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Eishockey-Nationalmannschaft: Erfolge, Bundestrainer, Rekorde - Alle Infos zum DEB-Team

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Von: Nils Wollenschläger

Mannheim - Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft nimmt an der WM 2021 teil. Geschichte, Bundestrainer, Rekorde - Hier gibt es alle Infos zum DEB-Team:

Der deutsche Eishockey-Bund (DEB) wird auf internationaler Ebene von der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft vertreten. Sie nimmt unter anderem an Eishockey-Weltmeisterschaften oder den Olympischen Winterspielen teil. Zudem ist das DEB-Team Gastgeber des Deutschland Cups. Aktuell wird die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm trainiert. 2021 ist das DEB-Team bei der Eishockey-WM in Lettland vertreten.

DEB-Team - Wiki: Deutsche Eishockey-Nationalmannschaft

VerbandDeutscher Eishockey-Bund
Platz in der Weltrangliste7
PräsidentFranz Reindl
BundestrainerToni Söderholm
Meiste SpieleUdo Kießling (321 Spiele)
Meiste PunkteErich Kühnhackl (224)

DEB-Team: Die Geschichte der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft 1910 ihre Premiere gefeiert. Das erste Spiel haben die Deutsche gegen Großbritannien mit 0:1 verloren. Seit 1928 hat das DEB-Team an bisher 64 Weltmeisterschaften teilgenommen. 1930 und 1953 ist Deutschland jeweils Vize-Weltmeister geworden. 1930 und 1934 sichert sich das DEB-Team die Europameisterschaft, die damals im Rahmen der WM ausgetragen worden sind.

Bei Olympia folgt der erste große Erfolg 1976, als sich die Mannschaft um Erich Kühnhackl in Innsbruck überraschend die Bronze-Medaille gewinnen hat. Ein großes Highlight in der Geschichten des deutschen Eishockeys ist die Weltmeisterschaft 2010, die in Deutschland stattgefunden hat. Beim Auftaktsieg gegen die USA sind 77.803 Zuschauern in der Fußball-Arena des FC Schalke 04 live dabei. Am Ende scheitert das Team des damaligen Bundestrainers Uwe Krupp erst im Halbfinale an Russland. Der überraschende vierte Platz ist schließlich der größte WM-Erfolg seit 57 Jahren.

DEB-Team schreibt bei Olympia 2018 Eishockey-Geschichte

2018 schreibt die deutsche Nationalmannschaft dann bei Olympia in Pyeongchang (Südkorea) Geschichte. Unter der Leitung von Bundestrainer Marco Sturm stürmt das Team, dem auch einige Spieler der Adler Mannheim angehören, sensationell ins Finale. Dort kämpft sich die Mannschaft um Marcel Goc bis in die Overtime, unterliegt der russischen Auswahl letztlich aber denkbar knapp mit 3:4. Somit reist das DEB-Team als Silbermedaillengewinner zurück nach Deutschland. Im gleichen Jahr werden die deutschen Eishockey-Helden zur Mannschaft des Jahres gewählt.

Marcel Goc 2018 mit seiner Silbermedaille im Mannheimer Rathaus.
Marcel Goc 2018 mit seiner Silbermedaille im Mannheimer Rathaus. © Nils Wollenschläger/MANNHEIM24

Bei der Eishockey-WM 2019 in der Slowakei landet Deutschland auf einem ordentlichen sechsten Platz. Die WM 2020 ist aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt worden. Das Turnier 2021 steigt vom 21. Mai bis 6. Juni in Lettland. In der Weltrangliste der IHF belegt Deutschland aktuell Platz sieben. Spitzenreiter ist Kanada vor Russland und Finnland. Seit 1987 (mit einer kurzen Unterbrechung) organisiert der Deutsche Eishockey-Bund den Deutschland-Cup, der jährlich stattfindet. Diesen Wettbewerb hat das DEB-Team bisher sieben Mal gewonnen.

