Milde Strafe

373 Punkte in Flensburg – Urteil gegen Verkehrssünder gefallen!

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Notorischer Verkehrssünder bei Verkehrskontrolle erwischt (Symbolfoto).  

Speyer/Frankenthal - Einen zweifelhaften Rekord hat wohl ein Mann aus Speyer aufgestellt. Der 37-Jährige ist beim Fahren ohne Führerschein erwischt worden – über 150 Mal! Jetzt fällt sein Urteil:

  • Mann aus Speyer sammelt 373 Punkte in Flensburger Verkehrssünderdatei
  • 37-Jähriger bei Fahren ohne Führerschein erwischt
  • Mann fuhr wohl über 150 Mal ohne ‚Lappen‘
  • Prozess startet am 17. Dezember in Speyer

Update vom 18. Dezember: Das Amtsgericht Speyer verurteilt den Angeklagten wegen vorsätzlichen Fahrens ohne gültigen Führerschein erneut zu einer Bewährungsstrafe. Eine Gefängnisstrafe sei zwar durchaus denkbar, sagt Richter Nikolas Häusler am Dienstag. Der Beschuldigte habe aber die beiden Fahrten gestanden und verzichte zudem auf die Rückgabe seines 35.000 Euro teuren beschlagnahmten Fahrzeugs. Deshalb halte er eine Strafe von neun Monaten Haft auf Bewährung für angemessen, so Häusler. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die 373 Punkte in Flensburg spielen übrigens bei der Verurteilung keine Rolle. Die Zahl setzt sich zusammen aus mehr als 150 Fahrten ohne gültigen Führerschein, die der Mann als Berufsfahrer absolviert hatte. Die Behörden kontrollierten im Nachhinein die Tachoscheiben des Fahrzeugs und verhängten pro Fahrt zwei Punkte.

Speyer: „Da habe ich eine große Dummheit gemacht" – Fall mit 373 Punkten in Flensburg vor Gericht

Zum Prozessauftakt hat der Anwalt des Angeklagten mitgeteilt, dass der Mann die Vorwürfe in vollem Umfang einräume. Der 37-Jährige sei als Lagerist tätig. Der Beschuldigte sagt, er habe schnell zur Arbeit fahren wollen - sein Arbeitgeber sei streng, und mit einem Taxi wäre er möglicherweise zu spät gekommen. „Da habe ich eine große Dummheit gemacht." Im Schlusswort verspricht der Mann Besserung. Er habe sich zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung angemeldet. 

Die Staatsanwältin betont hingegen, der Angeklagte sei unbelehrbar und habe sich ohne Not über alle Verbote hinweggesetzt. Sie fordert zehn Monate Haft ohne Bewährung. Der Verteidiger hingegen plädiert auf sechs Monate Haft mit Bewährung. Richter Häusler räumt ein, dass dies ein Fall sei, „an dem sich die Geister scheiden". Er verhänge „mit sämtlichen zugedrückten Augen" eine Bewährungsstrafe, warnt aber: Beim nächsten Mal „ist der Ofen aus", und der Angeklagte müsse dann vermutlich ins Gefängnis. 

Speyer: 373 Punkte in Flensburg und keinen gültigen Führerschein

Die Polizei in Neustadt an der Weinstraße hatte den Mann im September mit einem italienischen Führerschein erwischt. Wie am Rande der Verhandlung verlautet, ist dieser in Deutschland ungültig, weil er auf einer in dem Nicht-EU-Land Moldau ausgestellten Fahrerlaubnis basiere. Der 37-Jährige habe gewusst, dass er damit nicht in Deutschland fahren dürfe, heißt es.

