Vergangenheit erkunden

Vergessene Orte in Berlin und Umgebung: Diese Lost Places beeindrucken

Für die ganz eigene Urban-Exploration-Tour: Eine Auswahl der schönsten Lost Places in Berlin und Umgebung finden Sie in unserer Übersicht.

Faszination geht von sogenannten Lost Places, also verlassenen und meist verfallenen Orten, aus. Sie haben ihre beste Zeit bereits hinter sich und oftmals ist der Besuch und das Betreten der baufälligen Gebäude verboten. Doch auch von Weitem lassen sich Lost Places auf den Spuren ihrer Vergangenheit erkunden.

Bahnbetriebswerk Pankow-Heinersdorf

Mit der industriellen Revolution, die im 19. Jahrhundert Fahrt aufnahm, wurde ein riesiges Eisenbahnnetz in Deutschland erbaut. Dampflokomotiven schossen aus dem Boden. Diese Züge waren nur für die Fahrt in eine Richtung ausgelegt. Sie konnten also nicht rückwärts fahren. Wie also umdrehen? Dafür gab es eine Lösung: Es wurde ein Bahnbetriebswerk konstruiert, auf dem die Züge gedreht werden konnten.

Mit dem Bau Bahnbetriebswerks mit Wasserturm und Ringlokschuppen im Jahr 1843 wurde Pankow-Heinersdorf an eine der großen Berliner Bahnlinien angeschlossen. Es stand hierfür ein 250.000 Quadratmeter großes Grundstück zur Verfügung. Im Jahr 1893 wurde hier das letzte Bahnbetriebswerk in Deutschland gebaut, es fehlte schlichtweg an Platz dafür. 

Das Bahnbetriebswerk Pankow-Heinersdorf wurde Mitte der 1990er Jahre geschlossen. Die meisten Gleise wurden entfernt, die Gebäude stehen leer. 2009 wurde das Gelände von einem Investor aufgekauft, wie es heißt. In Planung sei nun ein riesiges Einkaufszentrum, ein Möbelgeschäft oder ein Parkplatz.

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Schloss Schenkendorf / Dracula-Villa

Jeder kennt wohl die Roman- und Filmfigur Dracula. Viele Legenden ranken sich um die Figur, die in einem Schloss hauste. Der Ursprung Draculas liegt in Rumänien. Doch auch in Deutschland gibt es ein Dracula-Schloss.

Südlich von Berlin, unweit der Autobahn A13, steht das Schloss Schenkendorf in Mittenwalde. Das Anwesen wurde 1896 als Schlossvilla erbaut. 1995 kaufte Berichten zufolge Ottomar Rodolphe Vlad Dracula Prinz Kretzulesco, bürgerlich Ottomar Berbig, das Schloss Schenkendorf. Er soll der Adoptivsohn der letzten Blutsverwandten des echten Fürsten Dracula sein.

2009 wurde das Schloss zwangsversteigert und steht seither leer. Seitdem im Schloss 2014 ein Brand ausgebrochen war, befindet sich das Anwesen in einem verfallenen Zustand. Das Schloss ist zur Zeit geschlossen, das Betreten ist verboten. 

Lesen Sie hier: Reisen Sie an diese vergessenen Orte der ganzen Welt.

Ehemalige Kaserne Krampnitz, Potsdam

Das Gelände der Militäranlage umfasst etwa 120 Hektar. Der Turm am Eingang, das Offizierkasino und das Offizierswohnheim stehen unter Denkmalschutz. Sie wurden in der typischen Militärarchitektur der 1930er Jahre erbaut.

Seit 1992 schon wird das Gelände nicht mehr militärisch genutzt, im Jahr 2008 wurde es vom Land Brandenburg an die TG Potsdam Entwicklungsgesellschaft verkauft. Die Sanierung des Geländes steht im Raum sowie der Bau verschiedener Wohnhäuser darauf.

Immer wieder wurden der verfallene Ort als Filmkulisse genutzt, so etwa in Resident Evil, Inglourious Basterds oder Effi Briest.

Lesen Sie hier: Reisen Sie an diese verlassenen Orte Deutschlands.

BVG-Stadion / Freibad Lichtenberg

Das Gelände des BVG-Stadions befindet sich im Norden des Berliner Stadtteils Lichtenberg. Auf dem Gelände liegt das Freibad Lichtenberg, das 1928 erbaut wurde. 20.000 Quadratmeter ist es groß und wurde als Trainingsstätte für die Olympischen Sommerspiele 1932 und 1936 genutzt. Heute ist es ohne Totalsanierung nicht mehr nutzbar.

Bärenquell-Brauerei Niederschöneweide

Als die Berliner Mauer fiel, mussten viele Brauereien in Ostdeutschland ihre Pforten schließen. Die Bierproduktion brach ein, die Brauereien in der ehemaligen DDR gingen pleite. Heute finden sich daher überall in Berlin ehemalige Brauerei-Gebäude, die leer stehen. Riesige Höfe mit leeren, verfallenen Hallen.

So erging es auch der Bärenquell-Brauerei im Berliner Ortsteil Niederschöneweide des Bezirks Treptow-Köpenick. Bärenquell produzierte einst eines der beliebtesten Biere Berlins. Bis zu seiner Schließung gehörte die Brauerei zusammen mit Kindl, Berliner Pilsener und Schultheiss zu den besten der Stadt.

Lesen Sie hier: Lost Places - so beeindruckend sind diese verlassenen Orte Europas.

Ballhaus Riviera / Gesellschaftshaus Grünau

Lang ist es her, seitdem im Ballhaus Grünau das letzte Mal getanzt wurde. 1890 eröffnete die Institution seine Pforten. Viele Menschen gingen hier ein und aus, bis das Haus zur Wende im Jahr 1990 seine Pforten schloss. Berichten zufolge waren danach Treuhänder dafür zuständig, die überlegte, was sie mit dem langsam verfallenden Haus anstellen sollten. Einige Gebäude auf dem Grundstück wurden Ende der 1990er Jahre abgerissen.

2006 wurde das Grundstück an einen türkischen Investor verkauft, der Pläne hatte, dort ein Hotel zu bauen. Auch ein Altersheim war im Gespräch. Dennoch: Das Haus steht immernoch, wenn man das so nennen kann. Verfallen und zerstört hält es die Stellung.

Auch interessant: Lost Places in Bayern.

sca

Diese Lost Places in Deutschland sind ein Spektakel - und verboten

Rubriklistenbild: © Instagram

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