Quallen, Haie und gefährliche Fische

Gefahr im Mittelmeer: In Spanien lauern diese giftigen Lebewesen unter Wasser

Ein Taucher beobachtet eine Muräne.
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Wenn Muränen sich bedroht fühlen, können sie zur Gefahr für Taucher im Mittelmeer vor Spanien werden.

Ein Bad im Mittelmeer vor Spanien kann unter Umständen zur Gefahr werden. Die meisten Meereslebewesen sind zwar harmlos, doch der Kontakt mit einigen Quallen oder Tieren kann schmerzhaft und sogar tödlich enden.

  • Die Gefahr beim Bad im Mittelmeer vor Spanien ist im Großen und Ganzen gering.
  • Einige Quallen können den Spanien-Urlaub nach einer schmerzhaften Berührung gehörig vermiesen.
  • Die Gefahr von Hai-Attacken ist im Mittelmeer praktisch nicht vorhanden.

Alicante - Beim Bad im Mittelmeer sind sicher schon dem einen oder anderen düstere Gedanken über die unheimlichen Gefahren, die in den dunklen Tiefen des Meeres vor der Küste Spaniens* lauern könnten, in den Sinn gekommen. Allerdings: Steckt man den Kopf mit einer Schwimm- oder Taucherbrille unter Wasser, dann kommen einem die vielen Tiere und Pflanzen gerade an den felsigen Unterwassergebieten der Costa Blanca* oder Costa del Sol gar nicht mehr so furchteinflößend vor.

MittelmeerMeer
Mittlere Tiefe1.500 Meter
Maximale Tiefe5.267 Meter
OzeanAtlantischer Ozean
Lagezwischen Nordafrika, Südeuropa und Vorderasien

Gefahr im Mittelmeer vor Spanien: Kuriose, meist harmlose Artenvielfalt

Ganz im Gegenteil, dem Beobachter eröffnet sich eine interessante Unterwasserwelt im Mittelmeer vor Spanien– fast wie ein anderes, eigenes Universum mit einer kuriosen Artenvielfalt. Gefährliche Meerestiere darunter gibt es kaum.

„Wenn wir uns beim Schwimmen oder Tauchen in Spanien nicht in die unmittelbare Nähe der Meerestiere begeben, greift auch keines der normalerweise harmlosen Geschöpfe im Mittelmeer an“, erklärt Lara García Ponzoda, Tauchlehrerin und Meeresbiologin am politechnischen Institut für Seefahrt und Fischfang in Alicante. „Die Tiere verteidigen sich nur bei Gefahr, also wenn sie sich angegriffen fühlen.“

Gefahr im Mittelmeer: Begegnung mit Quallen beim Baden in Spanien häufig

Unvermeidlich in der Badesaison sind im Mittelmeer vor Spanien jedoch gelegentliche Begegnungen mit Quallen*. Sicherlich ist das Zusammentreffen mit den Weichtieren schon allein aufgrund des glibbrigen Körpers unangenehm. Die Medusen, wie man sie auch nennt, sind hirnlose Tiere, häufig sogar ohne Augen, die sich durch zusammenziehende Bewegungen des Schirms fortbewegen.

Das sogenannte Rückstoßprinzip, bei dem Wasser nach unten ausgestoßen wird, verhilft zwar zur Fortbewegung, aber wirklich zielorientiert bewegen sich die Quallen nicht. Hauptsächlich werden sie von den Strömungen im Mittelmeer getrieben. Immer dann, wenn sich die Wetterlage in Spanien ändert und somit auch der Zustand des Meeres, kann es passieren, dass Meeresströmungen die Nesseltiere ans Badeufer „drängen“ - die somit zu einer Gefahr oder zumindest unangenehmen Begegnung für Badegäste werden können.

Von den etwa 4.000 Arten, die in den Weltmeeren leben, kommen etwa 300 an der Mittelmeerküste vor. Obwohl die kuriosen Meereskreaturen zu 98 Prozent aus Wasser bestehen, verteidigen sich Quallen beim Kontakt mit ihren nesselnden Tentakeln und übertragen das Gift auf unsere Haut. Die Folge ist ein sofort brennender Schmerz an der Kontaktstelle sowie starke Rötung und Hautausschlag. Neben der Verteidigung bei Gefahr dienen die Tentakel auch zum Beutefang. So kann das Badevergnügen in Spanien schnell schmerzhaft werden.

