Er bekennt sich zum „König von Deutschland“

Xavier Naidoo: Hat er eine Reichsbürger-Hymne geschrieben?

Xavier Naidoo unterstützt Stefan Ratzeburg, der sich als König von Deutschland bezeichnet. Hat der Mannheimer schon vor Jahren ein Lied über Reichsbürger geschrieben?

Update vom 24. Mai: Erneut zeigt Xavier Naidoo, dass er Stefan Ratzeburg unterstützt. Auf Telegram schreibt der Sänger: „Lieber Stefan Ratzeburg, ich habe vor weit über 10 Jahren ein Lied namens "König von Deutschland"(Fortress) geschrieben. Wir suchen gerade fieberhaft diese Aufnahme. Der Refrain lautete ungefähr so: "Wir brauchen einen König von Deutschland, einen fairen Mann, einer der die Spreu vom Weizen trennen kann...‘“

Ist dies der Beweis, dass Xavier Naidoo also schon seit Jahren nicht mehr an die Regierung festhält? Und wird sein verschollener Song bald die neue Hymne für Ratzeburg? Es bleibt zu hoffen, dass das Lied nicht gefunden wird.

Name

Xavier Kurt Naidoo

Geboren

2. Oktober 1971 in Mannheim

Größe

1,76 m

Bekannte Alben

Nicht von dieser Welt, Hin und Weg

Eltern

Eugene Naidoo, Rausammy Naidoo

Ehefrau

Julia

Xavier Naidoo: „Bin ich ein Reichsbürger?“ Sänger mit widersprüchlicher Aussage

Update vom 22. Mai: Xavier Naidoo scheint sich in der Rolle des Verschwörungs-Rebellen sehr zu gefallen. Immer öfter teilt er auf Telegram kritische Berichte über sich und kommentiert dann das, was die „Presstituierten“, wie er die Medien nennt, über ihn schreiben. Auch dieser Artikel wird in der Gruppe von Xavier Naidoo geteilt, darunter die Worte „Hajoo, isch bin varriggd.“ Kurz darauf schreibt der 48-Jährige: „Bin ich ein Reichsbürger? Ich bin ein Erdenmensch. Und ihr?

Xavier Naidoo äußert sich zu den Vorwürfen ein Reichsbürger zu sein. 

Diese Aussage wird allerdings direkt mit dem nächsten Post von Xavier Naidoo wieder ad absurdum geführt. Dort verspricht er Stefan Ratzeburg – also König Stefan I von Preußen – dass er ihn groß rausbringen werde. Zudem wünsche sich Naidoo, dass die Geschichte des selbsternannten Hohenzollers, der mittlerweile natürlich auch einen eigenen Telegram-Account hat, wahr ist. 

Xavier Naidoo: Verschwörungsmythen über Telegram

Erstmeldung: Seit Wochen verbreitet Xavier Naidoo Verschwörungsmythen und abstruse politische Aussagen in der Öffentlichkeit. Auf seiner Lieblingsplattform Telegram teilt der Sänger aus Mannheim regelmäßig Videos seiner wirren Gedankengänge. Gerade wenn man denkt, abstruser könnte es nicht werden, schafft es der Sänger noch einen drauf zu setzen. Seine neueste Theorie: Die Erde sei eine Scheibe. Neben Antisemitismus, Rassismus und Homophobie wird dem 48-Jährigen seit Jahren auch vorgeworfen, ein Reichsbürger zu sein. So sagte er 2011 in einem Interview beim „ARD Morgenmagazin“, dass Deutschland nicht frei sei. Dass diese Behauptung nicht stimmt, siehst Du auch in unserem Verschwörungs-Faktencheck. Drei Jahre später trat Naidoo dann bei einer Versammlung von Reichsbürgern auf. Jetzt scheint der letzte Beweis für die Haltung des 48-Jährigen erbracht.

Xavier Naidoo: Hilfe für den König von Deutschland

In einem aktuellen Post auf Telegram teilt Xavier Naidoo ein Video des selbsternannten Königs von Deutschland. Damit ist nicht der Song von Rio Reiser gemeint, sondern Stefan Ratzeburg – oder wie er sich nennt: König Stefan I von Preußen! Der ehemalige Heizungs- und Lüftungsbauer behauptet in der Erbfolge einer Linie der Hohenzollern zu stehen. Die Adelsfamilie stellte mit Wilhelm II den letzten Kaiser Deutschlands, bevor dieser 1918 zum Ende des 1. Weltkrieges abdanken musste. Eigentlich ist Georg Friedrich Prinz von Preußen das aktuelle Familienoberhaupt der Hohenzollern – aber was interessieren einen schon Fakten, wenn man der König von Deutschland sein kann?

Xavier Naidoo will dem König von Deutschland zu Hilfe eilen.

Auf Telegram wird zuerst ein YouTube-Interview über Ratzeburg in der Gruppe „Xavier(Der VereiNiger)Naidoo“ gepostet. Darin wird die Queen von Großbritannien als „falsch“ betitelt und das ganze mit einem „Fakt“ erklärt, den Ratzeburg sich ausgedacht hat. Dort erklärt der selbst ernannte Monarch nämlich, dass Königin Elisabeth auch mit „R“ unterschreibe. Das stehe für „Royal, rex und ratzeburg – die drei guten Dinge“. Eigentlich steht das „R“ für Regina, also das lateinische Wort für Königin. Doch Xavier Naidoo selbst scheint das einleuchtend zu finden und schreibt in einem eigenen Post: „Stefan Ratzeburg. König von Deutschland. Wir kommen um Dir zu helfen.“ Dahinter einen Smiley in Form einer Faust. Wobei der Monarch Hilfe braucht, wird aber nicht erwähnt. 

Xavier Naidoo: Reichsbürger – Gefahr für Deutschland

Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ verneinen aus unterschiedlichen Motiven und mit unterschiedlichen Begründungen die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und ihres Rechtssystems. Unter anderem berufen sie sich hierbei auf das historische Deutsche Reich oder auf verschwörungstheoretische Argumentationsmuster. Sie sprechen den demokratisch gewählten Repräsentanten ihre Legitimation ab“, heißt es im Verfassungsschutzbericht 2018. Das Landesamt für Verfassungsschutz geht davon aus, dass etwa 19.000 Menschen in Deutschland zu dieser Gruppe gehören – alleine circa 3.200 in Baden-Württemberg. 

Als „Selbstverwalter“ werden zudem Personen bezeichnet, die Fantasiestaaten nach ihren eigenen Vorstellungen gründen. Im August 2016 ernannte sich zum Beispiel Stefan Ratzeburg zum Oberhaupt von Germanitien. Dabei handelt es sich um einen Scheinstaat, dessen Sitz sich in Schweden befindet. Reichsbürger und Selbstverwalter lehnen die „BRD-GmbH“ ab. Zudem setzten sie sich gegen Polizei und Ordnungsamt zur Wehr, weshalb seit Anfang 2017 jedem Mitglied waffenrechtliche Erlaubnisse abgenommen wurden. Im März wurde sogar die erste Reichsbürger-Gruppierung bundesweit verboten. Es handelt sich bei den Reichsbürgern aber nicht um eine einheitliche Bewegung, die alles miteinander koordiniert. Viel mehr gibt es verschiedene kleine Gruppierungen mit eigenen Bezeichnungen und Ausweisen. Viele der Anhänger vertreten rechtsextreme und antisemitische Ansichten. 

dh

Quelle: Mannheim24

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

Mehr zum Thema

Kommentare