Verheerende Unglücke

Explosion in Beirut: Erschreckende Gemeinsamkeiten zu historischer BASF-Katastrophe

Nach der verheerenden Explosion in Beirut vermuten Behörden 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat als Ursache. Wie gefährlich das hochexplosive Material ist, zeigt auch eine BASF-Katastrophe mit über 500 Toten:

  • Explosion erschüttert Beirut am Dienstag (4. August) – Ausmaß ist verheerend, mindestens 100 Tote.
  • Behörden vermuten 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat als Auslöser.
  • Wie gefährlich das hochexplosive Material ist, zeigt eine Katastrophe bei der BASF* vor 99 Jahren – mit über 500 Toten.

Am Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut kommt es am Dienstag (4. August) zu einer verheerenden Explosion mit Dutzenden Toten und Tausenden Verletzten. Wenige Minuten nach 18 Uhr (Ortszeit, 17 Uhr MESZ) kommt es auf dem Industriegelände des Hafens im Norden der Küstenstadt zu einer gewaltigen Detonation. Die Druckwelle ist selbst auf der rund 200 Kilometer entfernt liegenden Insel Zypern zu spüren.

Explosion in Beirut: BASF-Katastrophe durch Ammoniumnitrat erinnert an verheerendes Unglück

Unklar ist aktuell, was die gewaltige Explosion in Beirut* auslöste, bei der mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen sind und weitere 4.000 verletzt wurden. Viele Hinweise deuten auf die Explosion einer großen Menge an Ammoniumnitrat hin. Von der hochexplosiven Substanz waren nach offiziellen Angaben seit mehreren Jahren 2.750 Tonnen im Hafen von Beirut gelagert. Bestätigt wurden diese Hinweise noch nicht. Ammoniumnitrat führte jedoch schon mehrfach zu Explosionen mit teils Hunderten Toten. Wie LUDWIGSHAFEN24* berichtet, ereignete sich vor knapp 99 Jahren eine verheerende Katastrophe bei der BASF in Ludwigshafen*, bei der über 500 Menschen getöten wurden.

Explosion in Beirut: Ähnlicher Vorfall passierte 1921 bei der BASF – Katastrophe mit 561 Toten

Die Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes der BASF gilt bis heute als das größte Unglück in der Geschichte der deutschen Chemie-Industrie. Am Morgen des 21. September 1921 erschütterten zwei Explosionen das Werk der BASF in Oppau, das heute zu Ludwigshafen gehört. Aufgrund von Auflockerungssprengungen, die bis zu diesem Zeitpunkt als sicher galten, explodierten rund 400 Tonnen Ammoniumsulfatnitrat – ein Düngemittel, das aus Ammoniumnitrat hergestellt wird.

Die Trümmer der Explosionen in Beirut und im BASF-Werk (Fotomontage)

Die Detonation beschädigte und zerstörte Gebäude im Umkreis von 75 Kilometern und riss einen 18 Meter tiefen Krater in das BASF-Werk im heutigen Ludwigshafen. Mindestens 1.977 Menschen wurden bei der Explosion verletzt, 561 getötet. Das Ausmaß der Ammoniumnitrat-Explosion war so verheerend, das nicht nur sämtliche in Oppau lebende Menschen aufgrund der Zerstörung von 1.036 Gebäuden obdachlos wurden – sondern selbst im 25 Kilometer entfernten Heidelberg* noch Dächer abgedeckt wurden. Auch im benachbarten Mannheim* richtete die Detonation große Schäden an und Menschen wurden durch einstürzende Gebäude getötet.

Explosion in Beirut: Suche nach dem Auslöser – explodierten 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat?

Auch die Explosion in Beirut war so gravierend, das ganze Hochhäuser quasi zu Staub zerfielen. Die Schäden betreffen nach Angaben der Behörden nahezu die halbe Stadt – bis zu 300.000 Bewohner seien obdachlos geworden. Während Retter in den Trümmern von Beirut nach weiteren Opfern graben, suchen die Ermittler nach der Ursache für die gewaltige Detonation.

Nach den Explosionen herrscht Chaos und Zerstörung in Beiruts Straßen.

Regierungschef von Beirut, Hassan Diab hatte am Dienstag gesagt, dass 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat jahrelang ohne Sicherheitsvorkehrungen am Hafen gelagert worden seien. Die Gefahren, die von dem Material ausgehen, dürften spätestens seit den verheerenden Katastrophen der vergangenen Jahre bekannt sein. Laut Gouverneur Marwan Abbud wurde bereits in einem Bericht von 2014 vor einer möglichen Explosion gewarnt. (kab/dpa) *LUDWIGSHAFEN24 und merkur.de Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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