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Wismar: Mann (49) droht Polizisten – und bezieht sich auf Morde von Kusel

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Von: Daniel Hagen

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Zwei tote Polizisten in Kusel
Ein Mann aus Wismar droht, die Morde von Kusel nachzuahmen. © Sebastian Gollnow/dpa

Wismar - In Mecklenburg-Vorpommern wird die Wohnung eines Mannes durchsucht. Der soll zuvor eine Nachahmung der Morde in Kusel angedroht haben!

Nach schrecklichen Ereignissen gibt es auch immer wieder Menschen, die diese gerne nachahmen möchten – oder zumindest damit drohen. Dieses sozialpsychologische Phänomen nennt sich „Werther-Effekt“, sobald es sich auf Suizide bezieht. So mancher Experte zählt mittlerweile sogar Amokläufe dazu, da diese oft auch Nachahmer anlocken und mit dem Tod des Amokläufers enden – so wie Ende Januar in Heidelberg. In der Kriminologie bezeichnet man solche Nachahmungstäter als „Trittbrettfahrer“. Ein solcher hat sich gerade in Wismar viel Ärger eingehandelt, indem er eine grausame Tat wie in Kusel angekündigt hat!

StadtWismar (Mecklenburg-Vorpommern)
Fläche41,36 km²
Bevölkerung44.730 (31. Dez. 2008)
BürgermeisterThomas Beyer (SPD)

Wismar: Mann kündigt Morde wie in Kusel an

Am Montag (31. Januar) werden zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz ermordet. Die beiden mutmaßlichen Mörder sollen Wilderer gewesen sein, die gerade Wild in ihrem Wagen transportiert haben. Die schreckliche Tat hat in der gesamten Republik für einen Schock gesorgt. Doch wie so oft gibt es auch Menschen, die solche Verbrechen feiern – vor allem in den sozialen Medien. So mancher scheint allerdings auch zu glauben, dass sie mit der Drohung einer Nachahmung für Angst sorgen können. So wie zum Beispiel nach dem Tankstellen-Mord von Idar-Oberstein, in dessen Schatten sich Maskenverweigerer einen „Spaß“ daraus gemacht haben, Personal zu bedrohen, das sie auf die Maskenpflicht aufmerksam macht.

Auch die Polizisten-Morde in Kusel zeigen einen solchen Effekt. So ist nur ein paar Tage später ein Mann festgenommen worden, der Menschen dazu aufgerufen hat, Beamte zu erschießen. Ein weiterer Vorfall dieser Art ereignet sich am Freitag (4. Februar) in der Stadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hat ein 49-Jähriger während eines Drohanrufs bei der Polizei gesagt, „dass er gut und gern auch hier zwei Polizeibeamtinnen erschießen würde.“

Wismar: Polizei findet Waffe bei Durchsuchung

Wie ein Sprecher der Polizei Wismar erklärt, habe der Mann zuerst seinen Unmut über die Polizei kundgetan und sich dann offensichtlich in Anspielungen auf die Morde in Rheinland-Pfalz bezogen. Womit der 49-Jährige wohl nicht gerechnet hat: Aufgrund der Drohung erlässt das zuständige Amtsgericht einen Durchsuchungsbefehl für die Wohnung des Verdächtigen. Nachdem sich die Beamten Zugang zu dieser verschafft haben, werden sie sogar fündig. Neben einer geringen Menge Drogen finden die Ermittler auch eine Schreckschusswaffe! Der 49-Jährige wird zudem vorläufig festgenommen, am Samstagmorgen (5. Februar) aber wieder freigelassen. (dpa/dh)

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