Skalpell, Tupfer, Tablet

Operation (mit) iPad!

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Das neue „SurgeryPad“ projiziert eine 3D-Darstellung der Organe 

Surft der jetzt etwa im Internet? Oder checkt E-Mails? Ein Chirurg steht mit einem iPad am OP-Tisch. Eine neue Software vereinfacht Ärzten das Operieren, zeigt die Organe in 3D an.

In naher Zukunft könnte dieses Gedankenspiel sogar zum Operations-Alltag werden.
Denn die neue Erfindung „SurgeryPad“ des Wissenschaftlers Michael Müller vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg soll OP-Ärzten bei Eingriffen helfen, bei denen sie auf einer minimalistischen Oberfläche in den Körper eindringen müssen. Dabei dürfen natürlich keine anderen Organe oder wichtigen Blutgefäße in direkter Nähe verletzt werden.

Wer jetzt denkt, dass es schon Geräte gibt, die bei solchen Millimeterbehandlungen helfen, hat natürlich Recht. Doch nun soll alles noch einfacher und moderner funktionieren. 

Dann heißt es: Diagnostische Großgeräte weg, „SurgeryPad“ her!

Doch wie genau soll das mit dem Tablet-Computer funktionieren?

Am Heidelberger DKFZ wurde das "SurgeryPad" erfunden.

Den Ärzten wird zur besseren räumlichen Orientierung bei OPs ein virtueller Blick ins Körperinnere ermöglicht. Mit der Kamera des iPads filmt der Arzt die Körperoberfläche des Patienten ab. 

Das „SurgeryPad“ projiziert dann eine 3D-Darstellung der Organe, die aus zuvor aufgenommenen computertomografischen Bildern errechnet wurde. Dem Arzt erscheint demnach das virtuelle Organ immer in exakt dem Blickwinkel, aus dem er den Patienten betrachtet. 

Möglich wird dies durch farbige Referenzpunkte auf der Haut des Patienten: Die SurgeryPad-Software errechnet aus diesen Koordinaten die räumliche Ausrichtung des Tablet-PCs und konstruiert in Millisekunden die dazu passende Ansicht aus dem Körperinneren. 

„Systeme wie das SurgeryPad, die auf erweiterter Realität basieren, unterstützen das räumliche Vorstellungsvermögen des Arztes und können in Zukunft dazu beitragen, diese Eingriffe präziser und schonender durchzuführen“, betont der Erfinder Michael Müller vom DKFZ. 

Neugierig geworden?

Wer die Erfindung gerne mit eigenen Augen sehen oder gar selbst Austesten möchte, hat vom 4. bis 7. August die Gelegenheit dazu. Denn an diesen Tagen wird das neue Softwaresystem auf der „MS Wissenschaft“ im Stadtteil Lindenhof zu bestaunen sein. 

Doch nicht nur diese zukunftsfähige Idee wird auf der schwimmenden Wissenschaftsausstellung vorgestellt. Dieses Jahr steht die Schau ganz unter dem Motto „Digital unterwegs". So werden insgesamt 30 interaktive Exponate vorgestellt, die den vielfältigen Einsatz digitaler Technologien verdeutlichen.

Wo?

Mannheim-Lindenhof, Rheinpromenade, Anleger 2, Viking River Cruises. Von 10 bis 19 Uhr geöffnet (am 7. August nur bis 18 Uhr). Eintritt frei. 

nis

Quelle: Mannheim24

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