Gefahr im Mittelmeer: Häufigste Quallen in Spanien

Gefahr im Mittelmeer: Der Kontakt mit Feuerquallen im Spanien-Urlaub kann schmerzhaft sein.

Zu den häufigsten Medusen an Spaniens Stränden, die Hautreizungen verursachen, gehört die Pelagia Noctiluca, auch Leucht- oder Feuerqualle genannt, die ganzjährig im Mittelmeer auftaucht. Die rosafarbene Qualle hat einen Schirm von 20 Zentimetern Durchmesser, überzogen von braunen Warzen und acht Tentakel, die bis zu zwei Meter lang werden können und bei Berührung ein extrem starkes Brennen verursachen.

Die Aurelia Aurita, die Ohrenqualle, kommt zwar in der Sommersaison ebenfalls häufig im Mittelmeer vor Spanien vor, stellt aber für den Badegast keine große Gefahr dar, denn sie brennt nur leicht auf der Haut. Das transparente, wabbelige Weichtier mit etwa 20 Zentimetern Durchmesser ist in fast allen Meeren zu finden.

Gefahr im Mittelmeer: Segelqualle in Spanien eher selten

Ab und an kommt es im Mittelmeer vor Spanien, vor allem im Frühjahr, auch zur Sichtung der Velella Velella (nach dem lateinischen velum für Segel), der Segelqualle. Sie hat zwar keine Fangarme, besitzt aber zur Verteidigung Warzen, auf denen konzentriert Nesselzellen sitzen. Diese reizen aber die menschliche Haut kaum, sie stellen also keine große Gefahr dar.

Wie es der Name schon verrät, sieht die Qualle einem winzigen Segelboot ähnlich. Genau genommen handelt es sich bei der Segelqualle nicht um eine einzelne Qualle, sondern um eine Kolonie von kleinen Polypen, die jeweils spezielle Aufgaben wie Fressen, Fortpflanzen und Verteidigen übernommen haben.

Gefahr für den Menschen: Portugiesische Galeere kann Herzstillstand verursachen

Die für den Menschen ungefährliche Segelqualle sollte man nicht mit der hochgiftigen Portugiesischen Galeere (Physalia physalis) verwechseln. Letztere verdankt ihren Namen einer Gasblase, die sie über Wasser hält und einem Segel ähnelt. Eigentlich ist die Portugiesische Galeere untypisch für das Mittelmeer. Ihr Revier ist der Pazifische Ozean, aber auch Teile des Atlantiks. Nichtsdestotrotz nehmen Sichtungen an den Küsten Spaniens seit einigen Jahren zu. Sie kann dem Menschen sehr gefährlich werden.

Auch sie ist in Wirklichkeit keine Qualle, sondern setzt sich, wie die Segelqualle, aus einer ganzen Kolonie voneinander unabhängiger Polypen zusammen. Ihre bis zu 30 Meter langen Fangfäden stellen für den Menschen eine große Gefahr dar: Bei Berührung lösen die Tentakeln heftige Schmerzen und Entzündungen aus. Bei kranken oder schwachen Menschen können unter Umständen sogar Atembeschwerden oder Herzstillstand die Folge sein.

Gefahr beim Baden: Quallen im Mittelmeer von harmlos bis unangenehm

Die Cotylorhiza Tuberculata, Spiegeleiqualle, kommt ebenfalls im Mittelmeer vor Spanien vor. Sie ist bekannt wegen der Ähnlichkeit mit dem Spiegelei – in Form und Farbe. Sie lebt an der Wasseroberfläche und bewegt sich selbstständig aktiv fort. Das gibt es sonst nur bei sehr wenigen Quallenarten. Ihr schwaches Nesselgift stellt für den Menschen keine Gefahr dar.

Glibbrige Gefahr: Die Berührung mit der Portugiesischen Galeere kann tödlich enden. Immer häufiger kommt sie auch an Spaniens Mittelmeerküste vor.

Gegen Ende des Sommers taucht dann im Mittelmeer vor Spanien noch knapp unter der Oberfläche die weiß-bläuliche Rhizostoma Pulmo oder auch Aguamalas auf. Sie ist mit 60 Zentimetern Durchmesser eines der größten gelatineartigen Geschöpfe, dessen Fangarme bei Hautkontakt zwar nicht gefährlich sind, aber starkes Brennen verursachen.

