Seit 2016 in Rheinland-Pfalz

Von Parkbesuch bis zur Familienfeier: Wünschewagen bringt 68 Sterbenskranke an ihren Sehnsuchtsort!

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2018 erfüllte der Wünschewagen Rheinland-Pfalz 38 Sterbenskranken ihren letzten Wunsch. (Archivbild) 

Ludwigshafen/Worms - Noch einmal in den Park fahren oder mit der Familie feiern: Der Arbeiter-Samariter-Bund macht mithilfe seines Wünschewagens Träume von Sterbenskranken wahr.

Ins Stadion, ans Meer oder in den Freizeitpark: 38 sterbenskranke Menschen in Rheinland-Pfalz hat der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in diesem Jahr an einen letzten Sehnsuchtsort gebracht. Das Projekt erlange eine immer breitere Resonanz in der Öffentlichkeit, sagt die Sprecherin des ASB, Karina Dingebauer, in Mainz. 

„Wir erhalten immer mehr Anfragen. Insgesamt 68 Wünsche konnten wir mit der Hilfe von Ehrenamtlichen in den vergangenen zwei Jahren erfüllen.“ So habe sich ein 79-Jähriger den Traum erfüllt, noch einmal in einen Freizeitpark zu fahren, sagt Projektkoordinator Dirk Beyer vom ASB in Worms. 

Eigentliche habe der an Krebs erkrankte Mann nur die Lasershow im Park sehen wollen. „Die fand aber nicht statt. Aufgrund des stabilen Gesundheitszustandes des Mannes an diesem Tag haben wir uns kurzerhand entschlossen, so viele Fahrgeschäfte mitzunehmen wie nur möglich“, sagt Beyer. Der Hospizbewohner sei an diesem Tag gleich mehrere Runden Kettenkarussell gefahren. „Er wollte am liebsten gar nicht mehr raus aus dem Park“, sagt Beyer. 

Anderen Schwerkranken sei es ermöglicht worden, noch einmal ihre Lieblingsmannschaft bei einem Fußballspiel im Stadion zu sehen, ein Musical in Hamburg oder ein Konzert live mitzuerleben. Aber auch klassische Wünsche, wie die Teilnahme an einer Beerdigung oder an einer Familienfeier, wurden erfüllt. 

Ein todkranker Vater habe die Feier zur Silberhochzeit seiner Tochter besuchen wollen. „Er wollte unbedingt daran teilnehmen. Die Tochter wusste nichts von dem Wunsch, das Ganze hat er als Überraschung geplant“, erzählt Beyer. 

Seit 2016 in Rheinland-Pfalz im Einsatz

Seit 2016 ist der Wunscherfüller auf vier Rädern für todkranke Menschen in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Organisiert werden die Fahrten von den ASB-Kreisverbänden Worms und Ludwigshafen, die den Wünschewagen in Rheinland-Pfalz betreiben. 

Die Verbände erhielten dreimal so viele Anfragen im Jahr, wie sie Wünsche erfüllen könnten, sagt Beyer. Nicht immer komme es zu dem ersehnten und geplanten besonderen Tag. „Manche Menschen sterben dann doch schon früher. Oder die Wünsche werden von den Betroffenen aus den verschiedensten Gründen wieder zurückgezogen“, sagt Dingebauer. 

Der ASB könne nur Wunschorte ansteuern, die in Deutschland liegen und innerhalb eines Tages zu erreichen sind. „Wir hatten schon Anfragen für Fahrten nach Polen, Ungarn oder Süditalien. Längere Reisen kann der Wünschewagen derzeit aber nicht bewältigen“, sagt Beyer. 

Finanziert werden die Kosten aus Spenden, betreut werden die Fahrgäste und ihre Begleitperson von derzeit 95 freiwilligen ehrenamtlichen Mitarbeitern. Diese Helfer seien alle in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Rettungsdienst hauptberuflich tätig, was den Umgang mit den sterbenskranken Menschen einfacher mache. „Sie wissen, um was es an diesem Tag geht“, sagt Beyer. 

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Und trotzdem seien die Fahrten auch für die Ehrenamtlichen kein Alltagsgeschäft. Deswegen gebe es regelmäßig Nachgespräche mit den Mitarbeitern und organisierte Treffen der Ehrenamtlichen, um sich auszutauschen. Meistens sei die Stimmung während der Fahrten aber positiv, manche Fahrgäste blühten an diesem besonderen Tag auf. „Die Mitarbeiter können einen Tag dazu beitragen, dass das Leid der Menschen gelindert wird. Die Freude an diesem Tag nehmen auch sie mit“, sagt Beyer.

Auch in Mannheim gibt es einen Wünschewagen. Wie dort die Arbeit aussieht und wie sie die Mitarbeiter erleben, erfährst Du hier.

dpa/kp

Quelle: Mannheim24

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