Speyer: Nach Verurteilung – Das sagt ein ADAC-Rechtsexperte

Der ADAC- Rechtsexperte Markus Schäpe sieht den Fall als absolute Ausnahme. „Hohe Punktestände sind in Deutschland zum Glück ein Nischenthema. Wir haben im Jahr etwa 4.000 Menschen, die es auf die Maximalzahl von 8 Punkten schaffen. Das ist eine kleine Gruppe im Vergleich zur Zahl der Menschen, die einen Führerschein besitzen", sagt der Jurist der Deutschen Presse-Agentur. Nach Einschätzung des Verkehrspsychologen Peter Fiesel haben notorische Regelverstöße im Straßenverkehr ihre Wurzel häufig in der Kindheit der Betroffenen. „Das Unrechtsbewusstsein und die Art wie Menschen mit Regeln umgehen ist etwas, das der Mensch in der Kindheit gelernt hat", sagt Fiesel der dpa. In Therapien werde daher an der Lebensgeschichte angesetzt und geschaut, ob es bestimmte Besonderheiten oder Auslöser gebe. Eine sogenannte Medizinisch-Psychologische Untersuchung hält Fiesel derweil für eine „sinnvolle Einrichtung", um Verkehrssünder von weiteren Verstößen abzuhalten, weil die Untersuchung zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Handeln zwinge.

Verkehrssünder aus Speyer sammelt 373 Punkte in Flensbur – Prozess startet

Update vom 17. Dezember: Um 14:20 Uhr beginnt am Amtsgericht Speyer der Prozess gegen einen 37-Jährigen, der 373 Punkte in Flensburg gesammelt hat. Ein Urteil in diesem Fall könnte bereits heute fallen. Sollte der Mann eine Haftstrafe bekommen, könnte in einem späteren Verfahren die Bewährung widerrufen werden – er ist nämlich schon in einem früheren Prozess zu einer Strafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. 

Speyer: Prozesstermin am Amtsgericht steht fest

Update vom 10. Dezember: Die Staatsanwaltschaft Frankenthal hat Anklage gegen einen 37-Jährigen erhoben, der auf dreiste Art 373 Punkte in Flensburg angesammelt hat. Es geht dabei um das vorsätzliche Fahren ohne gültigen Führerschein. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft müsse der Mann mit einer Haftstrafe rechnen. 

Bereits im Februar wurde er zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt – die Bewährung könnte nun widerrufen werden! Der Prozess soll am 17. Dezember am Amtsgericht in Speyer stattfinden. Laut Hubert Ströber von der Anklagebehörde heißt das aber nicht, dass der Angeklagte dann direkt ins Gefängnis müsse. 

Eine Sanktion hängt immer von zahlreichen Faktoren ab - etwa der Sozialprognose. Es geht stets um die Gesamtwürdigung aller Umstände“, erklärt Ströber.

Speyer: Mann fährt über 150 Mal ohne Führerschein – 373 Punkte!

Erstmeldung: Kommt dieser „Punktesammler“ jetzt ins Gefängnis? Die Staatsanwaltschaft Frankenthal prüft derzeit eine mögliche Anklage gegen einen 37-Jährigen aus Speyer. Der Mann hat inzwischen 373 Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei gesammelt. „Die Sache ist eingegangen und wird derzeit untersucht“, sagte ein Justizsprecher. Eine Entscheidung über die Anklage soll in den nächsten Wochen fallen. 

Der Mann aus Speyer war im September bei einer Routinekontrolle der Polizei in Neustadt (Weinstraße) gestoppt worden. Er war in einem 35.000 Euro teuren Audi unterwegs – ohne Führerschein. Das Auto wurde beschlagnahmt. 

Speyer: 373 Punkte in Flensburg – Fall landet vor Gericht

Nach eigenen Angaben können die Behörden dem notorischen Verkehrssünder über 150 Fahrten ohne ‚Lappen‘ nachweisen – „für jede gibt es 2 Punkte“. Auch von einer früheren Bewährungsstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein ließ sich der Mann offensichtlich nicht abschrecken. Nun muss er womöglich ins Gefängnis: Der Autofahrer muss mit einem Prozess und wohl auch mit einer Haftstrafe rechnen. Eine Verurteilung zu einer Haftstrafe hänge aber von zahlreichen Faktoren ab, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Frankenthal. Der Fall geht bei einer Anklage vermutlich an das Amtsgericht Speyer

Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte auf Anfrage mitgeteilt, rein rechnerisch könnten die Häufigkeit eines Verstoßes und die dafür vorgesehenen Schritte zu einem erhöhten Punktwert führen. Die entsprechenden Maßnahmen würden von den lokalen Behörden ergriffen.

dpa/rmx  

Quelle: Mannheim24

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