Jugendhilfe nimmt Stellung zu Aufsichtspflicht

17-Jähriger begrapscht Mädchen im Miramar: Betreuer unter der Dusche! 

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Wieder ereignete sich ein sexueller Übergriff im Miramar

Weinheim - Nach dem sexuellen Übergriff auf ein Mädchen im Miramar meldet sich die Jugendhilfe des Tatverdächtigen. Was sie über die Aufsichtspflicht sagt:

+++ UPDATE +++

Am Mittwoch (10. Oktober) ereignet sich wieder ein Vorfall im Miramar. Ein Exhibitionist belästigt dort mehrere Badegäste

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Das Miramar in Weinheim macht in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen wegen sexuellen Übergriffen – wie am Samstag (6. Oktober).

Ein 12-jähriges Mädchen wird auf der Wasserrutsche im Intimbereich berührt. Als Tatverdächtiger kommt ein 17-jähriger Afghane in Frage, der noch am gleichen Abend von der Polizei festgenommen wird. Er gehöre zu einer vierköpfigen Gruppe minderjähriger Flüchtlinge aus einer kirchlichen Jugendhilfeeinrichtung, die das Bad besucht hätten. 

Kurz nach dem Vorfall meldet sich der Inhaber des Freitzeitbads. Er findet deutliche Worte für den Betreuer des jungen Tatverdächtigen: „Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass die Aufsichtspflicht für diese Jugendlichen verletzt worden ist.

Nun meldet sich die Jugendhilfeeinrichtung zu Wort und nimmt Stellung!

Auf Anfrage von MANNHEIM24 meldet sich Beate Mayer vom Jugendhilfeverbund Antoniusheim in Wiesbaden. Sie erklärt, dass die Aufsichtspflicht immer abhängig vom Alter der Minderjährigen sei. Aber grundsätzliche könne der 17-Jährige auch ohne Begleitung in ein Schwimmbad gehen. 

„Worauf das Freizeitbad seine Unterstellung gründet, dass der 17jährige Jugendliche nicht (ausreichend?) beaufsichtigt worden sei, erschließt sich weder uns noch der Betreuungseinrichtung, erklärt auch Christa Enders, Leiterin des Amts für Soziale Arbeit Wiesbaden.

Am Samstag war die Situation, dass ein Betreuer mit vier Jugendlichen das Miramar besuchte“, meint Mayer. Dies sei „ein absolut adäquates Verhältnis von Betreuer zu Jugendlichen.

Die stellvertretende Verbundleiterin macht zudem deutlich, „dass es nicht möglich ist (und auch nicht erforderlich), ununterbrochen Jugendliche im Auge zu haben und jedes Fehlverhalten zu verhindern.“

Betreuer war während Übergriff in der Dusche

Zum Tatzeitpunkt sei der Betreuer in der Dusche gewesen, da der Badeaufenthalt zu Ende gegangen sei und die Rückreise angestanden habe. Dies sei auch so mit den Jugendlichen besprochen worden. „Er war gerade auf dem Weg die Jugendlichen einzusammeln und in die Duschen zu schicken, als er die Polizei und Mitarbeiter des Miramar bei den Jugendlichen antraf“, so Mayer weiter. 

Mayer sagt zum Abschluss, dass „unabhängig von der Frage nach der Aufsichtspflicht, es uns selbstverständlich ein großes Anliegen ist, den Jugendlichen angemessenes Verhalten zu vermitteln.“

jol

Quelle: Mannheim24

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