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Rheinland-Pfalz: Druckwelle nach Vulkanausbruch im Pazifik sogar in Mainz „spürbar“

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Von: Daniel Hagen

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Mainz - Nach einem Vulkanausbruch im Pazifik ist das Ausmaß der Schäden noch unklar. Die Luftdruckwelle ist dabei so stark, dass man sie sogar in Deutschland registriert.

Der Ausbruch eines Untersee-Vulkans sorgt am Samstag (15. Januar) für jede Menge Chaos und Zerstörung. Hunga-Tonga-Hunga-Ha‘apai liegt mitten im Südpazifik im polynesischen Königreich Tonga, das aus etwa 170 bewohnten und unbewohnten Inseln besteht. Gegen 20 Uhr mitteleuropäischer Zeit bricht der Vulkan aus und schleudert eine gigantische Wolke aus Asche und Gas kilometerweit in die Höhe, die auf Satellitenaufnahmen wie die Explosion einer gewaltigen Bombe aussieht.

Durch die Eruption wird zudem eine Tsunami-Welle ausgelöst, die in Japan, Alaska und Südamerika an die Küsten schwappt. Es handelt sich laut Experten wahrscheinlich um die stärkste Eruption weltweit seit dem Ausbruch des Pinatubo auf den Philippinen im Jahr 1991!

NameTonga
KontinentOzeanien
HauptstadtNuku'alofa
KönigTupou VI.
Bevölkerung105.697 (2020) Weltbank

Vulkanausbruch im Pazifik: Druckwelle auch in Mainz registriert

Der Ausbruch des Vulkans ist sogar in der rund 16.000 Kilometer entfernten rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz registriert worden. „Eigentlich haben wir zurzeit ruhiges Hochdruckwetter, viel Nebel, viel Grau, beim Luftdruck passiert da nicht viel“, erklärt Meteorologe Philipp Reutter von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz dem SWR. Am Samstag habe es aber gleich zwei deutliche Spitzen in der Luftdruckkurve gegeben.

Dabei handelt es sich beide Male um den Ausbruch des Vulkans Hunga-Tonga-Hunga-Ha‘apai. So habe sich die gewaltige Luftdruckwelle in beide Richtung begeben und sei gegen 20 Uhr aus dem näheren Osten und gegen 2 Uhr aus dem weiteren Westen gemessen worden. Erst letztes Jahr hat ein Vulkanausbruch auf La Palma für Chaos und Zerstörung gesorgt.

Vulkanausbruch im Pazifik: DWD erwartet keine Auswirkungen für Deutschland

Auch die meteorologischen Messgeräte des Deutschen Wetterdienstes (DWD) können am Samstag die Druckwelle erfassen. Zuerst im Norden bei Helgoland, später dann im Süden im bayerischen Hohenpreißenberg. Aufgrund der Aufzeichnungen lässt sich sogar berechnen, dass die Welle eine Geschwindigkeit von etwa 1.050 Kilometer pro Stunden erreicht hat! Aus Richtung Westen, wo die Eruption etwa 23.000 Kilometer zurücklegen muss, kommt man sogar auf 1.090 Stundenkilometer.

Nach Ausbruch von Untersee-Vulkan im Pazifik-Raum
Am Samstag bricht im Pazifik ein Vulkan aus. © Tonga Geological Services/dpa

Viele Menschen machen sich nun Sorgen, ob der Vulkanausbruch in Tonga auch Auswirkungen auf Europa haben könnte, zum Beispiel in Form der Asche, die in die Atmosphäre gespuckt wird. Ob sich dort Partikel befinden, könne der DWD erst in Wochen bis Monaten sagen. „Aufgrund der geographischen Lage und der Erkenntnisse über den Austausch von Luftmassen in der Atmosphäre sind spürbare Auswirkungen auf Wetter und Klima in Deutschland nicht zu erwarten“, heißt es aber auf der Seite des Dienstes. (dpa/dh)

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