Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

Nach Sexualdelikten im Miramar: „Wer hier Böses tut, geht in Handschellen raus!“ 

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Weinheim - In den letzten Monaten hat es viel Trubel um das Spaßbad Miramar gegeben. Nun äußert sich Miramar-Chef Marcus Steinhart zu den Vorfällen:

In den letzten Monaten war das Freizeitbad Miramar in Weinheim immer wieder in den Schlagzeilen. Mehrmals soll es dort zu Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen gekommen sein. Das schlägt sich auch in den Bewertungen des Spaßbades nieder: „Ich habe Angst, dass meine Kinder oder ich belästigt werden“ oder: „Das Erlebnisbad ist mittlerweile überregional dafür bekannt geworden, dass es in den letzten Monaten immer wieder Fälle von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigungen gab“, schreiben User. 

Vergewaltiger und Exhibitionisten im Miramar: Geschäftsführer äußert sich

In einer Pressekonferenz am Freitag 22. März äußert sich der Geschäftsführer des Miramar, Marcus Steinhart, zusammen mit dem Medienberater Hardy Prothmann zu den Vorwürfen, dass das Miramar versucht haben soll, dementsprechende Vorfälle ‚zu vertuschen‘ und nicht darüber zu berichten. „Sobald wir von einem solchen Vorkommnis erfahren, wird sofort die Polizei eingeschaltet. Die kümmern sich dann um den mutmaßlichen Täter. Wie es dann weitergeht, ist Sache der Staatsanwaltschaft, die uns nicht darüber informiert“, so Steinhart. 

Allerdings räumt er auch einen Fehler seinerseits ein: „Es war teilweise so, dass ich nicht informiert worden bin, wenn die Polizei gerufen wird. Das hat sich jetzt geändert! Uns ist es außerdem sehr wichtig, Transparenz zu zeigen – wir wollen nichts vertuschen“ 

Sicherheitsmaßnahmen im Miramar wegen sexuellen Übergriffen

Insgesamt ist es im Miramar im Jahr 2017 zu 18 Fällen, 2018 zu 11 Fällen gekommen, die unter mutmaßliche Sexualdelikte fallen. Dazu gehören auch exhibitioniste Handlungen, drängendes Nachstellen oder auch Verfolgen bestimmter Personen sowie unsittliche Berührungen. 

Im Dezember 2018 fällt das Urteil gegen den 51-jährigen Mike W. Er wird wegen des sexuellen Missbrauchs eines acht und neunjährigen Mädchens im Miramar in 15 Fällen und Besitz kinderpornografischen Materials zu 2 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilt. Im April 2017 werden vier Mädchen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren im Miramar von mehreren Minderjährigen im Bereich einer Wasserrutsche unsittlich berührt und begrapscht. Sie werden zu mehreren Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

„Diese Vorfälle haben sich reduziert – aber jeder Fall ist einer zu viel! Und deshalb haben wir einige Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, damit es nicht wieder zu Übergriffen kommt“, erklärt Steinhart. Die Mitarbeiter des Miramar seien geschult worden und es sei versucht worden, ein Muster zu finden:„Gibt es bestimmte Bereiche, in denen es öfters zu solchen Vorfällen kommt, passiert es zu bestimmten Uhrzeiten – wir haben überprüft, ob es Regelmäßigkeiten gibt. Das war nicht so.“

Die Mitarbeiter des Bades würden nun auch präventiv vorgehen. So sprechen sie zum Beispiel unbeaufsichtigte Kinder an und machen die Eltern darauf aufmerksam, dass sie ihre Sprösslinge im Blick haben müssen. Außerdem sei das Personal aufgestockt und ein ehemaliger Polizist für die Sicherheit eingestellt worden. Auf jegliche Verstöße würde sofort mit Hausverbot reagiert. „Trotzdem kann ich natürlich nicht garantieren, dass es in Zukunft nicht wieder passiert – wir können den Leuten nicht in den Kopf schauen! Aber jeder einzelne Vorfall wird sofort der Polizei gemeldet!“, erklärt Marcus Steinhart. 

Medienberater Hardy Prothmann ergänzt: „Wer hier mit der Absicht herkommt, etwas Böse und Unsittliches zu tun und übergriffig zu werden, geht in Handschellen wieder raus!“

Miramar Weinheim: Keine sexuellen Übergriffe mehr seit Oktober 2018 

Immerhin: Die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen im Miramar scheinen die erwünschte Wirkung erzielt zu haben. Im Oktober 2018 ist es zuletzt zu einem sexuellen Übergriff gekommen (der dem Miramar bekannt ist). Seit einem halben Jahr ist es wieder ruhiger geworden in dem deutschlandweit berühmten Spaßbad, welches 2017 Rekordzahlen verzeichnet: Rund 710.000 Besucher sind in das Miramar gekommen. Am Montag (25. März) steht ein Mann vor Gericht, der eine Frau im Miramar verletzt und vergewaltigt haben soll.

Doch am 30. Juli ändert sich dies, als ein 70-Jähriger mit abstoßendem Verhalten in dem Freizeitbad auffällt

cet

Quelle: Mannheim24

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