Von Wassermassen eingeschlossen

Dramatische Rettungsaktion: Männer in Falkensteiner Höhle gerettet 

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Zwei Männer sind in der Falkensteiner Höhle eingeschlossen.

Grabenstetten - Zwei Männer werden bei einer Tour durch die Falkensteiner Höhle von steigendem Wasser überrascht und eingeschlossen. Nun sind beide befreit worden. 

Update um 11:30 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, ist nun auch der zweite Mann aus seinem etwa 650 Meter tiefen Gefängnis in der Falkensteiner Höhle befreit worden. Er sei wohlauf und werde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht. Für die Rettungsaktion sind am Montagmorgen etwa 90 Helfer im Einsatz. Zwischenzeitlich wächst auch die Kritik an dem Höhlenguide, der die Tour durchgeführt hat. „Das war eine Dummheit“, sagt Roland Deh, Bürgermeister von Grabenstetten. Die Tour sei zudem „ein bissle leichtsinnig und nicht gut durchdacht gewesen.

Falkensteiner Höhle: Zwei Männer gehen auf Höhlentour – plötzlich werden sie von Wasser überrascht

Auf der Schwäbischen Alb ist es am Sonntagabend (28. Juli) zu einem dramatischen Ereignis gekommen. Zwei Männer befinden sich in Grabenstetten, das auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Ulm liegt, in einer Notlage. Als beide gerade in der Falkensteiner Höhle unterwegs sind, werden sie von ansteigenden Wassermassen überrascht – und anschließend eingeschlossen! Es handelt sich dabei um einen Höhlenguide und seinen Kunden, die gerade auf einer Tour unterwegs gewesen sind. Beide sollen etwa 30 Jahre alt und gegen 17 Uhr in die Höhle eingestiegen sein. 

Falkensteiner Höhle: Männer sind nicht in Lebensgefahr

Kurz darauf beginnt ein Großeinsatz für Feuerwehr, Rettungsdienst und die Höhlenrettung. Etwa 80 Kräfte sind vor Ort. Zwei Rettungstaucher können am Abend zu den Eingeschlossenen in der Falkensteiner Höhle vordringen und erstmal Entwarnung geben – beiden gehe es gut! „Es besteht definitiv keine Lebensgefahr“, sagt Michael Hottinger, Einsatzleitung der Höhlenrettung. Glücklicherweise sind sie in der „Reutlinger Halle“ eingeschlossen. Diese liege höher als die eigentlichen Wassermassen.

Das schlechte Wetter und die Strömung erschweren die Rettung, sodass weitere Maßnahmen erst am Montagmorgen (29. Juli) durchgeführt werden können. Dann sollen die beiden Männer aus ihrem Gefängnis in etwa 650 Metern Tiefe in der Falkensteiner Höhle befreit werden. In der Zwischenzeit dringen vier Höhlenretter zu dem Duo vor und versorgen sie mit Decken und warmem Essen. Durch das nachsickernde Regenwasser steige der Pegel aber weiterhin an.

Falkensteiner Höhle: Ein Mann gerettet – zweiter sitzt noch fest

Jens Hornung von der Malteser Höhlenrettung kritisiert unterdessen das Verhalten des Guides. „Da kommt man als Profi nicht drauf.“ Gemeint ist der Einstieg in die Höhle bei steigendem Wasser – vor allem, weil Touren in der Falkensteiner Höhle bei Starkregen und Gewittern nicht ungefährlich seien. 

Gerade in letzter Zeit habe es außerordentlich hohe Niederschläge in kurzer Zeit gegeben, wodurch sehr viel Wasser in die Höhle komme. Auch in den letzte Jahren habe es, laut Matthias Leyk, dem zweiten Vorsitzenden der Höhlenrettung Baden-Württemberg, immer wieder Hochwassereinschlüsse in der Falkensteiner Höhle gegeben. 

Mittlerweile gibt es aber gute Nachrichten vom Einsatzort bei Grabenstetten. Der Höhlenguide kann aus der Falkensteiner Höhle befreit werden! Nun laufen die Vorbereitungen, um auch seinen Kunden aus dem nassen und kalten Gefängnis zu befreien. 

Falkensteiner Höhle: Parallelen zu Höhlen-Drama in Thailand

Im Juni 2018 wurde eine Fußballmannschaft in Thailand in einer Höhle eingesperrt, nachdem diese mit Wasser voll gelaufen war. Mehrere Tage lang mussten die zwölf Jungs und ihr Trainer dort ausharren. Auch Elon Musk bot seine Hilfe an – diese wurde aber mit deutlichen Worten abgelehnt

dpa/dh

Quelle: Mannheim24

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