Rekordspieler nicht mehr gefragt

Nachfolger für Pal Dardai: Holt Hertha diesen Meistertrainer?

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Hertha BSC Berlin sucht einen Nachfolger für Trainer Pal Dardai.

Pal Dardai und Hertha BSC Berlin streben im Sommer eine Veränderung an: Der langjährige Cheftrainer verlässt den Verein im Sommer. Nun gibt es einen heißen Nachfolge-Kandidaten.

Update vom 20. April 2019:

Fußball-Bundesligist Hertha BSC ist einem Medienbericht zufolge an einer Verpflichtung von Trainer Gerardo Seoane als Nachfolger von Pal Dardai interessiert. Der 40 Jahre alte Schweizer sei Topkandidat von Geschäftsführer Michael Preetz, berichtete die „Bild“-Zeitung am Samstag auf ihrer Internetseite. Die Berliner kommentierten dies auf Anfrage nicht.

Seoane hatte vergangene Woche in seiner ersten Saison als Chefcoach beim BSC Young Boys vorzeitig die Schweizer Meisterschaft mit dem Verein aus Bern perfekt gemacht. Zuvor trainierte der frühere Profi als Nachfolger von Markus Babbel für ein halbes Jahr den FC Luzern und wechselte anschließend zu den Young Boys. Dort besitzt er noch einen Vertrag bis Ende Juni 2021. Einer seiner Assistenten ist Harald Gämperle, der bereits unter Lucien Favre als Co-Trainer bei Hertha tätig war.

Paukenschlag bei Hertha BSC: Pal Dardai ab Sommer nicht mehr Chefcoach

Es hatte sich angedeutet und nun steht es fest: Pal Dardai verlässt die alte Dame im Sommer. Der Hauptstadtklub verkündete die Entscheidung am Dienstagvormittag offiziell: „Nach eingehender Analyse der Gesamtsituation kam man gemeinsam zu dem Ergebnis, dass eine Veränderung auf der Trainerposition im Sommer für Hertha BSC die richtige Entscheidung ist“, teilte er dem SID mit.

Pal Dardai: Hertha-Aus nach über vier Jahren

Auch Dardai selbst stellt sich hinter die Entscheidung der Vereinsführung um Michael Preetz: „Manchmal ist es so, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist. Ich habe immer betont, dass es mir um das Beste für Hertha BSC geht, denn Hertha ist und bleibt mein Zuhause.“ 

So endet seine Zeit als Berliner Chefcoach in diesen Sommer nach viereinhalb Jahren. Hinter Freiburgs Trainer-Ikone Christian Streich ist er damit aktuell der dienstälteste Übungsleiter im deutschen Oberhaus. Außerdem ist der Ungar Rekordspieler bei der Hertha. Dass er nach einem Jahr Pause zur alten Dame zurückkehren wird, beweist seine enge Verbundenheit zum Klub. 

„Mein Zuhause“: Pal Dardai bleibt Hertha BSC erhalten

Im Sommer 2020 wird Dardai wieder auf den Trainingsplätzen der Hertha anzutreffen sein. Er wird eine Jugendmannschaft übernehmen. Schon vor seiner Zeit als Coach der Profis trainierte er die U17 der Berliner. Welches Team er kommendes Jahr betreuen wird, steht allerdings noch nicht fest. Damit beweist der Verein, dass er nicht an den Qualitäten seines Trainers zweifelt. Nur für die Herrenmannschaft scheint er nicht mehr der Richtige. 

Dardai-Aus: Hertha-Manager Michael Preetz sucht keinen Tiefstapler

Dass die Hertha momentan einen heftigen Negativlauf mit fünf Niederlagen in Serie durchmacht, ist nur ein Grund für das Ende der Ära Dardai. Der heute 43-Jährige hatte die Profis im Februar 2015 übernommen und aus dem Abstiegskampf geführt. Seitdem genießt er einen besonderen Status im Verein, sein Vertrag beinhaltet eine Klausel, die ihn für immer an die Hertha hätte binden können, erst im Januar verlängerte Preetz um ein weiteres Jahr mit seinem Cheftrainer. 

Knapp drei Monate später macht Preetz Schluss. Es ist keine Reaktion auf die bislang verpatzte Rückrunde, sondern ein Statement gegen Herthas ewige Rolle als graue Maus. Im Januar noch auf Schlagdistanz zu den internationalen Plätzen, rutschte die Dardai-Elf mittlerweile bis auf Platz elf ab. Es ist eine Rückrunde, die in Berlin mittlerweile für ebenso wenig Aufregung sorgt, wie Jutebeutel und Club-Mate, seit Jahren ist das in der Hauptstadt eben üblich.

Denn Dardai war immer bemüht, den Ball flach zu halten. Auch spektakulären Siegen, wie dem 2:0 gegen den FC Bayern, ließ er keine Kampfansagen folgen. Forderte konzentrierte Arbeit an den Basics. Das reicht der Klubführung nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre allerdings nicht mehr. In Berlin sieht man die Hertha als schlafenden Riesen, träumt von Europapokal-Abenden und einem eigenen Stadion. Die Stadt beschreibt sich als „arm aber sexy“, mehr Sex-Appeal wünscht sich dabei auch die alte Dame, das meist dürftig gefüllte Olympiastadion ist ein schmerzender Dorn im Auge der Verantwortlichen. Mit einem neuen Cheftrainer soll das Image des öden Mittelfeldklubs abgelegt werden.

mb

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