Schneller in Rolle gewachsen

„Wirkt wie ein Beschleuniger“: Bayern-Vorstand Oliver Kahn überrascht mit Aussage zur Corona-Krise

Vom Torwart zum Vorstand: Oliver Kahn beim FC Bayern München.
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Vom Torwart zum Vorstand: Oliver Kahn beim FC Bayern München.

Oliver Kahn musste wegen der Corona-Krise schneller in seine neue Rolle reinwachsen. 

Update vom 15. Mai 2020: Die Corona-Krise hat sich für Oliver Kahn in der Startphase als Bayern-Vorstand sogar als hilfreich erwiesen. „Klar, so eine Krise wirkt auch immer irgendwo wie ein Beschleuniger. Das heißt, ich bin dann auch sehr, sehr schnell in die Themen rein gekommen“, sagte der 50-Jährige am Freitag in einem Interview auf dem Youtube-Kanal des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Der langjährige Weltklasse-Torhüter ist seit dem 1. Januar Mitglied in der Münchner Führungsetage.

Den Wiederbeginn der Bundesliga am Wochenende sieht Kahn als Herausforderung und Chance zugleich. „Ich denke, alle, die sich im Moment mit der Fußball-Bundesliga beschäftigen, haben sicher gemischte Gefühle. Keine Frage: In der jetzigen Situation wieder Fußball zu spielen - ich denke, alle wissen, was das bedeutet.“

Die Liga könne indes auch Vorreiter und Beispiel sein: „Die große Chance, die wir haben, ist, diese Liga, die Fußball-Bundesliga, zu Ende zu spielen.“ Dagegen könnten die Folgen eines Saison-Abbruchs wie in Frankreich „sicherlich verheerend“ sein, meinte Kahn. „Wir müssen die Situation jetzt so annehmen, wie sie ist.“

Er glaube, dass die Profis trotz der wochenlangen Pause beim Re-Start „topfit“ sind. Es fehle natürlich an Spielpraxis. „Ein, zwei, drei Spiele wird es schon dauern, um wieder in den Wettkampfmodus reinzukommen“, meinte der dreimalige Welttorhüter und Vize-Weltmeister von 2002.

FCB-Präsident will Schlüsselrolle für Kahn und warnt: „Wenn wir nicht bald anfangen zu spielen ...“

Update vom 2. Mai, 15.45 Uhr: Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München*, steht einer Lockerung der 50+1-Regel auch aufgrund der Corona-Krise* aufgeschlossen gegenüber. Der ehemalige adidas-Boss meinte in einem Interview für eine ZDF-Reportage, „50+1 hat bestimmten Vereinen nicht geholfen. Aber ich bin der Meinung, dass man es den Vereinen selbst überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben. Man kann das in die Eigenverantwortung der Vereine geben.“

Bundesliga: FC Bayern-Präsident Herbert Hainer gegen 50+1-Regel - „FC Bayern hat keine ...“

Im deutschen Fußball verhindert die 50+1-Regel, dass Investoren mehr als die Hälfte, also mehr als50 Prozent, der Anteile eines Vereins übernehmen. Zuletzt warnte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke davor, dass ein Abbruch der Spielzeit „zur großen Stunde der 50+1-Kritiker, die dann alles versuchen werden, um den deutschen Fußball auch nach angelsächsischem Vorbild zu organisieren“ bedeuten würde.

Hainer hält die Corona-Krise für eine „sehr herausfordernde Situation für die gesamte Liga“. Der Profifußball sei „nur ein Produkt, und das dürfen wir im Moment nicht zeigen.“ Darum müsse „wieder anzufangen zu spielen. Und wir müssen eben, wenn es nicht anders geht, Geisterspiele machen.“ Denn auch der Hoeneß-Nachfolger weiß, „wenn wir nicht zum Spielen kommen, wird es diese Liga so nicht mehr geben.“ Hainer selbst muss sich jedoch keine Sorgen um den FC Bayern machen, der „wirtschaftlich und personell hervorragend aufgestellt ist. So wie man das heute absehen kann, werden wir die Krise gut überstehen.“ Doch er betint klar, „auch der FC Bayern hat keine unendlichen Ressourcen“.

Erstmeldung vom 1. Mai:

München - Es ist ein ambitioniertes Ziel der Deutschen Fußball Liga (DFL): Der Träger der Bundesliga will sein Premium-Produkt nach der Corona-Krise* komplett umkrempeln und dafür eine Taskforce „Profifußball“ schaffen. Themen wie die mögliche Deckelung von Spielergehältern sollen ganz oben auf die Agenda kommen.

Bundesliga-Taskforce: FCB-Präsident Herbert Hainer bringt Oliver Kahn ins Spiel

Doch wer soll die Taskforce bilden? Wer bringt das notwendige Standing in der Fußballszene dafür mit „Spontan würde ich sagen, dass Oliver Kahn* als derjenige, der in Zukunft die Verantwortung für die FC Bayern München AG* trägt, auch der Richtige für diese Gruppe ist“, erklärte nun FCB-Präsident Herbert Hainer im Interview mit dem Kicker.

DFL-Boss Christian Seifert hatte den schon jetzt polarisierenden Post-Corona-Vorschlag in die Debatte eingebracht, das ungehemmte Investieren und die ungebremsten Gehälter im Profifußball als Lehre aus der Coronavirus-Pandemie und den drohenden wirtschaftlichen Folgen mit klar definierten Grenzen zu versehen.

Bundesliga nach Corona: DFL plant eine Taskforce Profifußball

„Wenn es möglich ist, Managergehälter zu deckeln, dann muss es auch möglich sein, Gehälter von Beratern und Spielern zu deckeln“, sagte Seifert der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ): „Wir brauchen jetzt auch eine Taskforce 'Zukunft Profifußball', die die Rahmenbedingungen definieren muss, unter denen wir künftig spielen wollen. Im DFL-Präsidium haben wir schon besprochen, dass wir, sobald wir wieder atmen können, diese 'Taskforce Zukunft Profifußball' schaffen sollten.“

Hainer ist indes bemüht, für einen baldigen Restart der Bundesliga zu werben. Und argumentiert mit einem „sehr guten Hygiene- und Gesundheitskonzept“. 

FC Bayern München: Herbert Hainer wirbt für baldigen Restart der Bundesliga

Es liege nun an den Klubs und der DFL, den Menschen nahezubringen, „dass durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebes nur ein minimaler Prozentsatz der derzeit noch freien Kapazitäten für Corona-Tests beansprucht wird. Wir müssen erklären, dass den Bürgern dadurch also nicht ein einziger Test vorenthalten wird“. 

Der Präsident des deutschen Rekordmeisters warnte eindringlich: „Wenn wir nicht bald wieder anfangen zu spielen, wird die Bundesliga hinterher nicht mehr so aussehen wie heute.“

Ex-DFL-Boss Andreas Rettig kritisiert FC-Bayern-Sportchef Salihamidzic für seine Transfer-Ankündigung.

pm

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