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Rheinland-Pfalz: Leiche nach 26 Jahren identifiziert – Polizei steht vor Rätsel

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Von: Katja Becher

Die Leiche von Ryszard Gorczyca wurde im März 1994 in einem Waldstück in Idar-Oberstein gefunden.
Die Leiche von Ryszard Gorczyca wurde im März 1994 in einem Waldstück in Idar-Oberstein gefunden. © Rolf Vennenbernd/dpa/Polizeipräsidium Trier/Fotomontage

Idar-Oberstein - Im März 1994 wurde in einem Waldstück ein in Müllsäcken verpackter Leichnam gefunden. Warum die Ermittler den mysteriösen Fall erst jetzt wieder aufnehmen:

Am 3. März 1994 machen Waldarbeiter in einem Waldstück in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz)* einen grausamen Fund: In einem Bundeswehrschlafsack und blauen Müllsäcken liegt die Leiche eines unbekannten Mannes. Eine Obduktion ergibt, dass der Tote einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein muss. Der Todeszeitpunkt wird auf den Zeitraum zwischen Oktober 1993 und März 1994 geschätzt. Jahre lang tappen die Ermittler nach dem Leichenfund im Dunkeln – bis im vergangenen Jahr endlich die Identität des Toten aus dem Wald geklärt werden kann. Jetzt rollt die Kriminalpolizei in Trier den Fall wieder auf – und hofft bei ihren Ermittlungen auf die Hilfe von Zeugen.

Rheinland-Pfalz: Leichenfund von 1994 in Idar-Oberstein – Ermittler identifizieren Opfer

Bei dem Toten, der vor 27 Jahren im Idar-Obersteiner Stadtteil Georg-Weierbach gefunden wurde, handelt es sich um den gebürtigen Polen Ryszard Gorczyca. Der damals 46-Jährige war etwa 1,68 Meter groß, hatte dunkelblonde Haare und trug zeitweise einen Bart. Besonders auffällig: Gorczyca trug mehrere auffällige, vermutlich in Handarbeit gestochene Tätowierungen – ein Kreuz auf der Brust, außerdem ein Dolch und ein Teufelsgesicht sowie ein von einer Schlange umwundenes Schwert am Unterarm.

Der getötete Ryszard Gorczyca
Der getötete Ryszard Gorczyca © dpa/Polizeipräsidium Trier/Fotomontage

Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, gehen die Ermittler mittlerweile davon aus, dass sich Gorczyca in den letzten zwei Jahren vor seinem Tod sowohl in Idar-Oberstein, als auch in Polen aufhielt. Die neuesten Ermittlungen brachten laut Kripo nun Hinweise darauf, dass der Mann eine Zeit lang in einer Fabrik in Hermeskeil arbeitete. Angehörige hätten außerdem angegeben, dass er möglicherweise einen älteren, dunkelgrünen Citroen besaß. Nach wie vor sei völlig unklar, wo der damals 46-Jährige vor seinem Tod wohnte.

Rheinland-Pfalz: Leiche in Wald verscharrt – Ermittler gehen von zwei Verdächtigen aus

Nahe des Auffindeoortes der Leiche fanden Polizisten im Jahr 1994 zwei Spaten, die vermutlich zum Vergraben der Leiche benutzt wurden. Einer der Spaten war besonders auffällig: Er hatte ein rotes Spatenblatt und einen schwarzen Kunststoffgriff, mit Prägung des Markennamens „Lasher“. Die Kripo geht davon aus, dass Ryszard Gorczyca nicht am Fundort seines Leichnams getötet wurde. Vermutlich wurde seine Leiche mit einem Fahrzeug in den Wald bei Georg-Weierbach gebracht. Die Ermittler gehen davon aus, dass mindestens zwei Personen den Leichnam dorthin brachten und verscharrten.

Ungeklärt ist auch der Fall des getöteten Daniel W., der auf einem Radweg brutal ermordet wurde. Jetzt greifen die Ermittler zu einem ungewöhnlichen Mittel, um den Mörder zu finden: Ein riesiges Plakat neben der Fundstelle der Leiche.*

Rheinland-Pfalz: Ermittler wenden sich an Bevölkerung – wer hat Hinweise zum Toten aus dem Wald?

Aufgrund der neuen Hinweise zum getöteten Ryszard Gorczyca erhoffen sich die Ermittler der Kripo nun weitere Zeugenhinweise und richten folgende Fragen an die Bevölkerung:

Hinweise können unter der Telefonnummer 0651/9779-2480 oder per Mail unter KDtrier.Hinweisaufnahme@polizei.rlp.de. abgegeben werden. Wer einen vertraulichen Hinweis, ohne Angabe zur eigenen Identität, abgeben will, kann sich an die Nummer 0152/28854968 wenden.

Mysteriöser Fall aus Idar-Oberstein: 5.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamtinnen und Beamte bestimmt, zu deren Berufspflichten die Verfolgung von Straftaten gehört. Ebenfalls ausgeschlossen sind unmittelbar durch die Tat geschädigte Personen. Die Belohnung kann ebenfalls unter Wahrung der Vertraulichkeit, zum Beispiel über einen Mittelsmann ausgezahlt werden. (kab) *LUDWIGSHAFEN24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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