Am Freitag gegen Tschechien

Handball-EM: Deutsche Gegner in der Zwischenrunde stehen fest

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Bundestrainer Christian Prokop.

Erneut ein Krimi, erneut ein 25:25: Die deutschen Handballer haben mit dem zweiten Remis bei der EM gegen Mazedonien den Gruppensieg verpasst und einen Dämpfer auf dem Weg ins angestrebte Halbfinale erhalten. Nun geht es gegen Tschechien.

Update vom 18. Januar 2018: In der Hauptrunde der Handball-EM trifft die Deutsche Nationalmannschaft auf die Auswahl von Tschechien. So sehen sie die Partie live im TV und im Live-Stream.

Christian Prokop nahm mit versteinerter Miene einen tiefen Schluck aus der Wasserflasche, seine Schützlinge standen mit gesenkten Köpfen auf dem Feld. Nach dem 25:25 (12:11) gegen Mazedonien und dem verpassten EM-Gruppensieg überwog bei Deutschlands Handballern am Mittwoch der Frust. „Ich bin einfach unglaublich sauer gerade“, schimpfte Torwart Andreas Wolff. Und DHB-Vizepräsident Bob Hanning kritisierte: „Die letzte Aktion war einfach nicht gut genug. Da haben wir den Sieg leichtfertig vergeben.“

Zwar zog der Europameister ohne Niederlage in die Hauptrunde, darf sich dort im Kampf um den Einzug ins Halbfinale aber keine Patzer mehr erlauben. „Wir haben weiter alle Optionen, müssen jetzt aber Vollgas geben“, sagte Prokop.

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Statt sich drei Tage zu erholen, müssen die Bad Boys bereits am Freitag schon wieder gegen Tschechien ran. Für Prokop kein Problem: „So bleiben wir im Rhythmus.“ Weitere Gegner in der nächsten Turnierphase sind Olympiasieger Dänemark am Sonntag und Vize-Europameister Spanien am kommenden Mittwoch. Alle drei Rivalen weisen wie die DHB-Auswahl 2:2 Punkte auf. Mazedonien führt mit 3:1 Zählern, Slowenien ist Letzter (1:3).

Kurz vor Schluss hatte Prokops Mannschaft gegen Gruppensieger Mazedonien sogar noch die Chance zum Sieg, nachdem Keeper Silvio Heinevetter mit einer sensationellen Parade zwölf Sekunden vor dem Ende eine Niederlage verhindert hatte. „Wir spielen zu undiszipliniert die letzte Szene“, sagte der Bundestrainer verärgert. „Da haben wir mit Sicherheit keine glückliche Entscheidung getroffen. Da gibt es andere Lösungen, die besser gewesen wären.“

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Schon am Montag hatte die DHB-Auswahl beim 25:25 gegen Slowenien für einen Handball-Krimi gesorgt. „Schade um die zwei Punkte, es wäre mehr drin gewesen“, stellte Rechtsaußen Patrick Groetzki nach dem zweiten Remis binnen 48 Stunden fest.

Neben den überzeugenden Torhütern Wolff und Heinevetter zeigten vor allem Steffen Weinhold mit sieben Treffern und der nachnominierte Finn Lemke in der Abwehr starke Leistungen. „Steffen hat eine ganze starke Partie im Angriff gezeigt. Und Finn hat der Abwehr die erhoffte Sicherheit und Stabilität gegeben“, lobte Prokop.

Ansonsten ließ die DHB-Auswahl vor rund 6500 Zuschauern in der Arena Zagreb vor allem in der Offensive vieles vermissen. Da spielte der Europameister ohne Ideen und profitierte bei seinen ersten Treffern zumeist davon, dass kein Torhüter im gegnerischen Gehäuse stand. Immer wieder setzten die Mazedonier im Angriff auf den siebten Feldspieler, was die DHB-Auswahl nach Ballverlusten zu leichten Toren nutzte.

Im Angriff hatte der Bundestrainer diesmal Steffen Fäth schon früh als Spielmacher eingesetzt. Im Aufbau aber haperte es dennoch an Tempo und Variabilität. „Da sind zu viele unter ihren Möglichkeiten geblieben“, rügte Prokop.

Rückkehrer Lemke lieferte dagegen eine beeindruckende Vorstellung ab und war danach sichtlich zufrieden. „Ich hab' richtig Bock auf die Hauptrunde. Das werden coole Spiele. Dänemark ist geil, Spanien macht immer Spaß und Tschechien ist eine Wundertüte“, sagte der 2,10 Meter große Hüne über die kommenden Gegner.

Dann wird sein Können wieder gefragt sein, denn Lemke hielt die Defensive zusammen, dirigierte, motivierte - und überzeugte früh mit seinem aggressiven Abwehrspiel. Nach rund 20 Minuten lag die DHB-Auswahl erstmals mit drei Toren (10:7) in Front.

Was der Titelverteidiger aber insgesamt im Angriff ablieferte, blieb schwach. Reichmann, Wiencek und Co. vergaben etliche gute Möglichkeiten auf eine komfortable Pausenführung. Auch nach dem Wechsel blieb es eng, weil das DHB-Team fast die gesamte Partie überhaupt nicht mit Mazedoniens bulligem Kreisläufer Zharko Peshevski zurechtkam.

Der Glaube ans Halbfinale ist aber nach wie vor da. „Wir dürfen uns keinen Ausrutscher mehr erlauben“, sagte Kreisläufer Patrick Wiencek. „Aber vor zwei Jahren hat man gesehen, was mit zwei Punkten in der Hauptrunde möglich ist.“ Damals wurde Deutschland Europameister.

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