Forderungen an die Politik

DEL fehlen 60 Millionen Euro - Saisonstart „nicht seriös darstellbar“

Gernot Tripcke äußert sich zum vorzeitigen Saison-Ende in der DEL (Archivfoto).
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DEL-Boss Gernot Tripcke bereitet ein möglicher Saisonstart mit wenig Zuschauern Sorgen.

Der DEL fehlen aufgrund der Corona-Krise nach eigenen Angaben 60 Millionen Euro. Eine erneute Verschiebung des Saisonstarts scheint unausweichlich.

Update vom 22. September: Die DEL hat die Entscheidung über den Saisonstart wegen der Corona-Pandemie vertagt und erneut Unterstützung aus der Politik gefordert. „Unser Ziel ist, dass wir mit allen 14 Klubs in die neue Saison gehen können. Das hat für uns oberste Priorität“, sagt der DEL-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Arnold nach der Gesellschafterversammlung am Montag. Es brauche verbindliche Zusagen bis zum 2. Oktober, um am 13. November in die Saison starten zu können. „Alle Klubs wollen unbedingt spielen, aber unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist dies wirtschaftlich nicht seriös darstellbar“, erklärt Arnold.

DEL fehlen 60 Millionen Euro - Termin für Saisonstart weiter offen

„Die Gespräche, die wir mit der Politik seit mehreren Wochen auf allen Ebenen führen, müssen wir in den kommenden Tagen nochmals dringend intensivieren“, so Arnold. Für einen „verantwortungsvollen“ Saisonstart fehlen der Liga „rund 60 Millionen Euro, die wir ohne die Hilfe Dritter alleine nicht aufbringen können. Wir können und wollen kein Harakiri begehen.“

Anders als die Bundesliga kann sich die DEL Geisterspiele nicht leisten: Die Zuschauereinnahmen machen bei den Klubs rund 60 Prozent des Etats aus. Der Saisonstart war bereits vom 18. September auf den 13. November verlegt worden.

Nach dem Beschluss der Bundesländer in der vergangenen Woche, die Zahl der Besucher auf 20 Prozent der Hallenkapazitäten zu begrenzen, hatte die Liga bereits Alarm geschlagen. „So ist kein Überleben möglich“, meinte Wolfgang Gastner, Hauptgesellschafter der Nürnberg Ice Tigers. Und Philipp Walther, Geschäftsführer der Kölner Haie, klagte: „Unser Geschäftsmodell wird gerade verboten.“

„Schlaflose Nächte“ in der DEL - Existenzangst nimmt zu

Erstmeldung vom 18. August: Drei Monate vor dem geplanten Saisonstart wächst die Existenzangst in der Deutschen Eishockey Liga. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und ablehnender Statements aus der Politik zur absehbaren Rückkehr von Zuschauern in Stadien fürchten Klubs und Liga eine mangelnde Perspektive.

„Man hat schon schlaflose Nächte“, sagt DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Deutschen Presse-Agentur. Spiele ohne Zuschauer sind - anders als etwa in der Fußball-Bundesliga - über einen längeren Zeitraum nicht darstellbar.

Die Klubs erarbeiten derzeit eigene Hygienekonzepte, um mit Zuschauern am 13. November in die neue Saison starten zu können. Darüber entscheiden demnächst die lokalen Gesundheitsbehörden. Das aus der Politik vorgegebene Stimmungsbild erschreckt die meisten.

DEL-Boss Tripcke fordert weitere wirtschaftliche Unterstützung

Zwar sind es bis zum geplanten Saisonstart noch drei Monate, doch grundlegende Entscheidungen müssen schnell getroffen werden. „Wir müssen Mitte September entscheiden, ob wir Mitte November anfangen. Die aktuelle Sorge ist, dass wir dann aber nicht viel schlauer sind. Es wird uns wohl dann keiner sagen, dass wir im November definitiv spielen dürfen“, klagt Tripcke, der angesichts der trüben Aussichten weitere wirtschaftliche Unterstützung fordert.

Über ein Konjunkturpaket sollen die wichtigsten Teamsport-Profiligen bereits mit insgesamt 200 Millionen Euro unterstützt werden. In der DEL hilft dies laut Tripcke aber nur, aktuell Insolvenzen vermeiden zu können. „Aus eigener Kraft werden wir keine Spiele ohne Zuschauer machen können. Dann brauchen wir eine wirtschaftliche Unterstützung“, mahnt er: „Sonst machen wir die Mannschaftssportarten kaputt.“ (mab mit dpa)

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