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Schock-Statistik! Glut-Sommer in Deutschland – über 3.000 Hitzetote in einem Monat

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Von: Marten Kopf

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Die extreme Hitze der letzten Wochen uns allen zu schaffen. Und sie hat fatale Auswirkungen: So liegen die Sterbefälle im Juli bundesweit 12 Prozent über dem Durchschnitt.

Ganz Deutschland ächzt unter den hohen Temperaturen. Nicht nur im Süden des Landes - etwa in Baden-Württemberg, wo es tendenziell immer sogar noch ein bisschen wärmer ist als in nördlicheren Gefilden - fällt das Thermometer kaum mehr unter die 30-Grad-Marke. Und die Aussichten versprechen vorerst keine Abkühlung. Womöglich drohen uns wochenlange Dürre-Perioden, wie Wetter-Prognosen zeigen. Und die Hitze hat sehr handfeste, vor allem aber sehr fatale Auswirkungen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden jüngst mitgeteilt hat.

Hitzewelle in Deutschland: 12 Prozent mehr Sterbefälle im Juli

Denn im Juli sind in Deutschland wohl auch aufgrund der Hitze 12 Prozent mehr Menschen gestorben als im Mittel der Jahre 2018 bis 2021 für diesen Monat, wie aus einer Hochrechnung der obersten Statistiker des Landes hervorgeht. Insgesamt wurden demnach 85.285 Todesfälle gezählt. Das sind 9.130 mehr als der Durchschnittswert! Dabei seien, wie übrigens schon im Juni, die Sterbefallzahlen vor allem in Phasen sehr heißer Temperaturen erhöht gewesen, heißt es.

So lagen sie den Angaben zufolge in den Kalenderwochen 28, 29 und 30 (11. bis 31. Juli) mit einem jeweiligen Plus von 16 Prozent, 24 Prozent und 14 Prozent deutlich über den Vergleichswerten. „Dass im Zuge von Hitzewellen die Sterbefallzahlen ansteigen, ist ein bekannter Effekt, der bereits in den Vorjahren beobachtet wurde“, erklären die Statistiker. „In diesem Jahr sind jedoch bereits bis Ende Juli außergewöhnlich viele Wochen von diesem Effekt betroffen.“

Mehr Tote im Juli: Corona-Todesfälle steigen wieder

Das Bundesamt betrachtet in seiner monatlichen Statistik auch immer die Corona-Todesfälle: Ein Vergleich der gesamten Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Covid-19-Todesfälle ist dem Statistikamt zufolge nur bis einschließlich der 28. Kalenderwoche (11. bis 17. Juli) möglich.

Den Angaben zufolge wurden beim RKI bislang 508 Corona-Todesopfer mit Sterbedatum in dieser Woche gemeldet. Die gesamten Sterbefallzahlen lagen in der 28. Kalenderwoche um 2.525 Fälle (16 Prozent) über dem mittleren Wert der vier Vorjahre. Während die Coronazahlen von Anfang April bis Mitte Juni zurückgegangen seien, hätten sie seitdem wieder leicht zugelegt. „Die erhöhten Sterbefallzahlen in dieser Zeit erklären sie dennoch nur zu einem geringen Teil“, heißt es.

Wetteraussichten für Deutschland: Herbstdürre und Eiswinter?

Die Hitze also ist aller Wahrscheinlichkeit die Schuldige für diese „Übersterblichkeit“, wie man die statistisch erhöhte Zahl an Todesfällen wissenschaftlich nennt. Und sie könnte sich auch noch länger fortsetzen. Selbst noch im Herbst könnten weiterhin Hitze und Dürre etwa auf Baden-Württemberg zukommen.

Interessanterweise könnte uns nach dem Herbst dann aber das genaue Gegenteil erwarten: Tatsächlich nämlich sagt ein Wettermodell für den Südwesten einen wahrhaft frostigen Eiswinter voraus. Und so schwer vorstellbar das beim Blick aus dem Fenster derzeit sein mag: Da können wir Badehose und Sonnenbrille dann getrost wieder gegen Wintermantel und gefütterte Handschuhe tauschen. (mko/dpa)

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