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Mannheim: „Putin stoppen“ – Rund 10.000 Teilnehmer bei Friedens-Demo am Schloss

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Von: Sina Koch

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Mannheim/Ludwigshafen – Gleich mehrere tausende Menschen sind am Samstag (5. März) in den Schwesterstädten zu Schweigemärschen Richtung Mannheimer Schloss gestartet:

Update vom 6. März, 8:41 Uhr: Es war eine der größten Versammlungen der letzten Jahre in Mannheim überhaupt – ein „starkes Signal für Frieden und Solidarität über die Metropolregion hinaus“, wie es das Polizeipräsidium Mannheim nennt. Wie bereits im Vorfeld erwartet, wurden die angemeldeten Teilnehmerzahlen, vermutlich auch dem guten Wetter geschuldet, deutlich übertroffen. Auch zahlreiche „Kurzentschlossene“ haben sich spontan dem Versammlungsgeschehen angeschlossen. In der Spitze nahmen in Mannheim rund 9.000 Personen am Schweigemarsch teil, welcher sich zeitweise über die gesamte, rund 1,5 Kilometer lange, Laufstrecke bis zum Ehrenhof erstreckte. Der Demo-Aufzug aus Ludwigshafen erreichte eine Teilnehmerzahl von rund 1.200 Personen.

An der gemeinsamen Abschlusskundgebung im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses fanden sich rund 7.200 Demonstrantinnen und Demonstranten ein. Weitere rund 3.000 Teilnehmer lauschten den Reden auf der gesperrten Bismarckstraße Platz fanden, um die pandemiebedingten Auflagen zu gewährleisten. Lobenswert: Laut Polizei gab es keinerlei Zwischenfälle, Störungen oder strafbares Verhalten.

Der Schweigemarsch auf Höhe des Mannheimer Marktplatzes. OB Dr. Peter Kurz (SPD) vorneweg mit Plakat.
Der Schweigemarsch auf Höhe des Mannheimer Marktplatzes. OB Dr. Peter Kurz (SPD) vorneweg mit Plakat. © MANNHEIM24/Daniel Hagen

Auf den Mannheimer Straßen kam es zwischen 16 und 19 Uhr zu Verkehrsverdichtungen, insbesondere im Bereich des Parkrings und vom Kaiserring bis zum Friedrichsplatz. Die Bismarckstraße war auf Höhe des Schlosses für kurze Zeit in beide Fahrtrichtung voll gesperrt. Bis kurz nach 18 Uhr war außerdem auch der öffentliche Personennahverkehr zwischen dem alten Messplatz und dem Ehrenhof beeinträchtigt.

Mannheim: Schweigemarsch zum Schloss – „Frieden, Freiheit, Putin stoppen“

Erstmeldung vom 5. März, 21:22 Uhr: Russland greift die Ukraine an. Putins Vormarsch bringt endloses Leid über die Zivilbevölkerung. Immer mehr Menschen gehen weltweit gegen diesen Völkerrechtsbruch auf die Straße, zeigen ihre Solidarität mit der Ukraine. Nach der Friedenskundgebung auf dem Paradeplatz mitten in Mannheim am 24. Februar, setzen Demonstranten auch am Samstag (5. März) ein politisches sowie menschliches Zeichen – gleich zwei große Schweigemärsche haben sich auf den Weg zum Mannheimer Schloss gemacht und demonstrieren unter dem Motto: „Frieden und Zusammenhalt –Solidarität mit der Ukraine“.

StadtMannheim
BundeslandBaden-Württemberg
Einwohner309.370 (Stand: 2019)
Fläche145 km²
OberbürgermeisterDr. Peter Kurz (SPD)

Mannheim: Gegen Ukraine-Krieg – Schweigemärsche in Mannheim und Ludwigshafen

„Frieden, Freiheit, Putin stoppen“, „mehr Sanktionen“, „Stop the war“ – das sind nur ein paar der vielen Schilder, die die Menschen in Mannheim am Samstagnachmittag (5. März) auf dem Ehrenhof des Schlosses in die Höhe halten. Etwa 8000 Menschen nehmen an den Schweigemärschen aus Mannheim und Ludwigshafen teil: Große wie Kleine, Bürger wie Politiker, Deutsche wie Ukrainer. Bei dem Marsch und der öffentlichen Kundgebung im Barockschloss geht es den Anwesenden nur um eines: Frieden für die Ukraine und Europa.

Mannheim: Friedensdemo im Ehrenhof – Oberbürgermeister aus Mannheim und Ludwigshafen vor Ort

„Bin ein Kind des Kalten Krieges“ – so beginnt die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck ihre Rede im menschengefüllten Mannheimer Ehrenhof. „Ich bin aufgewachsen, da hatten wir Angst vor dem Dritten Weltkrieg. [...] Ich dachte wir hätten das hinter uns. [...] – war mir so sicher: Auf europäischem Boden wird es nie mehr Krieg geben“, sagt Steinruck. Sie habe sich geirrt. Ein „Verrrückter“ mache die Friedensordnung kaputt, so die Oberbürgermeisterin. Vor der imposanten Kulisse des Mannheimer Schlosses dankt Steinruck den Anwesenden für die Teilnahme an der Friedensdemo. Auch sie sei den Weg über die Rheinbrücke gelaufen: „Ich konnte kaum fassen wie viele Menschen hinter mir, Seite an Seite, den Rhein überquert haben“, so die Oberbürgermeisterin weiter.

Menschen demonstrieren in Mannheim
Schweigemärsche in Mannheim: Rund 8000 Menschen haben sich am Samstag (05. März) auf dem Ehrenhof versammelt, um ihre Solidarität mit der Ukraine zu bekunden. © MANNHEIM24/ Sina Koch

Mannheim: Abschlusskundgebung im Schloss – „Das muss sofort enden“

„Zehn Tage sind vergangen, seit dem Überfall des russischen Militärs auf die Ukraine. Zehn Tage in denen Zerstörung, Leid, Tod und Vertreibung tagtäglich zunehmen“, fasst Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz die Situation in der Ukraine zusammen. Putin habe den Widerstand und den Freiheitswillen der Menschen in der Ukraine unterschätzt, verkündet Kurz im Ehrenhof des Barockschlosses. Er verurteilt den russischen Präsidenten scharf: „In der perversen Logik seines Kriegs, wählt er nun die Zivilbevölkerung als Angriffsziel“.

Über 7.000 Teilnehmer bei der Friedenskundgebung am 5. März 2022 im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses. Weitere rund 3.000 Menschen standen auf der gesperrten Bismarckstraße.
Über 7.000 Teilnehmer bei der Friedenskundgebung am 5. März 2022 im Ehrenhof des Mannheimer Schlosses. Weitere rund 3.000 Menschen standen auf der gesperrten Bismarckstraße. © MANNHEIM24/Sina Koch

Viele Menschen stellen sich die Frage: Was kann eine Demonstration schon ausrichten, angesichts Putins hemmungsloser Eskalation? Darauf hat der Mannheimer Oberbürgermeister eine klare Antwort: „Die nicht endenden Demonstrationen sind ein Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen in der Ukraine. Sie sind zudem ein Zeichen, dass wir nicht wegschauen – sondern hinschauen, dass wir uns einmischen und konkret helfen“. Die Friedensdemonstration am Samstag (5. März) zeigt vor allem eines: Die Menschen wollen Frieden. (sik)

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