Gefahr durch Quallen im Mittelmeer: Was bei einer Berührung zu tun ist

Je nach Quallensorte, Nesselgift und Zahl der Fangarme kann eine Berührung beim Baden im Mittelmeer vor Spanien mehr oder weniger schmerzhaft verlaufen. Bei plötzlich einsetzenden, starken Schmerzen sollte jedenfalls sofort das Wasser verlassen werden, denn je nach Quallenart kann es zu Kreislaufproblemen kommen - das kann schonmal gefährlich werden. An Kopf und Oberkörper reagiert die Haut übrigens empfindlicher. Manche Menschen erleiden heftige Reaktionen wie Übelkeit, Brechreiz und Kopfschmerzen. Weitere Symptome sind Schwellungen, Blasenbildung oder offene Wunden, die später Narben bilden. In selten Fällen werden sogar Atemwegsbeschwerden ausgelöst, die sofort ärztlich behandelt werden müssen.

„Auf keinen Fall darf die Stelle, die mit der Qualle in Kontakt war, mit Süßwasser oder Alkohol gewaschen werden“, erklärt die Meeresbiologin Laura García Ponzoda. „Auch Kratzen oder Reiben verstärkt den Hautausschlag.“ In den meisten Fällen hilft das Spülen mit Wasser aus dem Mittelmeer sowie das Auftragen von Ammoniak oder Essig. Kleben noch Tentakelreste an der Körperstelle, sollten sie sofort und unter besonderer Vorsicht mit Schutzhandschuhen entfernt werden. Ist alles entfernt, kann die betroffene Stelle gegen die Schmerzen gekühlt werden.

Gefahren im Mittelmeer vor Spanien: Unangenehme Seeanemone und Seeigel

Keine Gefahr, aber dennoch leicht hautreizend ist die Seeanemone oder Seerose, die ebenfalls im Mittelmeer vor Spanien vorkommt. Auch wenn sie sich nicht großartig fortbewegt, ist sie ein Tier. Sie kommt in allen Wassertiefen vor und kann im flachen Wasser mit bloßem Auge schon oberhalb der Wasseroberfläche erkannt werden. Ihre Tentakel sind leicht transparent und haben Nesselfäden, die auf der Haut eine leichte Reizung provozieren.

Nicht nur beim Schwimmen treiben Gefahren im Mittelmeer, auch Barfußgänger, die ihre Füße gerne am felsigen Uferrand im Wasser erfrischen und im Spanien-Urlaub über steinigen Untergrund waten, müssen damit rechnen, vielleicht auf einen versteckten Seeigel zu treten. Die Stacheln brechen beim Auftritt ab und bleiben in der Haut stecken. So entsteht an der Eintrittsstelle eine Rötung, die anschwillt und schmerzt. Wird der Stachel nicht entfernt, bildet sich meist ein Eiterbläschen, das beim Platzen den Stachel ausstößt. Daher sollte dieser besser sofort entfernt und desinfiziert werden, um der Gefahr einer nachfolgenden Infektion vorzubeugen.

Keine Gefahr, aber schmerzhaft: Wer beim Baden im Mittelmeer vor Spanien auf einen Seeigel tritt, sollte die Stacheln schnell entfernen.

Gefährliche Meerestiere in Spanien: Vorsicht beim Tauchen im Mittelmeer

Neben Medusen und Seeigeln können einem auch andere Meerestiere beim Bad im Mittelmeer gefährlich werden, allerdings nur, wenn sie sich bedroht fühlen. „Wer nichts aus dem Meer mitnimmt und seine Hände beim Tauchen in Spanien nicht in dunkle Löcher steckt, hat eigentlich nichts zu befürchten“, so Tauchexpertin García Ponzada.

