Flugzeug-Absturz

Todesflug AF 447: Pilotenfehler macht sprachlos

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Hier wird ein Wrackteil der abgestürzten Air-France-Maschine AF 447 im Jahr 2009 von einem Rettungsteam der brasilianischen Marine im Atlantik geborgen.

Das mysteriöse Verschwinden eines französischen Airbusses über dem Atlantik gab lange Rätsel auf. Ein Buch dokumentiert jetzt die letzten Gespräche im Cockpit.

Hannover - Es gibt Bücher, die bräuchten eigentlich einen Warnhinweis. Das jüngste Buch des französischen Piloten, Autoren und Luftfahrtexperten Jean-Pierre Otelli ist so eines. Leser mit chronischer Flugangst sollten es vor dem Besteigen eines Verkehrs-Jets sicherlich nicht lesen.

Flugsicherheit? Fehlanzeige.

Denn der 1948 geborene Otelli seziert in seinem Buch "Der Absturz des Fluges Rio-Paris" mehrere haarsträubende Vorfälle im Cockpit, die das Vertrauen in die Flugsicherheit erschüttern könnten. Klar: Er konzentriert sich explizit auf Pilotenfehler - es ist bereits der fünfte Band seiner entsprechenden Serie.

Und somit blendet er bewusst aus, dass es noch nie in der Geschichte der Verkehrsfliegerei so wenige Unfalltote gab wie heute. Darum geht es ihm auch gar nicht.

Verhängnisvolle Zwischenfälle

Anhand von sechs konkreten Unglücken zeigt er vielmehr auf, wie verhängnisvoll das Zusammenspiel von verhältnismäßig unbedeutenden Zwischenfällen mit gestressten, müden oder auch nur in der Hierarchie-Falle verhafteten Besatzungen in der Katastrophe enden kann. Die ersten fünf Fälle führen in diesem Buch dabei geschickt zum Absturz des französischen Airbus 330-200 auf der Strecke von Rio de Janeiro nach Paris im Juni 2009.

Die Auswertung des vollständigen Mitschnitts der Gespräche und Ereignisse im Cockpit von Flug AF lesen sich dabei wie ein Thriller - und machen noch immer sprachlos angesichts des unerklärlichen Totalversagens einer kompletten Cockpit-Crew. Bei dem Absturz waren alle 228 Menschen an Bord ums Leben gekommen.

Aus Fehlern lernen

Es versteht sich als ein Buch vom Experten für ein interessantes Fachpublikum - das den Anspruch der Luftfahrtbranche ernst nimmt, zur steten Verbesserung der Flugsicherheit immer wieder aus Fehlern zu lernen.

Sehr präzise geschrieben und auch für Laien verständlich erläutert nimmt er auch dank der ausführlichen Mitschnitte der Gespräche im Cockpit Verschwörungstheorien den Wind aus den Segeln. Sie waren nach dem zunächst unerklärlichen Verschwinden des Air-France-Airbusses mit 228 Menschen an Bord ins Kraut geschossen.

Auch interessant: Sollten Sie unter Flugangst leiden, lassen Sie im Flugzeug besser die Finger von Kaffee.

dpa

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