Neuorganisation der Aufnahme

Verteilung von Flüchtlingen: Mannheim wird zentraler Bahnhof

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Am Dienstag kommen weitere Flüchtlinge am Mannheimer Hauptbahnhof an.

Stuttgart – Seit Dienstag steuern Busse und Züge mit Asylbewerbern aus dem Süden zentral den Mannheimer Hauptbahnhof an. Von dort aus kommen sie in die umliegenden Bundesländer.

Fast jeden Tag kommen neue Züge mit Hunderten Flüchtlingen im Südwesten an. Regierungschef Kretschmann will die Lage jetzt mit einer Neuorganisation der Aufnahme und zwei zentralen „Drehscheiben“ erleichtern. 

Wie berichtet soll in Kürze auch das neue Verteilzentrum in Heidelberg für Flüchtlinge im Südwesten in Betrieb gehen. 

Baden-Württemberg pocht auf eine dauerhafte Finanzspritze des Bundes für Länder und Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung. Diese müsse angepasst werden, wenn die Flüchtlingszahlen sich verändern, sagt ein Regierungssprecher. Das Land erwartet in diesem Jahr mehr als 100.000 neue Asylbewerber - das wären fast viermal so viele wie 2014.

Worauf es jetzt ankomme, sei dieVerkürzung der Asylverfahren auf maximal drei Monate. Kürzere Verfahren entlasteten die Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) und minderten auch die Anreize für Wirtschaftsflüchtlinge, nach Deutschland zu kommen.

Kretschmann: „Wir können nicht zaubern.“

Die LEA im Südwesten sind völlig überfüllt. Sozialverbände kritisieren insbesondere die Zustände in Ellwangen (Ostalbkreis) als untragbar. In einem Brandbrief an das Regierungspräsidium Stuttgart schreiben Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie und Caritas, sie könnten im Falle einer Eskalation die Verantwortung nicht mehr mittragen. Sie bemängeln, der Sicherheitsdienst sei unterbesetzt und meist ungeschult, für 350 Menschen in einer Turnhalle gebe es nur eine Toilette, und teilweise müssten sich fünf Menschen zwei Matratzen teilen. Derzeit leben dort 4.500 Flüchtlinge. Geplant war die Einrichtung für 1.000 Menschen.

Kretschmann entgegnet, alle Bundesländer seien bei der Unterbringung von Flüchtlingen am Anschlag.„Wir können die Menschen nicht auf der Straße stehen lassen.“ Baden-Württemberg versuche, mithilfe der Bundeswehr zum Beispiel Sozialarbeiterstellen zu besetzen und mehr Platz in Kasernen zu schaffen. „Ich kann immer nur wieder sagen: Wir können nicht zaubern.“  Brandbriefe nutzten da wenig, sagt er mit Blick auf die Lage in Ellwangen.

dpa/sag

Quelle: Mannheim24

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