Augenzeuge zieht ihn aus dem Fluss

Tragödie in Worms: Mann (†23) verunglückt beim Baden im Rhein

Worms-Rheindürkheim: Ein 23-jähriger Mann geht am Samstagabend im Rhein baden, als er in eine Notlage gerät. Ein mutiger Augenzeuge rettet ihn zwar aus dem Fluss, doch Stunden später erliegt der Mann seinen Verletzungen.

  • Ein 23-Jähriger geht am Samstagabend (18. Juli) im Rhein bei Worms-Rheindürkheim baden.
  • Augenzeugen sehen, dass der junge Mann in eine Notlage gerät und ein beherzter Ersthelfer zieht ihn aus den Rhein.
  • Trotz sofort eingeleiteter Reanimation verstirbt der junge Mann am nächsten Tag im Krankenhaus.

Nach einer verregneten Woche bringt das Wochenende dann doch noch sommerliche Temperaturen in die Metropolregion. Viele zieht es dabei an die umliegenden Seen oder Freibäder, um sich im kühlen Nass zu erfrischen. Ein 23-jähriger junger Mann geht am Samstag (18. Juli) im Rhein bei Worms-Rheindürkheim schwimmen und gerät dabei in eine Notlage. Zeugen sehen, wie der Mann im Fluss schwimmt, als er plötzlich mit den Armen wedelt und nach unten sinkt.

Sofort werden Polizei und Rettungskräfte alarmiert, die ausrücken, um den jungen Mann zu retten. Nach Angaben der Polizeiinspektion Worms soll ein zufällig vorbeifahrendes Sportboot die Notlage des 23-Jährigen gesehen und sofort reagiert haben. Schnell wendet das Boot und ein beherzter Ersthelfer kann den jungen Mann aus dem Fluss ziehen; doch der 23-Jährige hat in der Zwischenzeit schon das Bewusstsein verloren.

Rhein bei Worms: Junger Mann (†23) stirbt nach Badeunfall

Sofort leiten die mittlerweile eingetroffenen Rettungskräfte die Reanimation ein, doch vor Ort erlangt der junge Mann sein Bewusstsein nicht wieder und die Rettungskräfte bringen ihn im kritischen Zustand ins Krankenhaus. Bis in die Morgenstunden des darauffolgenden Tags kämpfen die Ärzte in der Klinik um das Leben des jungen Mannes, doch am frühen Sonntagmorgen (19. Juli) erliegt er seinen Verletzungen.

Polizei, DLRG und Feuerwehren warnen immer wieder davor, im Rhein zu schwimmen. Schwimmer unterschätzen oftmals die Strömung und Wassertemperatur, wodurch es immer wieder zu lebensgefährlichen Situationen kommt.

DLRG warnt vor Schwimmen im Rhein: „Wie mit dem Fahrrad auf der Autobahn“

Angesichts steigender Temperaturen und mancherorts geschlossener Schwimmbäder haben DLRG und Polizei erneut mit Nachdruck vor dem Baden etwa im Rhein gewarnt. „Wir raten jedes Jahr aufs Neue davon ab“, sagte Sprecher Marco Vogt von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Rheinland-Pfalz. Fließgewässer seien keine Badestellen – auch wegen der Schifffahrt. „Der Rhein ist so stark befahren wie etwa eine Autobahn. Die würde man auch nicht mit dem Fahrrad befahren“, sagte Vogt der Deutschen Presse-Agentur. Im Juni waren ein fünfjähriger Junge und seine Mutter beim Baden am Rhein im hessischen Trebur gestorben. „Wir warnen regelmäßig davor, in fließenden Gewässern zu schwimmen. Das ist sehr gefährlich“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Hessen. Die Menschen sollten sich nicht überschätzen – „das gilt gerade für Familien mit Kindern.“

Die Idee überwachter Badestellen bezeichnete Vogt von der DLRG als „wenig zweckdienlich“ und den falschen Weg, das reduzierte
Schwimmbadangebot zu kompensieren. „Selbst, wenn Sie bestimmte Bereiche von morgens bis abends bewachen, ist nicht gewährleistet, dass außerhalb der Wachzeiten oder an anderen Stellen Menschen in den Fluss steigen. Im Gegenteil: Man bestärkt die Menschen darin, sich der Gefahrenquelle Fluss unbedenklich zu nähern. Das wäre so, als wenn bestimmte Autobahnabschnitte für das Fahrrad frei gegeben würden. Welche Auswirkungen das auf die Sicherheit im Verkehr hätte, bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten.“ (pol/dpa/mw)

Rubriklistenbild: © dpa/Alexander Keutz

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