Europa League

Training statt Finalturnier: Wolfsburgs ernüchterndes Aus

Taison (l) von Schachtjor Donezk und Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg kämpfen um den Ball. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
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Taison (l) von Schachtjor Donezk und Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg kämpfen um den Ball. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Die Corona-Saison 2019/2020 ist für den VfL Wolfsburg endgültig vorbei. Gegen Schachtjor Donezk verpasst man völlig verdient das Europa-League-Endrunden-Turnier. Der Trend kann dem Club nicht gefallen. Auch Donezk zeigt ihm seine Schwächen auf.

Wolfsburg (dpa) - Nach ihrem Europa-League-K.o. in der Ukraine bekamen die Spieler des VfL Wolfsburg erst einmal vier Tage frei.

Der Fußball-Bundesligist darf in der nächsten Woche nicht am Endrunden-Turnier der besten acht Teams in Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen und Köln teilnehmen. Und so hat das ernüchternde 0:3 (0:0) beim ukrainischen Serienmeister Schachtjor Donezk dieses für die Trainings- und Spielplan-Gestaltung so schwierige Corona-Jahr für die Niedersachsen noch weiter ausgefranst.

Nach einer kurzen Winter-, einer zweimonatigen Corona- und einer für den VfL offenbar zu langen Nach-Bundesliga-Pause folgt jetzt wieder ein gut fünfwöchiger Einschnitt, ehe es dann im September mit dem DFB-Pokal, dem Bundesliga-Start und den drei Qualifikationsrunden für die nächste Europa-League-Saison umso stressiger weitergeht. "Wir hatten für alle Szenarien einen Plan entworfen und wollten natürlich nicht den für das Ausscheiden aus der Schublade holen", sagte Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner. "Aber wir werden jetzt noch mal ein paar Tage frei machen und uns dann intensiv auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten. Da kommt ein schönes Programm auf uns zu."

In der Theorie wollen die "Wölfe" aus diesem Achtelfinal-Aus lernen und dann in der nächsten Saison weiter kommen. "Wir waren in den entscheidenden Momenten nicht reif genug. Das ist der nächste Entwicklungsschritt", sagte Glasner. "In Summe war der Auftritt in der Europa League aber sehr positiv. Wir wollten in die K.o.-Phase einziehen - das haben wir sehr souverän geschafft. Wir haben auch das erste K.o.-Duell gegen Malmö sehr eindrucksvoll gewonnen. Jetzt kam eben eine Mannschaft aus der Champions League, die über sehr viel Qualität verfügt. So weit waren wir in diesem Jahr noch nicht, dass wir gegen so eine Mannschaft weiterkommen können."

In der Praxis aber führten die mit mehr Brasilianern als Ukrainern auflaufenden Donezker dem VfL schonungslos vor Augen, dass er sich für seine nächste internationale Kampagne erheblich verbessern und wohl auch personell verstärken muss. Zwar lässt sich bedingt durch die vielen Unterbrechungen nur schwer ein roter Faden durch die vergangenen Wochen und Monate ziehen. An zwei Auffälligkeiten stören sich die Wolfsburger aber schon: Der Mannschaft fehlte schon in der vergangenen Bundesliga-Saison die Angriffswucht, um ein wirkliches Spitzenteam zu sein. Sämtliche Champions-League-Kandidaten erzielten minimum 13 (Leverkusen) oder sogar 33 (Leipzig) Saisontore mehr.

In den entscheidenden Monaten von Ende Mai bis zum Mittwochabend in Kiew verlor der VfL dann auch noch die defensive Stabilität, die Glasners Arbeit lange Zeit auszeichnete. Alle Tore des ukrainischen Meisters fielen durch Junior Moraes (89./90.+3 Minute) und Manor Solomon (90.+1) zwar erst in den Schlussminuten. Allerdings hätte Schachtjor schon zur Halbzeit mit mindestens 3:0 führen können.

Bis zum Ende der Transferfrist in zwei Monaten wollen die Niedersachsen neben einem Stürmer und einem offensiven Flügelspieler deshalb auch noch einen neuen Innenverteidiger holen. Robin Knoche (zum 1. FC Union Berlin) hat den Club auf dieser Position bereits verlassen. Mindestens einer aus dem Trio Marcel Tisserand, Jeffrey Bruma und John Anthony Brooks dürfte noch folgen.

Denn die Ambitionen sind in Wolfsburg weiter hoch. "Wir wissen jetzt, wie geil es ist, Europa League zu spielen", sagte Koen Casteels. "Natürlich werden wir alles dafür tun, die drei Qualifikationsrunden zu überstehen und wieder in die Gruppenphase reinzurutschen."

© dpa-infocom, dpa:200806-99-59567/4

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