Aktionäre müssen noch zustimmen

6,5 Milliarden Euro! SAP schluckt US-Softwarefirma Concur

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Walldorf - Kaum ist Bill McDermott (53) alleiniger SAP-Chef, geht der Amerikaner in seiner Heimat auf milliardenschwere Shopping-Tour: Er will die Softwarefirma Concur kaufen.

Es wäre der größte Deal in der 41-jährigen Erfolgsgeschichte von Software-Riese SAP!

Die Walldorfer unter Führung von Bill McDermott (53) wollen für 6,5 Milliarden Euro (8,3 Mrd. US-Dollar) die US-Softwarefirma Concur kaufen. Dies würde den Schuldenberg schlagartig mehr als verdoppeln.

Mit der Übernahme des Spezialisten für Reisemanagement und Reisekostenabwicklung will die SAP ihr wachsendes Cloud-Geschäft mit Software, die im Abo-Modell von fremden Servern angeboten wird, ausbauen.

"Es geht nicht darum, was wir dafür zahlen, sondern was wir damit machen", sagte SAP-Chef Bill McDermott gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Concur solle als eigenständige Einheit weitergeführt werden, das Management bleibe an Bord, so McDermott weiter.

Die beiden Vorstandssprecher des Softwareherstellers SAP, Bill McDermott (re.) und Jim Hagemann Snabe.

Ziel sei es auch, das Handelsnetzwerk zu erweitern, auf dem seine mehr als 250.000 Firmenkunden miteinander in Kontakt treten können. Concur hat eine Plattform entwickelt, um rund um Geschäftsreisen tätige Firmen wie Hotels und Mietwagenzentralen zu vernetzen. Zu den Partnern gehören auch Startups wie die Mitwohnzentrale Airbnb und der Mitfahrdienst Uber.

Mit 129 US-Dollar je Concur-Aktie zahlt SAP einen Aufschlag von 20 Prozent. Die Übernahme werde mit Hilfe von Kreditlinien über sieben Milliarden Euro finanziert, die nicht nur den Kaufpreis und Kosten aus der Übernahme, sondern auch die Rückzahlung von bestehenden Schulden von SAP abdecken, erklärt ein SAP-Sprecher.

Weil vielen Analysten der Deal zwar "strategisch sinnvoll", aber sehr teuer erscheint, fiel die SAP-Aktie um 2,8 Prozent.

Erst 2012 hatte SAP den Anbieter von Personalsoftware Successfactors für 2,5 Milliarden Euro und die Handelsplattform Ariba für 3,4 Milliarden Euro gekauft. Derzeit ist SAP weltweite Nummer zwei im Geschäft mit Abo-Software hinter dem US-Anbieter Salesforce.com.

Intern ist SAP immer noch dabei, die Großübernahmen der vergangenen Jahre zu verdauen. In diesem Jahr kündigte der Softwarekonzern einen Personalumbau an, der weltweit gut drei Prozent seiner 67.000 Mitarbeiter betreffen wird. 

Die Concur-Aktionäre und die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Die Übernahme soll aber nach Angaben von SAP spätestens Ende März 2015 abgeschlossen werden.

dpa/pek

Quelle: Mannheim24

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