"Schisser"-Graffiti, neue Vorwürfe

Unbekannte beschmieren Polizeiwache in H 4

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Nach der tödlichen Attacke auf einen 20-Jährigen, bei dem der Polizei der Vorwurf gemacht wurde, nicht korrekt gehandelt zu haben, beschmierten Unbekannte das Polizeirevier, vor dem sich die schreckliche Tat ereignete.

In einer Stellungnahme weist die Polizei jegliche Vorwürfe zurück, doch viele Anwohner äußern sich kritisch gegenüber den offiziellen Angaben zum Tathergang. Nun beschmierten Unbekannte die Polizeiwache mit einem Graffiti.

Am späten Donnerstagabend starb ein 20-Jähriger auf dem Weg ins Krankenhaus, nachdem er vor dem Polizeirevier im Quadrat H 4 niedergestochen wurde.

Zu dieser Zeit befand sich laut offizieller Stellungnahme von Polizei und Staatsanwaltschaft ein Beamter auf der Wache, während drei Streifenwagen im Einsatz waren. Weiter hieß es, dass sich für den Beamten eine Auseinandersetzung vor der Wache, auf die er aufmerksam geworden war, als Schlägerei darstellte, weshalb er aus dem Fenster sprang und sofort eingriff. Er versuchte beide Parteien zu trennen, wobei er selbst angegriffen wurde, danach forderte er Hilfe über Funk an. Der Beamte zog sich daraufhin zurück, um seine Schutzweste anzulegen und das Eintreffen der Verstärkung abzuwarten.

Als er kurz darauf den blutenden Mann vor der Polizeiwache wahrnahm, leistete der Beamte, zusammen mit einem Passanten, erste Hilfe bis zum Eintreffen der angeforderten Rettungs- und Polizeikräfte.

Schwere Vorwürfe gegen Polizei

So weit die offiziell Version, doch viele Zeugen und Anwohner wollen das jedoch anders gesehen haben. Sie sprechen von einem feigen Verhalten der Polizei und unterstellen, dass es viel zu lange gedauert habe, bis jemand auf die Hilferufe des 20-Jährigen reagiert habe.

Gestern Abend berichtete das Morgenweb zudem von zwei weiteren Zeugen, die den Tathergang beobachtete haben wollen – einer der beiden habe sich zum Tatzeitpunkt in einem Internet-Café auf der gegenüberliegenden Straßenseite befunden. "Der Junge hat vor der Wache gestanden, er hat um Hilfe geschrien, aber obwohl ein Fenster offen stand, hat keiner reagiert, kam ihm keiner zu Hilfe", wird der Zeuge zitiert. 

Stellungnahme und Zeugenbericht stimmen erst nach dem Zufügen der tödlichen Verletzung wieder überein, wenn es nämlich heißt, dass der Beamte aus dem Fenster gesprungen sei, als der 20-jährige Mann in seinem eigenen Blut am Boden lag. 

"Der Polizist ist nur einmal aus dem Fenster gesprungen. Und zwar, als der Täter dem Jungen schon die Kehle durchgeschnitten hatte und geflüchtet war. Das können wir beide, ich und der Zeuge, der alles beobachtet hat, bestätigen", zitiert die Seite den Zeugen weiter.

Einen anderen Weg, ihren Frust über die Stellungnahme der Polizei und Staatsanwaltschaft freien Lauf zu lassen, wählten Unbekannte in der Nacht zu Sonntag. Im Quadrat H 4 prangt nämlich seitdem "Schisser" in dicken Lettern gesprüht auf einer Wand der Polizeiwache.

44-jähriger Vater des Todesopfers aus Krankenhaus entlassen

Gestern Mittag stellte sich in Ludwigshafen ein 22-jähriger Mann, verweigert seitdem jedoch alle Angaben zur Art seiner Tatbeteiligung. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Drei weitere Verdächtige ließ die Polizei unterdessen am Samstag wieder frei. 

Der Vater (44) des getöteten 20-Jährigen wurde mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. 

rob

Quelle: Mannheim24

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