Grausame Tat

Tierquälerei: Unbekannter kürzt Pferden Mähne und Schweif - die Tat eines Serientäters?

Weidendes Pferd
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Ein Pferd weidet auf einer Wiese

In Mariaroth (Nähe Koblenz) ist es zu einem Übergriff auf weidende Pferde gekommen. Ein Unbekannter hat ihnen Mähne und Schweif gekürzt.

Dieblich/Mariaroth im Hunsrück - zum wiederholten Mal seit Anfang Februar hat ein Pferdehalter seine Tiere mit gekürzter Mähne und Schweif vorgefunden. Die Tiere hatten arglos auf einer Wiese im Bereich der Waldstraße in Mariaroth geweidet, als der Unbekannte sich an ihnen verging. Handelt es sich um die grausame Tat des immergleichen Tierquälers? Übergriffe dieser Art sind nicht neu: Ende Dezember 2020 hatte es einen sehr ähnlichen Fall in der Nähe von Essen gegeben: Hier hatten sich die Unbekannten über den Weidenzaun Zutritt zum Stall verschafft. Daraufhin hatten sie den Tieren Teile des Schweifes und der Mähne abgeschnitten. Eine solche Tat sei für die Tiere von keinem geringen Risiko: Ohne den Schutz ihrer Mähne seien die Pferde nicht ausreichend vor Insekten geschützt. Darüber hinaus dauere es sehr lange, bis die Haare nachwachsen.

Immer wieder Fälle von Gewaltakten gegenüber Pferden

In der Vergangenheit hatte LUDWIGHAFEN24 über vielfältige Arten von Tierquälerei gegenüber Pferden berichtet. Alleine im Rhein-Neckar-Kreis wurden seit Juni vergangenen Jahres insgesamt sieben Pferde, davon vier Stuten und drei Fohlen, schwer verletzt. Die Tiere wurden dabei mit scharfen Gegenständen an verschiedenen Körperteilen verletzt - eine Stute musste sogar aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen eingeschläfert werden. Die 33-jährige Stute hatte schwere Verletzungen am Genitalbereich und an den Hinterbeinen davongetragen. Auch in Frankreich wurde von ähnlichen Fällen berichtet. Der Verdacht, dass es sich bei den Fällen um die grausamen Handlungen eines Serientäters handelt, liegt nahe. Zuletzt wurde in Dossenheim eine Stute mit Verletzungen im Genitalbereich von der Besitzerin in ihrer Koppel aufgefunden. Zur Klärung eines möglichen Zusammenhanges mit den Fällen von Pferdequälerei in Frankreich haben die französischen Polizisten Kontakt mit dem Mannheimer Polizeipräsidium aufgenommen. Bislang gibt es keine Klärung der Fälle. Es liegt leider nahe, dass es sich bei den Übergriffen um die Taten eines perversen Serientäters handelt. Auch in Hessen und Thüringen hatte es in den vergangenen Monaten vergleichbare Fälle von Gewaltakten gegenüber Pferden gegeben.

Die PETA gibt besorgten Pferdebesitzern Tipps, wie sie ihre Pferde schützen können

Polizei und PETA geben besorgten Pferdehaltern Tipps, um das Risiko solcher Übergriffe zu minimieren:

- Es wird dazu aufgerufen, seine Pferde nicht unbeaufsichtigt auf der Weide zu lassen. Vor allem nachts solle man die Tiere lieber in ihren Stall bringen.

- Man soll die Koppeln und Ställe regelmäßig kontrollieren.

- Desweiteren wird zum Einsatz von technischen Überwachungsmitteln, wie Kameras und Bewegungsmeldern geraten.

- Günstig sei es auch, Kontakt zu benachbarten Pferdehaltern aufzunehmen, um so möglichst gemeinsam wachsam bleiben zu können. Denn: Vier Augen sehen mehr als zwei!

- Nicht zuletzt bittet die PETA eindringlich um die Meldung jeglicher Fälle von Tierquälerei.

Tierquuälerei in Brodenbach: Motiv einer Trophäenjagd?

Doch hat die neuartige Anhäufung von Fällen mutwilliger Kürzung der Mähnen und Schweife von Pferden etwas mit den anderen Fällen zu tun? Möglich, denn auch dieser Fall könnte mit einem grausamen Internettrend zusammenhängen, den die Polizei als möglichen Hintergrund für die Fälle von Verstümmelung von Pferden sieht: einer Art Trophäenjagd nach Körperteilen von Pferden, welche dann im Darknet vorgeführt würden. Sind die Pferde auf der Weide im Bereich der Waldstraße bei Mariaroth auch das Opfer eines solchen grausamen Internettrends geworden?

Tierquälerei in Brodenbach: Zeugen dringend gesucht

Die Polizei bittet nun Zeugen, die sachdienliche Hinweise bezüglich der Vorfälle geben können, sich an die Polizeiwache in Brodenbach zu wenden. Rückfragen bitte an: Polizeiwache Brodenbach; Telefon : 02605/9802 1510

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