DEB-Team: Das ist Bundestrainer Toni Söderholm

Seit dem 1. Januar 2019 wird die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm trainiert. Der Finne hat die Nachfolge von Marco Sturm angetreten, der nach dem Olympia-Erfolg 2018 als Assistenztrainer zu den Los Angeles Kings in die NHL gewechselt ist. Söderholm hat während seiner Spieler-Karriere für HIFK Helsinki, die University of Massachusetts Amherst, den SC Bern, Frölunda HC und den EHC Red Bull München gespielt. Mit Finnland wird Toni Söderholm 2007 Vize-Weltmeister. Nach dem Karriereende ist er zunächst in den Trainerstab der Münchner gewechselt.

Toni Söderholm ist seit 2019 Eishockey-Bundestrainer.
Toni Söderholm ist seit 2019 Eishockey-Bundestrainer. © Armin Weigel/dpa

2017 wird er Cheftrainer SC Riessersee, mit dem er in der DEL2 2018 die Vize-Meisterschaft holt. Nach der Insolvenz steigt sein Team allerdings in die Oberliga ab. Der bis heute wohl legendärste Bundestrainer ist Xaver Unsinn, der sein Team 1976 zu Olympia-Bronze geführt hat. Unsinn, der 2012 im Alter von 82 Jahren gestorben ist, ist von 1975 bis 1977 und von 1982 bis 1990 als Eishockey-Bundestrainer tätig gewesen. Die letzten Eishockey-Bundestrainer in der Übersicht:

DEB-Team: Meiste Spiele, meiste Tore - Rekorde in der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft

Rekordnationalspieler ist Udo Kießling, der 321 Länderspiele für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft absolviert hat. Die meisten Tore für den DEB hat Erich Kühnhackl erzielt. Der heute 70-Jährige hat in 211 Länderspielen 134 Treffer erzielt und und 90 weitere Tore vorbereitet. Kühnhackls Sohn Tom Kühnhackl ist ebenfalls Eishockey-Spieler. Er hat den Sprung in die NHL geschafft und ist seit 2016 ebenfalls Nationalspieler.

Erich Kühnhackl (li.) mit seinem Sohn Tom Kühnhackl (r.).
Erich Kühnhackl (li.) mit seinem Sohn Tom Kühnhackl (r.). © Felix Hörhager/dpa

Die Nummer 14, die Erich Kühnhackl im DEB-Dress getragen hat, wird aufgrund dessen Verdienste ebenso nicht mehr vergeben wie die Nummer 4 von Udo Kießling. Zudem werden die Nummern 20 (Robert Dietrich), 23 (Dieter Hegen) und 80 (Robert Müller) an keine neuen Spieler vergeben.

Deutsches Eishockey-Nationalmannschaft: Franz Reindl ist seit 2014 DEB-Präsident

Der Deutscher Eishockey-Bund hat seinen Sitz in Füssen. DEB-Präsident ist seit 2014 Franz Reindl, der als Spieler, Trainer, Manager und Präsident an 35 Weltmeisterschaften und elf Olympischen Spielen teilgenommen hat. Komplettiert wird das DEB-Präsidium von Adler-Gesellschafter Daniel Hopp (Profiligen), Berthold Wipfler (Finanzen/Nachwuchs) und Marc Hindelang (LEV/Oberligen). Als Sportdirektor fungiert der frühere Eishockey-Torwart Christian Künast.

DEB-Team: Deutsches Eishockey vor vielversprechender Zukunft - Draisaitl überragt in der NHL

Das deutsche Eishockey ist durch den Olympia-Erfolg 2018 wieder mehr in den Fokus gerückt. Mit Leon Draisaitl hat Deutschland inzwischen einen wahren NHL-Superstar, der 2020 gar zum MVP der besten Eishockey-Liga der Welt gewählt worden ist. Mit dem erst 19-jährigen Tim Stützle hat 2020 zudem ein sehr vielversprechendes Talent den Sprung in die NHL geschafft.

Der Stürmer hat zuvor eine starke Debüt-Saison für die Adler Mannheim gespielt, ehe er beim NHL-Draft 2020 von den Ottawa Senators gezogen worden ist. In der NHL avanciert der Youngster auf Anhieb zum Leistungsträger. Mit Moritz Seider sorgt ein weiterer junger Spieler international für Furore. Der Verteidiger, der ebenfalls für die Adler Mannheim gespielt hat, ist beim NHL-Draft 2019 von den Detroit Red Wings gezogen worden. Seit 2020 ist der 20-Jährige an den schwedischen Klub Rögle BK ausgeliehen. (nwo)

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