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Weihnachtsmärkte in RLP: Hier ist der Budenzauber bereits vorbei

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Von: Daniel Hagen

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Rheinland-Pfalz: In zahlreichen Städten laufen die Weihnachtsmärkte unter sehr strengen Auflagen. Nun kündigen die ersten schon wieder den vorzeitigen Abbruch an.

Update vom 10. Dezember, 19:15 Uhr: Die Stadtverwaltung in Speyer hat bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass sich die beteiligten Schaustellerfamilien und Betreiber darauf verständigt haben, den Weihnachtsmarkt bis zum 18. Dezember weiterlaufen zu lassen. Danach werde der Weihnachtsmarkt abgebrochen. Damit endet ein langwieriges Hin und Her mit der endgültigen Gewissheit.

Weihnachtsmärkte in RLP: Corona-Hotspot – Nächste Stadt stoppt Budenzauber

Update vom 7. Dezember, 7:21 Uhr: Als hätten sie es geahnt... Ausgerechnet die beiden Städte Neustadt/Weinstraße und Speyer, die ihre Weihnachtsmärkte vorsorglich geschlossen haben bzw. das dieser Tage noch tun werden, sind am Dienstag (7. Dezember) die traurigen Hotspots im Land! Wie das Robert Koch-Institut (RKI) meldet, hat Neustadt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 666,0 den Höchstwert vor dem rund 27 Kilometer östlichen Nachbarn Speyer mit 634,6.

Weihnachtsmärkte in RLP: Wegen Horror-Inzidenz! Nächste Stadt stoppt Budenzauber

Update vom 4. Dezember, 16:09 Uhr: Und der nächste große Pfälzer Weihnachtsmarkt muss Corona-bedingt die Segel streichen. Nachdem die Stadt Speyer zunächst nur am besucherstärksten Tag, nämlich sonntags, schließen wollte, hat man sich im Rathaus jetzt umentschlossen. Heißt im Klartext: Schon am morgigen Sonntag (5. Dezember) bleibt der Budenzauber komplett zu. Mit dieser harten Maßnahme wolle man verhindern, dass enttäuschte Besucher aus Neustadt und Landau nach Speyer pilgern.

In der kommenden Woche soll in Absprache mit den Marktbetreibern entschieden werden, wann endgültig vorzeitig die Lichter am Weihnachtsmarkt ausgehen, wie der SWR berichtet. Gründe für das generelle Aus seien laut Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) die hohe Corona-Inzidenz (571,5, Stand 4. Dezember) und überlastete Krankenhäuser: „In den Krankenhäusern kämpfen wir um das Leben der Corona-Kranken und auf das Straße feiern wir Weihnachtsmarkt. Diese Situation ist surreal“, bringt es OB Seiler im SWR auf den Punkt.

Weihnachtsmärkte in RLP: Corona-K.o. – Auch diese Stadt bricht Budenzauber ab

Update vom 1. Dezember, 12:41 Uhr: Und die nächste Stadt gibt auf! Nachdem bereits Neustadt/Weinstraße den Weihnachtsmarkt aufgrund der dramatischen Corona-Lage vorzeitig komplett geschlossen hat, folgt jetzt rund 20 Kilometer weiter die nächste Kommune: Die Stadt Landau wird ihren kunsthandwerklichen Thomas-Nast-Nikolausmarkt vorzeitig beenden. Das hat der Stadtvorstand um OB Thomas Hirsch (CDU) am Dienstag (30. November) bei einer kurzfristig anberaumten Sitzung entschieden.

Heißt: Seit dem heutigen Mittwoch gelten eine verschärfte Maskenpflicht und verkürzte Öffnungszeiten bis 19 Uhr. Am Samstag (4. Dezember) ist dann endgültig der letzte Tag des Landauer Weihnachtsmarktes. Die Verwaltung und ihr Büro für Tourismus (BfT) haben jedoch angekündigt, dass vereinzelte Attraktionen wie die Eislaufbahn (Untertorplatz) und das Riesenrad (Obertorplatz) in der Innenstadt verbleiben.

Tolle Geste: Weil es bei den Schaustellern durch den Einnahmeverlust teils um die finanzielle Existenz geht, verlangt die Stadt Landau keine Standgebühren von den Markt-Beschickern.

Weihnachtsmärkte in RLP: Intensivstation voll! Erste Stadt bricht Budenzauber ab

Erstmeldung vom 30. November: Während die besinnliche Zeit losgeht und wir in wenigen Wochen Weihnachten feiern werden, steigen die Corona-Zahlen im ganzen Land an. Aus diesem Grund haben zahlreiche Städte schon im Vorhinein ihre traditionellen Weihnachtsmärkte abgesagt. Zu groß ist die Gefahr der vierten Welle – vor allem jetzt, wo noch eine neue Variante namens Omikron aufgetaucht und sogar schon in Deutschland angekommen ist. Städte, die trotzdem ihre Weihnachtsmärkte eröffnet haben, greifen auf strenge Maßnahmen wie die 2G-Plus-Regel zurück. Doch die Kritik ist in den letzten Wochen immer lauter geworden. Wie kann man einen solchen Markt veranstalten, während die Intensivstationen immer voller werden?

Weihnachtsmärkte in Rheinland-Pfalz: Neustadt bricht Markt ab

Mit dieser Frage musste sich auch die Stadt Neustadt ganz akut beschäftigen. Denn während der Weihnachtsmarkt dort seit 11. November läuft, werden die Betten auf der Intensivstation immer knapper. „Heute Morgen erhielt ich einen sehr ernsten Anruf, aus dem Krankenhaus Hetzelstift. Der ärztliche Direktor schilderte mir ein sich problematisch zuspitzendes Lagebild. Die Lage war am Krankenhaus lange stabil, aber nun ist die Intensivstation voll“, erklärt Oberbürgermeister Marc Weigel in einem Live-Video.

Coronavirus - Weihnachtsmarkt Frankfurt am Main
In Neustadt wird der Weihnachtsmarkt abgebrochen. (Symbolfoto) © Julia Cebella/dpa

Aus diesem Grund habe man sich entschieden, die Reißleine zu ziehen. Die Stadtverwaltung bricht den Weihnachtsmarkt in Neustadt ab! Bereits ab Dienstagabend (30. November) müssen ab 18 Uhr die Zelte geschlossen werden, die dort erst seit rund zwei Wochen gestanden haben. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt an diesem Tag 600,3 – der zweithöchste Wert in ganz Rheinland-Pfalz. Man müsse daher als Stadt ein Signal aussenden, um die Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Das sei laut Weigel das „Gebot der Stunde.“ Auch alle anderen Veranstaltungen im Dezember fallen flach.

Neustadt: Abbruch des Weihnachtsmarktes soll Signal senden

„Wir sind uns darin einig, dass der Weihnachtsmarkt kein Pandemietreiber war und dennoch geht eine Botschaft und eine Wirkung von ihm aus, was eben nicht zu diesem besagten Gebot der Stunde passt“, ergänzt Marc Weigel. Ob jetzt andere Städte dem Beispiel folgen und ihre Weihnachtsmärkte spontan abbrechen werden, ist derzeit noch nicht bekannt. In Baden-Württemberg müssen ab Donnerstag (2. Dezember) alle Märkte im ganzen Bundesland schließen. Je nach Ausgang der Ministerpräsidenten-Konferenz am 30. November könnte das sogar bald für jedes Bundesland gelten. (dh)

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