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Nach Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein: Todesschütze gesteht Tat – „Sicherung durchgebrannt“

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Von: Katja Becher

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Der Prozess gegen den Mann läuft, der in Idar-Oberstein wegen eines Maskenpflicht-Streits einen jungen Tankstellen-Mitarbeiter erschossen haben soll. Wird er aussagen?

Update vom 25. März, 12:57 Uhr: Im Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht hat der Angeklagte die Tat gestanden. „Ich bereue sie zutiefst“, erklärte der 50-Jährige am Freitag (25. März) vor dem Landgericht Bad Kreuznach in einer schriftlichen Stellungnahme, die von seinem Anwalt verlesen wurde. Erklären könne er sich sein Handeln bis heute nicht.

StadtIdar-Oberstein
BundeslandRheinland-Pfalz
Postleitzahl55743

Tödliche Schüsse auf Kassierer – Schütze angeblich betrunken

Er sei sich der Schwere der Tat bewusst und bitte die Angehörigen des 20 Jahre alten Opfers um Entschuldigung. Am Abend des tödlichen Zwischenfalls in Idar-Oberstein habe er zu viel getrunken „und die Sicherung ist durchgebrannt“, berichtete der Angeklagte.

Er habe bereits sieben bis acht Halbliter-Dosen Bier intus gehabt und sich an einer Tankstelle mit weiterem Bier eindecken wollen. Dort habe er sich von dem Verhalten des Tankstellen-Mitarbeiters provoziert gefühlt, weil der Mann ihn wiederholt auf die Maskenpflicht hingewiesen habe und ihm kein Bier verkaufen wollte.

Revolver aus Nachttisch geholt und nochmal zur Tankstelle gegangen

Er sei ohne Bier weggegangen und habe sich an einer anderen Tankstelle mit drei bis vier Halbliter-Dosen versorgt und diese zu Hause getrunken. Dabei habe er sich immer mehr über das gerade erlebte Verhalten des Tankstellen-Mitarbeiters aufgeregt.

Schließlich habe er einen geladenen Revolver aus seinem Nachttisch geholt und sei erneut zu der Tankstelle gefahren mit dem Entschluss, den Angestellten erneut in einen Streit zu verwickeln und zu erschießen.

Tankstellen-Mord wegen Maskenpflicht: Sagt mutmaßlicher Todesschütze morgen aus?

Update vom 24. März: Der kurz nach Beginn unterbrochene Mordprozess um den tödlichen Kopfschuss auf einen Tankstellen-Mitarbeiter im Streit um die Corona-Maskenpflicht wird an diesem Freitag (25. März) um 9 Uhr fortgesetzt, wie das Landgericht Bad Kreuznach am Donnerstag mitgeteilt hat. Es wird damit gerechnet, dass sich der inzwischen 50-jährige Angeklagte zum Tatvorwurf äußern wird.

Landgericht Bad Kreuznach: Prozess wegen Tankstellen-Mord wird fortgesetzt

Der Beschuldigte soll einen 20-jährigen Mitarbeiter einer Tankstelle in Idar-Oberstein am 18. September 2021 mit einem Revolver gezielt getötet haben, nachdem dieser den Kunden mehrfach auf die Corona-bedingt geltende Maskenpflicht hingewiesen hatte. Er war dafür extra noch einmal in die Tankstelle zurückgekehrt.

Der Prozess war am Montag kurz nach dem Auftakt unterbrochen worden, weil neue Akten der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz aufgetaucht waren, die die Verteidigung nach eigenen Angaben noch nicht kannte und prüfen wollte. Angeklagt ist der 50-jährige Deutsche auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Ein Polizist sichert am Morgen nach der Bluttat in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) den Tatort.
Ein Polizist sichert am Morgen nach der Bluttat in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) den Tatort. © Christian Schulz/picture alliance/dpa/Foto Hosser

Tankstellen-Mord: Gericht unterbricht Verhandlung gegen mutmaßlichen Todesschützen (50)

Erstmeldung vom 21. März: Ein 50-jähriger Mann soll einen jungen Tankstellen-Mitarbeiter getötet haben – wegen eines Streits um die Maskenpflicht. Rund ein halbes Jahr nach dem tödlichen Schuss in einer Tankstelle in Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) hat am Montag (21. März) der Mord-Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen. Warum die Verhandlung kurz nach der Verlesung der Anklage schon wieder unterbrochen wurde:

Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein – Mutmaßlicher Schütze vor Gericht

Laut Anklage soll der 50-jährige Mann den 20 Jahre alten Mitarbeiter Mitte September 2021 mit einem Revolver getötet haben, nachdem dieser den Kunden mehrfach auf die coronabedingte Maskenpflicht hingewiesen hatte. Die Tat hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Laut Staatsanwaltschaft handelte der Täter „heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen“.

Der zuvor nicht polizeibekannte Deutsche hat die Tat gestanden. Nach seiner Festnahme soll er den Angaben zufolge gesagt haben, er habe sich seit langem durch die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie angeordneten Beschränkungen belastet gefühlt und beschlossen, „ein Zeichen zu setzen“. Angeklagt ist der Mann auch wegen unerlaubten Waffenbesitzes.

Bewaffneter erschießt Angestellten einer Tankstelle
Blumen und Kerzen vor der Tankstelle in Idar-Oberstein. © Birgit Reichert/dpa

Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein – Prozess nach einer Stunde unterbrochen

Der Prozess-Auftakt am Landgericht Bad Kreuznach wurde am Montag schon kurz nach der Verlesung der Anklage unterbrochen. Damit will das Landgericht Bad Kreuznach der Verteidigung des angeklagten 50-Jährigen Gelegenheit geben, erst kürzlich vorgelegte Akten der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz einzusehen.

Die Verteidiger zeigten sich überrascht und drückten ihr „Unverständnis“ darüber aus, dass sie erst zum Beginn der Hauptverhandlung und nach Verlesung der Anklage von den Ermittlungen des Landeskriminalamtes (LKA) im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft erfahren hätten.

Prozess nach Tankstellen-Mord – Angeklagter will sich vor Gericht äußern

Es handele sich um insgesamt rund 1.300 Aktenseiten, darunter auch ein 26 Seiten umfassendes psychologisches Gutachten über den Angeklagten, sagten die Verteidiger Alexander Klein und Axel Küster. Da sich der 50-Jährige zu dem Tatvorwurf äußern wolle, müsse seinen Anwälten Gelegenheit gegeben werden, die neue Entwicklung zu prüfen und sich mit ihrem Mandaten zu besprechen, sagten sie.

Die sogenannte Einlassung des Angeklagten zu der ihm vorgeworfenen Tat war ursprünglich für Montag geplant. Die umfangreichen Unterlagen aus Koblenz waren laut Staatsanwaltschaft erst am Donnerstag eingegangen. Der Prozess soll voraussichtlich an diesem Freitag fortgesetzt werden. (dpa/kab)

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