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Trier: Unfassbare Tat – Mann droht, Kassiererin wegen Maske zu erschießen

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Von: Daniel Hagen

Maske und Pistole
Ein Mann bedroht in Trier eine Kassiererin – wegen einer Maske. (Fotomontage) © Marijan Murat/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Trier - Nur wenige Tage nach einem Mord an einer Tankstelle erlaubt sich ein Maskenverweigerer eine widerliche Aussage. Dafür bekommt er Besuch von der Polizei.

Der Schock nach einem Mord in Idar-Oberstein sitzt auch mehrere Tage nach der Tat noch tief. Am Samstag (18. September) soll ein 49-Jähriger einen 20-Jährigen an einer Tankstelle eiskalt erschossen haben. Der Grund: Der Angestellte hat den mutmaßlichen Mörder mehrfach auf die bestehende Maskenpflicht hingewiesen, woraufhin dieser zur Waffe greift, um ein „Zeichen“ zu setzen. Während die Tat in der Öffentlichkeit größtenteils verurteilt wird, wird der Todesschütze in der Querdenker-Szene dafür sogar teilweise gefeiert. So gibt es auf Telegram zahlreiche Kommentare, die üble Hetze betreiben – unter anderem von Attila Hildmann.

NameTrier
BundeslandRheinland-Pfalz
Bevölkerung110.636 (2019) Eurostat
OberbürgermeisterWolfram Leibe (SPD)

Trier: Mann bedroht Kassiererin wegen Maskenpflicht

In anderen sozialen Medien, wie zum Beispiel Twitter, geht inzwischen aber auch Angst um. So haben Angestellte teilweise Sorge davor, Maskenverweigerer in Zukunft zu ermahnen. Schließlich könne man nie wissen, ob diese nicht plötzlich ebenfalls eine Waffe ziehen. Ein Fall aus der rheinland-pfälzischen Stadt Schweich in der Nähe von Trier zeigt, dass so mancher Corona-Leugner nun mit dieser Angst spielt. Der Ort liegt gerade einmal 50 Kilometer von Idar-Oberstein entfernt.

Wie das Polizeipräsidium Trier mitteilt, hat sich der Fall am Mittwochvormittag (22. September) abgespielt. Gegen 11 Uhr bedroht ein Mann eine Supermarkt-Angestellte, nachdem diese ihn auf das korrekte Tragen seiner Maske hinweist. Als der Kassiervorgang abgeschlossen ist, erklärt der bis dahin Unbekannte, dass er die Frau auch einfach erschießen könne und geht. Womit der Masken-Leugner wohl nicht gerechnet hat, ist die Entschlossenheit der Polizei, solche Nachahmungstaten zu verhindern.

Trier: Nach Mord in Idar-Oberstein – Polizei geht hart gegen Nachahmunsgtäter vor

Nachdem die Beamten nach dem Vorfall in Trier mit Hochdruck ermitteln, können sie einen Tatverdächtigen ausmachen. Dabei handelt es sich um einen 56-Jährigen aus einem Trierer Stadtteil. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlässt das Amtsgericht Trier einen Durchsuchungsbeschluss, woraufhin die Ermittler die Wohnung des Beschuldigten durchsuchen. Die Ermittlungen dauern aktuell noch an.

„Wir gehen mit aller Entschiedenheit gegen solche Bedrohungen und Ankündigungen von Nachahmungstaten des schrecklichen Tötungsdeliktes in Idar-Oberstein vor. Solche Straftaten verunsichern die Bevölkerung und sind nicht zu tolerieren“, mahnt der Trierer Polizeipräsident Friedel Durben. Aufgrund der Bluttat von Idar-Oberstein bleibt dort die Polizeipräsenz noch mehrere Tage lang erhöht. (pol/dh)

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