Amtsgericht Weinheim

Palettenleger-Prozess: 20-Jähriger verurteilt!

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Die Schlossgasse in Weinheim-Lützelsachsen: Hier ereignete sich im Mai 2013 der schwere Unfall.

Weinheim - Er legte eine Palette auf die Straße und verursachte so einen schweren Sturz eines Fahrradfahrers, der bis heute an den Folgen leidet. Nun wurde der heute 20-jährige Angeklagte für schuldig befunden.

Der tragische Unfall am 12. März 2013, bei dem ein damals 37-jähriger Fahrradfahrer so schwer über eine auf die Straße gelegte Europalette stürzte, dass er bis heute mit den Folgen zu kämpfen hat, hatte in Weinheim für großes Aufsehen gesorgt. Die Angehörigen starteten in sozialen Netzwerken Aufrufe und verteilten in der ganzen Stadt Flugblätter, um den Täter zu finden, der das Leben des geschädigten Weinheimers (39) für immer verändern sollte.

Die Folgen des Sturzes: ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, vier Wochen Koma, monatelange Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte. Bis heute leidet der Mann an Orientierungs- und Sprachproblemen, kann sich zudem an nichts mehr vor 2007 - dem Jahr seiner Hochzeit erinnern - und auch von dem Unfall selbst weiß er nichts mehr. Seinen früheren Beruf als Produktmanager kann er nicht mehr ausüben. So kommen zu den körperlichen und psychischen Problemen auch finanziellen Sorgen, denn als ehemaliger Hauptverdiener wissen er und seine Familie nicht, wie sie die Finanzierung ihres Einfamilienhauses stemmen sollen. All das schilderte der Geschädigte beim ersten Prozesstag am 2. März 2015. Der Angeklagte 20-Jährige machte hingegen von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.

Ihm wurde der Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen - Jugendrichterin Claudia Zimmer-Odenwälder befand den Angeklagten nun in beiden Anklagepunkten für schuldig. 

Die Strafe: zwei Wochen Dauerarrest, er muss für die Auslagen der Nebenklage aufkommen und hat außerdem die Kosten des Verfahrens zu tragen.

Für die Jugendrichterin sprechen mehrere Indizien klar dafür, dass niemand als der Angeklagte für die Tat in Frage kommt. Zum einen, da er sich aufgrund der aufwendigen, zeitlichen Rekonstruktion des Tatabends durch ermittelnde Polizeibeamten zum Zeitpunkt des Unfalls in unmittelbarer Nähe des Tatortes befunden haben muss. 

Zum anderen die Tatsache, dass er und ein Zeuge - ein guter Freund des Verurteilten - in besagter Nacht an der gleichen Stelle in der Schlossgasse bereits eine Palette auf die Straße gestellt hatten, was ein Nachbar jedoch kurz darauf gemerkt und die Palette wieder zurückgeräumt hatte. Auf dem Rückweg von einer Party waren die beiden wieder an der Schlossgasse vorbeigekommen, wo sich ihre Wege schließlich trennten. Ob der angeklagte 20-Jährige die Palette dann erneut auf die Straße gelegt hat, wollte der 19-jährige Zeuge nicht wissen.

Zimmer-Odenwälder nahm den Gedanken der ermittelnden Beamten des Polizeipräsidiums vom ersten Prozesstag auf und erwähnte, wie gering die Wahrscheinlichkeit wohl sei, dass ein anderer Täter in derselben Nacht auf genau die gleiche Idee an gleicher Stelle gekommen sei. Zudem ist der 20-Jährige bereits zuvor strafrechtlich in Erscheinung getreten. Damals versuchte er bereits, Beweise zu vertuschen. Der 20-jährige Student schüttelte während der Urteilsverkündung immer wieder den Kopf. 

rob

Quelle: Mannheim24

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