300 Männer angeschrieben

Trier: Polizei startet erneut DNA-Reihentest zu Mordfall Beatix Hemmerle

Porträt von Beatrix Hemmerle
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Die damals 32-Jährige Beatrix Hemmerle wurde ermordet.

Trier - Es ist ein Fall, der die Ermittler nicht ruhen lässt: Vor 31 Jahren brachte ein Unbekannter Beatrix Hemmerle um. Aus diesem Grund wird es einen neuen DNA-Reihentest geben:

Am Freitag, 11. August 1989, ist Beatrix Hemmerle brutal ermordet worden. Der Täter ist gegen 3 Uhr über die geöffnete Balkontür in die Wohnung in Trier eingedrungen – und erstach die damals 32-jährige Frau. Nun werden 300 Männer angeschrieben, um freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. Grund dafür: Die Polizei rollt den Cold Case seit 2017 neu auf und hat dank moderner Technik an einem Beweisstück eine genetische Spur gefunden. HEIDELBERG24* hat die Details:

Stadt:Trier
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Einwohner:111.528 (31. Dez. 2019)
Oberbürgermeister:Wolfram Leibe (SPD)

Mord in Trier: So brutal ist der Täter vorgegangen

Wie die Polizei Rheinland-Pfalz mitteilt, sei aufgrund der warmen Sommernacht die Balkontür von Beatrix Hemmerle offen gestanden. Mit einem Messer seien ihr so schwere Wunden zugefügt worden, dass sie vor Ort verblutet sei. Durch einen Schrei und Geräusche sei Hemmerles 12-Jähriger Sohn wach geworden. Er habe seine Mutter blutüberströmt vorgefunden. Beatrix Hemmerle sei noch am Tatort gestorben.

Der Täter sei über einen Parkplatz geflüchtet, der direkt an der Kohlenstraße liegt. Dies ist die Hauptverbindungsstraße zwischen der Innenstadt und der Universität. Auf diesem Parkplatz habe man unmittelbar nach der Tat eine blutverschmierte Lederjacke des Täters gefunden. Aufgrund von Zeugenaussagen ist bekannt, dass in den Wochen vor der Tat des Öfteren ein Mann auf dem Balkon des Opfers gesehen wurde.

Mord an Beatrix Hemmerle in Tier: Neue Methode könnte alten Fall aufklären

Vor 31 Jahren sei die genetische Spur unentdeckt geblieben, da es die DNA-Analyse noch nicht gegeben habe, teilt die Polizei am Dienstag in Trier mit. Aus diesem Anlass hat es 2020 schon einen DNA-Massentest gegeben - ohne Treffer. Dabei sind 140 DNA-Proben untersucht worden. Zwei Männer hatten sich geweigert eine Speichelprobe abzugeben.

Eine Speichelprobe wird entnommen (Symbolbild).

Die bei der Untersuchung erhobenen Daten würden ausschließlich zum Abgleich mit den Spuren in dem Mordfall Beatrix Hemmerle verwendet, teilen die Ermittler mit. Die Polizei ruf erneut Personen, die Hinweise geben könnten, dazu auf, sich zu melden. „Erkenntnisse und Hinweise aus der Zeit nach der Tat, Unsicherheit über den Informationsgehalt, Rücksichtnahme, Scham oder Ähnliches könnten nachvollziehbare Gründe dafür sein, dass die Polizei diese Informationen noch nicht hat“, teilt die Polizei mit. 

Mord an Beatrix Hemmerle in Tier: So verläuft der Massen-DNA-Test

Es werden nur Personen um eine Speichelprobe gebeten, die ins Täterprofil passen. Das heißt: Nur Männer, die einen Bezug zu Beatrix Hemmerle hatten und 1989 im entsprechenden Alter waren. Die Teilnahme ist keine Pflicht. Die Speichelproben dürfen nur entnommen werden, wenn vorher eine Einverständniserklärung unterschrieben wurde. Die Daten des DNA-Profis und der Speichelprobe wird anonymisiert. Anschließend wird die Speichelprobe zum Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz geschickt. Alle persönlichen Daten und die Speichelprobe werden nach dem DNA-Abgleich wieder vernichtet. Die Entnahme und Auswertung wird sich über mehrere Wochen hinziehen. Der Mordfall ist Mitte August 2020 auch Thema der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ gewesen. (PM/sik) * HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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