wir ein wichtiger Sozialakteur geworden, der Mädchen und Jungen gleichermaßen für unseren Sport begeistert.“ In Zukunft wolle der Klub stärker fördern, dass Frauen im Basketball als Spielerinnen sichtbar und zu Vorbildern werden. 

Cheerleaderin widerspricht Baldi und Alba

Der Klub will also nicht, dass die Frauen auf sexistische Art und Weise objektifiziert werden. Diesen Eindruck haben die Tänzerinnen allerdings nicht. Valesca Stix, die Cheerleader-Chefin, äußerte sich gegenüber der Bild und kritisierte die Entscheidung des Klubs. Es sei zwar kein Problem, dass der Klub sich bezüglich des Heimspiel-Rahmenprogramms umorientieren wolle, aber die Begründung sei in diesem Fall „natürlich komisch“. „Dass wir so dargestellt werden, ist nicht schön“, erklärt sie. 

Die Alba-Dancers trainierten unter professionellen Bedingungen, jedes Jahr mussten sich die Tänzerinnen neu bewerben. Das Team, das laut Bild sogar einen Hauptsponsor hatte, wird nun nicht mehr weitermachen - zum Ärger der Sportlerinnen. „Die Mädchen sagen auch, das hätten sie so nicht verdient. 25 Jahre auf diese Art, mit dieser Begründung  zu beenden, ist der Mädchen nicht würdig“, so Stix weiter.

„Jede darf doch selbst entscheiden, ob sie tanzt.“ Es werde schließlich niemand gezwungen, mitzumachen. Die Mädchen seien gestandene Frauen „von Zahnärztin über Psychologin bis Stewardess.“

FC Bayern Basketball: Uli Hoeneß will Tänzerinnen fragen

Auch die Basketball-Abteilung des FC Bayern München hat auf die Alba-Entscheidung reagiert und wolle die Situation im eigenen Verein prüfen. „Am Ende muss man die Mädchen fragen“, so Bayern-Präsident Uli Hoeneß gegenüber der dpa. Der grundsätzlichen Haltung von Baldi und Alba könne er zwar zustimmen, die träfe beim FCBB allerdings weniger zu: „Wenn man dies macht, nur um junge Frauen zu präsentieren, die möglichst wenig anhaben, dann ist die Entscheidung von Berlin richtig. Aber ich sehe das bei uns als Sport und habe nicht das Gefühl, dass es darauf angelegt ist, die Mädchen vorzuführen.“

Basketball-Geschäftsführer Marko Pesic schloss sich der Meinung an. „Wenn ich mir unsere Mädels anschaue und sehe, wie oft und hart die trainieren, dann ist das nicht Tanzen, sondern Sport.“ Vereinsintern wurde das Thema laut eines Sprechers wohl schon angesprochen. Das Publikum sei dafür, „dass diese Gruppe ein Bestandteil des Spieltags ist.“

Uli Hoeneß gab kürzlich ein längeres Interview. Dort sprach er unter anderem über „die größte Überraschung seines Lebens“, die Investoren-Debatte beim FC Bayern und einen erneuten Transfer-Angriff auf Leroy Sané. Außerdem lobte er Niko Kovac und sagte, dass es „unglaublich“ sei, dass er es in der letzten Saison geschafft hat, einen gewissen Aspekt umzusetzen.

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ta

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