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Dietrich Mateschitz ist tot: „So viele Menschen schulden dir so viel“

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Von: Alexander Kaindl

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Er schuf ein Imperium - aus einer Dose. Dietrich Mateschitz machte sich so zum zigfachen Milliardär. Mit seiner Marketingstrategie prägte er auch den Sport. Jetzt ist er gestorben.

Update vom 23. Oktober, 08.21 Uhr: Der Tod von Dietrich Mateschitz sorgt vor allem in der Formel 1 für Trauer. Der Österreicher war ein großer Motorsport-Fan, hatte mit Red Bull und AlphaTauri sogar zwei Teams in der Königsklasse am Start. Christian Horner, Teamchef von Red Bull, schrieb bei Instagram: „Danke Dietrich. Was du für so viele Menschen getan hast, ist nicht zu begreifen. Deine Integrität, Leidenschaft, Vision, Motivation, Unterstützung und Humor werden nie vergessen werden. So viele Menschen schulden dir so viel, niemand mehr als ich.“

Weltmeister Max Verstappen, der am Sonntag von Platz zwei aus ins USA-Rennen (hier im Live-Ticker) gehen wird, erklärte unmittelbar nach der Todesnachricht: „Wir möchten ihn morgen stolz machen.“ Sebastian Vettel, der mit Red Bull vier Mal Weltmeister wurde, sagte, dass Mateschitz jemand ganz besonderes gewesen sei, „der das geschafft hat, wovon andere nicht gedacht hätten, dass es möglich ist“.

Bemerkenswert: Von RB Leipzig gab es am Sonntagmorgen (Stand: 8.30 Uhr) noch keine öffentliche Anteilnahme. Auf der Homepage und in den sozialen Netzwerken war lediglich von der Aufholjagd in Augsburg (3:3 nach 0:3-Rückstand) zu lesen.

Mateschitz hatte auch im Fußball namhafte Adressen geschaffen. Die Bier-Wette mit Uli Hoeneß, dass RB Leipzig zwischen 2019 und 2022 mindestens einmal Deutscher Meister wird, hat er aber verloren.

Erstmeldung vom 23. Oktober, 06.04 Uhr: Fuschl - Dietrich Mateschitz ist tot. Der Red-Bull-Gründer ist am Samstag im Alter von 78 Jahren gestorben. Das Unternehmen mit Sitz in Fuschl informierte die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kurz vor Mitternacht in einer Mail, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. „In diesen Momenten überdeckt Trauer alle anderen Gefühle. Aber schon bald wird die Trauer Platz machen für Dankbarkeit, dafür, was er verändert, bewegt, bewirkt und so vielen Menschen ermöglicht hat. Wir werden ihm respektvoll und liebevoll verbunden bleiben“, hieß es darin. Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA starb der öffentlichkeitsscheue Milliardär an Krebs.

Dietrich Mateschitz ist tot: Red-Bull-Gründer im Alter von 78 Jahren verstorben

Mateschitz prägte mit seinem Unternehmen und seiner Marketingstrategie über viele Jahre den Sport weltweit. Zum Imperium des Österreichers gehören neben dem Fußball-Bundesligisten RB Leipzig unter anderem auch der Eishockey-Club Red Bull München sowie die Formel-1-Teams Red Bull und Alpha Tauri, ehemals Toro Rosso. Weltweit stehen zahlreiche Sportler bei Red Bull unter Vertrag.

„Er hat eine Marke kreiert und einen Bereich, den es vorher nicht gab. Was er für den Sport gemacht hat und wie viel er dem Sport gegeben hat, hat es davor nicht gegeben“, sagte Mercedes‘ österreichischer Motorsportchef Toto Wolff beim Sender Sky. 

Dietrich Mateschitz ist im Alter von 78 Jahren verstorben.
Dietrich Mateschitz ist im Alter von 78 Jahren verstorben. © Sven Simon / Imago

Dietrich Mateschitz: Sein Sohn könnte sein Nachfolger werden

Mateschitz gründete zusammen mit dem Thailänder Chaleo Yoovidhya 1984 das Unternehmen. Bei einem Asien-Besuch hatte er zuvor die stimulierende Wirkung des Energiegetränks Kraetin Daeng („Roter Stier“) kennengelernt. Mateschitz hielt 49 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, die Familie seines Geschäftspartners die anderen 51 Prozent. Wer nun die Führung des Unternehmens antritt, ist zunächst offen. Seit ein paar Jahren wird sein Sohn, den Mateschitz mit seiner ehemaligen Lebensgefährtin hat, als potenzieller Nachfolger aufgebaut. 

Mit seinem Unternehmen wurde Mateschitz zum Multimilliardär. Das Magazin „Forbes“ listete ihn Ende September unter den Superreichen der Welt mit einem Vermögen von 19 Milliarden Dollar (19,7 Milliarden Euro) auf Rang 75. Nach seinem anfänglichen Interesse an Architektur hatte sich der Steirer entschlossen, an der Wiener Hochschule für Welthandel Betriebswirtschaft zu studieren. 

Red Bull mit Erfolg im Fußball und in der Formel 1

Der Weg hatte den am 20. Mai 1944 in St. Marein im Mürztal geborenen Mateschitz danach über die Marketingabteilung von Unilever und Jacobs zum Zahnpastahersteller Blendax geführt, ehe sich Mateschitz mit Red Bull selbstständig machte. Zu dem Marketingkonzept des Unternehmens im Sport gehörte vor allem die direkte Identifikation mit der Marke und deren Namen. 

Dass das RB bei RB Leipzig für RasenBallsport und nicht für Red Bull steht, liegt nur am Werbeverbot in Vereinsnamen im deutschen Profi-Fußball. In Salzburg und New York tragen beide Clubs den Firmennamen. 

Mateschitz und Red Bull: Immobilien und Medien zählen ebenfalls zum Imperium

In der Formel 1 feierte Mateschitz mit Sebastian Vettel die erfolgreichste Zeit, von 2010 bis einschließlich 2014 holten der gebürtige Heppenheimer und Red Bull jeweils den Fahrer- und den Konstrukteurstitel. Im vergangenen Jahr kehrte Red Bull mit Weltmeister Max Verstappen auf den Thron zurück und dominiert auch in diesem Jahr die Motorsport-Königsklasse. Mateschitz‘ Imperium umfasst neben Sport und Immobilien auch diverse Medien, darunter ein eigener TV-Sender. Kritik an den oftmals hochriskanten Sportarten, in und mit denen Red Bull für sich wirbt, gab es auch immer wieder, da es bei Werbedrehs auch schon zu tödlichen Unfällen und Stürzen kam. (akl/dpa)

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