In Felsspalten und Unterwasserhöhlen des Mittelmeers verstecken sich zwar oft unfreundliche Muränen, aber sie sind eigentlich nicht angriffslustig oder gefährlich. Es sei denn, jemand nähert sich beim Tauchen in Spanien zu sehr ihrem Höhleneingang. Dann schießen sie wie ein Torpedo aus ihrem Versteck hervor, beißen sich mit ihrem kräftigen Gebiss fest und werfen den Kopf wild hin und her, um ein Stück Fleisch herauszureißen. Dass der Speichel des Fischs giftig ist, ist eine Legende. Die Mundschleimhaut ist nur durch alte Fleischreste zwischen den Zähnen mit etlichen Erregern behaftet, sodass beim Biss eine hohe Infektionsgefahr entsteht. Es sollte unbedingt eine Tetanusimpfung stattfinden, falls nicht vorhanden.

Auch der etwas freundlichere Meeraal wird als Raubfisch im Mittelmeer gefürchtet, wird aber nur zur Gefahr, wenn er belästigt wird. Dann greift das Tier an. Bei seiner Größe von bis zu drei Metern kann der Biss recht groß sein. Auch hier empfiehlt sich die Impfung sowie eine Nachbehandlung mit Antibiotika.

Gefahr durch Giftstachel: Begegnung mit Stechrochen kann tödlich enden

Mit einer ganz anderen Methode verteidigt sich der Stechrochen, der durch rautenförmiges Aussehen und Körpergröße beeindruckt. Der flache Knorpelfisch besitzt einen langen Schwanz mit Giftstachel und wird bis zu drei Meter groß. Obwohl er im Mittelmeer gerne in Küstennähe lebt, ist ein Zusammentreffen mit ihm außerordentlich unwahrscheinlich, da er sich in der Tiefe, direkt am Meeresboden aufhält. Somit ist die Gefahr, ihm in Spanien zu begegnen, relativ gering.

Mit seinen Stacheln wehrt sich der Stechrochen gegen Feinde. Der Stich ist sehr schmerzhaft, da sich Widerhaken an ihnen befinden. Außerdem ist die Gefahr bei einer Begegnung mit dem Stechrochen im Mittelmeer vor Spanien groß: Sein Stachel kann sogar tödliche Verletzungen verursachen. Die Schmerzen können tagelang andauern und Muskellähmungen mit sich bringen.

Petermännchen: Gefahr einer Begegnung beim Baden in Spanien ist recht groß

Bis in fünf Metern Tiefe lebt im Mittelmeer das Petermännchen, ein langgestreckter, seitlich abgeflachter Fisch, eingegraben im Sandboden. Sein Name klingt zwar recht harmlos, aber er wird auch als „Kreuzotter des Meeres“ bezeichnet. Wie auch der Rochen hat er sowohl an der Rückenflosse Stacheln mit Giftdrüsen, als auch hinter den Kiemen. Der Stich ist sehr schmerzhaft und kann Übelkeit verursachen. Im Sommer halten sich Petermännchen zum Laichen eher in flacheren Gewässern auf, die Gefahr, beim Baden in Spanien aus Versehen auf ihn zu treten, ist also groß.

Die meisten Verletzungen beim Baden in Spanien ereignen sich beim Waten ohne Badeschuhe in flachen Gewässern des Mittelmeers. Nach einem Stich muss der Stachel sofort entfernt und die Wunde desinfiziert werden. Es besteht die Gefahr einer allergischen Reaktion: Falls die Wunde stark blutet oder anschwillt, sollte der Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen.

Gefahr durch Haie im Mittelmeer vor Spanien eher gering

Am dunklen Boden des Mittelmeers sticht auch der Große Rote Drachenkopf bei Gefahr zu, und zwar mit seinem Giftstachel, der hinter dem Kopf an der Rückenflosse liegt. Wegen Infektionsgefahr sollte die Wunde behandelt werden.

Die Gefahr, in Spanien beim Baden im Mittelmeer vom Hai angeknabbert oder vom Barrakuda erwischt zu werden, ist fast gleich Null und muss kaum gefürchtet werden. Blauhaie leben zwar viele im Mittelmeer, jedoch küstenfern in der Hochsee. Auch Wale müssen nicht gefürchtet werden: Sie sind eigentlich friedlich. Zuletzt machten allerdings Orcas Schlagzeilen, die mehrere Boote in Spanien angriffen*. Allerdings ereigneten sich die Schwertwal-Attacken weit vom Mittelmeer entfernt, nämlich vor der galicischen Küste im Nordwesten Spaniens. *costanachrichten.com ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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