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Emotionaler Appell von Eishockey-Profi Moritz Müller: „Man hört uns noch nicht laut genug“

Köln – Der Spielbetrieb in der DEL ruht wegen Corona bereits seit Anfang März. Jetzt hat sich Eishockey-Profi Moritz Müller mit einem klaren Appell an die Öffentlichkeit gewendet:

  • Eishockey: Moritz Müller veröffentlicht Appell auf Instagram.
  • Auch Spieler der Adler Mannheim teilen Beitrag von Müller.
  • DEL-Saison 2020/21 soll im November starten.

Olympia-Silbermedaillengewinner Moritz Müller macht sich große Sorgen um den Fortbestand des Profi-Eishockeys und fordert eine sachliche und problemorientierte Diskussion. „Wir sorgen uns alle um unseren Sport, aber man hört uns noch nicht laut genug!“, schreibt der Nationalmannschafts-Kapitän am Dienstag bei Instagram.

Moritz Müller (Kölner Haie): Appell auf Instagram veröffentlicht

Den 33 Jahre alten Verteidiger der Kölner Haie stört auch die aktuelle Debatte über die Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Profisport. „Derzeit schwankt die öffentliche Wahrnehmung zwischen Panikmache und Verleumdung, ob es den Virus überhaupt gibt. Nur dazwischen wird wenig sachlich diskutiert was geht und was nicht geht“, so Müller weiter.

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Als die DEL Saison 2019/2020 abgebrochen wurde, dachte ich, das deutsche Eishockey könnte mit einem blauen Auge davon kommen. Ich hatte die Hoffnung, dass die Pandemie bis Saisonbeginn unter Kontrolle sein könnte. Mittlerweile weiß ich, dass dem so nicht ist und wer weiß, wie lange uns COVID-19 noch beschäftigen wird. Das ist auch der Grund warum ich diese Zeilen schreibe. Wir sorgen uns alle um unseren Sport, aber man hört uns noch nicht laut genug! Der Virus ist da und wir müssen einen Weg finden mit ihm umzugehen. Derzeit schwankt die öffentliche Wahrnehmung zwischen Panikmache und Verleumdung, ob es den Virus überhaupt gibt. Nur dazwischen wird wenig sachlich diskutiert was geht und was nicht geht. Dabei brauchen wir gerade JETZT lösungsorientiertes Denken um dem Eishockey zu helfen. Anstatt darüber zu sprechen,was man alles NICHT darf, muss man über Szenarien sprechen wie man es machen kann. Nur eine Sache geht nicht: Sich wegducken und hoffen, dass es einfach vorbei geht, denn das wird es nicht! Ich weiß, dass unsere Fans sehr verantwortungsvoll mit der Situation umgehen werden, dafür sind Eishockey Fans bekannt. Auch die Spieler sind bereit, über alle Optionen zu sprechen, wie wir der Sportart und unseren Clubs helfen können. Die Eishockeyfamilie (Fans, Spieler, Vereine, Liga & Verband) muss dringend auf sich aufmerksam machen! Bitte teilt den Beitrag, um unserer Stimme Gehör zu verschaffen für einen Saisonstart am 13.11.2020.

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Anstatt darüber zu sprechen, was man alles NICHT darf, muss man über Szenarien sprechen wie man es machen kann.“ Auch einige Spieler der Adler Mannheim teilen den Post von Müller auf ihren Social-Media-Kanälen.

DEL: Saison 2020/21 soll im November starten

Die Deutsche Eishockey Liga hat im März die Saison vor dem Start der Playoffs beendet, als Zuschauer in den Stadien wegen des Virus nicht mehr zugelassen waren. Den Start der neuen Saison hatte die DEL bereits um zwei Monate auf den 13. November verschoben. Wegen der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Zuschauereinnahmen wird intern allerdings auch bereits darüber wieder debattiert.

Moritz Müller wendet sich mit einem klaren Appell an die Öffentlichkeit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten den Länder hatten in der vergangenen Woche eine Arbeitsgruppe beschlossen, die bis Ende Oktober Möglichkeiten für eine Rückkehr von Zuschauern in Sportarenen erarbeiten soll. Eine Perspektive Ende Oktober ist für die DEL im Hinblick auf einen Saisonstart Mitte November aber zu spät. (dpa/nwo)

Rubriklistenbild: © Monika Skolimowska/dpa

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