Urteil gefallen

Brandstifterin bekommt vier Jahre und neun Monate!

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Vier Jahre und neun Monate – eine gerechte Strafe!?

Am heutigen Mittwoch fiel das Urteil des Mannheimer Landgerichts: Die 57-jährige Frau, die ihre Wohnung in Brand gesteckt hatte, muss vier Jahre und neun Monate in Haft. 

Weil sie ihre Wohnung mit Benzin in Brand gesteckt hat, während ihm Erdgeschoss Menschen schliefen, muss die 57-Jährige jetzt hinter Gittern. Der Staatsanwalt hatte am Dienstag auf eine Haftstrafe von fünfeinhalb Jahre plädiert (MANNHEIM24/HEIDELBERG24 berichtete). 

Jetzt fiel das Urteil:  Vier Jahre und neun Monate – knapp ein Jahr weniger als von der Staatsanwaltschaft gefordert.

Der Tathergang: Aus Sicht der Kammer hatte sie am Vorabend der Tat im Januar bei einer Tankstelle einen Fünf-Liter-Kanister mit Benzin gekauft. Dabei war sie von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Am frühen Morgen verteilte sie den Brandbeschleuniger in ihrer Wohnung und entzündete das Feuer. 

Das Mannheimer Landgericht: In diesem Gebäude fiel heute das Urteil 

"Sie verließ das Haus über die hölzerne Treppe, ohne sich um die Nachbarin zu kümmern", sagte der Richter. Dann habe sie sich wochenlang im Gartenhaus ihrer Schwester versteckt. 

Eine Prospekt-Verteilerin bemerkte den Brand und alarmierte die Feuerwehr. Die Nachbarin und ihr Lebensgefährte konnten rechtzeitig fliehen. Es hätte aber aus Sicht der Kammer auch viel schlimmer kommen können: Die Nachbarn schliefen demzufolge arglos und rechneten nicht mit einem Angriff.

Der Richter betonte, die Treppe und die Böden des rund 100 Jahre alten Hauses seien aus Holz und damit sehr leicht brennbar gewesen.

Der Grund für die Brandstiftung: Die Frau habe wegen einer Räumungsklage befürchtet, die Wohnung in ihrem Elternhaus zu verlieren, sagte der Vorsitzende Richter am Mittwoch vor dem Mannheimer Landgericht. 

Damit niemand sonst einziehen könne, habe sie die Wohnung "dem Erdboden gleichmachen" wollen. Ihre Schwester hatte das Haus laut Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr verkauft.

Nach dem Tod ihrer Mutter vor einigen Jahren soll sich die Angeklagte immer mehr zurückgezogen haben. Die Wohnung war laut der Kammer ihr Lebensmittelpunkt. Am Ende habe sie noch nicht einmal mehr mit ihren direkten Nachbarn gesprochen. 

Die Kammer wertete die Tat als versuchten Mord und schwere Brandstiftung. "Die Angeklagte ist eine intelligente Frau", sagte der Richter. Sie sei sich über die Auswirkungen ihrer Tat im Klaren gewesen.  Ob sie jedoch auch wusste, dass deren Freund anwesend war, blieb unklar.

dpa/nis

Quelle: Mannheim24

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