1. FC Kaiserslautern

Investoren-Streit beim FCK eskaliert: Aufsichtsratschef Wilhelm erklärt Rücktritt

Jörg Wilhelm (M.) tritt von seinem Amt beim FCK zurück.
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Jörg Wilhelm (M.) tritt von seinem Amt beim FCK zurück.

Kaiserslautern – Nach dem Investoren-Zoff beim 1. FC Kaiserslautern hat FCK-Aufsichtsratschef Jörg Wilhelm am Montag seinen Rücktritt erklärt.

  • 1. FC Kaiserslautern: Streit um Investoren-Entscheidung eskaliert.
  • FCK-Aufsichtsratschef Jörg Wilhelm erklärt Rücktritt.
  • FCK ist zuvor anwaltlich gegen Wilhelm vorgegangen.

Update vom 3. August: Jörg E. Wilhelm, Aufsichtsratsvorsitzende der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, hat am Montag (3. August) seinen Rücktritt erklärt. Das berichtet der SWR. „Ich trete mit sofortiger Wirkung von meinen sämtlichen Ämtern, namentlich Aufsichtsratsvorsitzender der 1. FCK Management GmbH &Co KGaA, der Mitgliedschaft im Beirat derselben sowie als Aufsichtsrat des 1. FCK e.V. zurück“, teilt Wilhelm mit. Zudem ist er künftig nicht mehr Mitglied des FCK. Auslöser des Konflikts in der FCK-Führung ist die Entscheidung für eine regionale Gruppe von Investoren gewesen.

Eingedenk all dieser täglich höher werdenden Hürden ist es nun so weit - und das dürfte verständlich sein - dass ich in Zukunft meine Aufsichtsrechte und meinen ungebrochenen Willen zur Schaffung von Transparenz nicht mit der Inanspruchnahme von Anwälten und Gerichten durchsetzen möchte. Ich habe seit Dezember 2019 unzählige Tage in die freiwillige Arbeit für den FCK investiert", so Wilhelm.

1. FC Kaiserslautern: Jörg E. Wilhelm erklärt Rücktritt

Erstmeldung vom 31. Juli: Der Streit um die neue Investorengruppe beim 1. FC Kaiserslautern droht zu eskalieren: Aufsichtsratschef Jörg Wilhelm hat unmittelbar nach der Entscheidung am Mittwoch, künftig auf die regionalen Investoren zu setzen, den Gläubigerausschuss harsch kritisiert. „In 30 Jahren als Anwalt habe ich innerhalb einer Stunde noch nie so viele Lügen gehört“, schrieb Wilhelm via Twitter.

1. FC Kaiserslautern: Investoren-Streit mit Aufsichtsratschef Jörg Wilhelm droht zu eskalieren

Der Grund: In der Vergangenheit hat Wilhelm immer wieder für die Investorengruppe um den 71-jährigen deutschen Unternehmer Horst Peter Petersen aus Dubai geworben, die letztlich nicht den Zuschlag erhalten hat. Nun hat Wilhelm im Interview mit dem SWR seinen Standpunkt erneut deutlich gemacht und kritisiert, dass es „keine vertragliche Vereinbarung“ mit den regionalen Investoren gibt.

Gleichzeitig kündigte er an, sich am Freitag zum Thema der Investorensuche selbst detailliert äußern zu wollen. Dazu wird es nun zunächst aber nicht kommen, denn der Klub geht juristisch gegen seinen Aufsichtsratsvorsitzenden vor. Wie der FCK am Donnerstagabend mitgeteilt hat, ist Wilhelm anwaltlich aufgefordert worden, „es mit sofortiger Wirkung zu unterlassen, ausdrücklich vertrauliche oder vereinsinterne Informationen zu veröffentlichen oder verfügbar zu machen, Funktionsträger zu diskreditieren oder Entscheidungsfindungen zu diffamieren.“

1. FC Kaiserslautern geht anwaltlich gegen Jörg Wilhelm vor

Das Schreiben gilt dabei als „letztmalige Aufforderung“, da Wilhelm „in erheblichem Maße gegen die Interessen des FCK verstoßen“ habe. „Es ist unerträglich und respektlos, das zentrale Gremium in einem vorläufigen Insolvenzverfahren öffentlich herabzuwürdigen und damit die Gläubigerautonomie sowie den ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers mit Füßen zu treten“, findet Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt klare Worte.

Wilhelm ist zudem darüber informiert worden, dass sein Amt nicht mehr allzu sicher erscheint. So schrieb der FCK in seiner Mitteilung, dass „bereits in der kommenden Woche in einer Sitzung des Aufsichtsrats des FCK e.V. darüber beraten und beschlossen werden“ könne, „Prof. Wilhelm aus seinen Ämtern bei der Management GmbH sowie der KGaA mit sofortiger Wirkung abzuberufen“.

Wilhelm schrieb daraufhin bei Twitter: „Ich werde vor weiteren Schritten jetzt zunächst einen renommierten Anwalt beauftragen, der meine Interessen vertritt.“ (mab)

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