Landgericht Frankenthal

Habgier! Prozess-Auftakt nach Mord an Luigi D. (†74)

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In Handschellen betritt der Angeklagte Mario P. (65) den Gerichtssaal.

Speyer/Frankenthal – Er soll seinen Bekannten Luigi D. (†74) getötet, zerteilt und am Rhein ‚entsorgt‘ haben. Jetzt muss sich Mario P. (65) wegen Mordes am Landgericht verantworten:

Die schreckliche Bluttat schockierte nicht nur die Menschen in Speyer...

Der Angeklagte Mario P. soll Anfang März 2016 seinen Bekannten Luigi D. (74) getötet und zerstückelt haben. Leichenteile wurden erst rund vier Monate später in einer Uferböschung am Rhein unterhalb der B35 bei Rheinsheim gefunden.

Laut Staatsanwaltschaft Frankenthal hat sein beschuldigter Landsmann später einen Tresor gestohlen, aufgebrochen und Wertgegenstände des Toten entwendet.

Deshalb steht der inzwischen 65-Jährige seit Donnerstag (13. April) nicht nur wegen Mordes vor Gericht.

Fotos: Prozess-Auftakt nach Mord an Luigi D. (†74)

Kurz nach 9 Uhr wird Mario P. in Handschellen in Saal 1 geführt. Der weiß-haarige und bärtige Mann setzt sich zwischen seine Verteidigern Silke Hagenmeier (Bruchsal) und eine Dolmetscherin. 

Nach Abgleichen der Personalien durch die Vorsitzende Richterin Alexandra Ulrich verliest Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz die Anklage wegen zweier selbstständiger Handlungen: „Der Angeklagte hat aus Habgier einen Mensch auf unbekannte Weise getötet. Er hat die Tat allein aus dem Grund vollzogen, um sich in den Besitz der Ersparnisse des Getöteten zu bringen.“ 

Und das alles wegen rund 15.000 Euro und womöglich einer Waffe! 

Unfassbar dreist: Von Luigi D.s Handys aus schickt er dessen Tochter eine SMS, sie solle ihm den Tresorschlüssel aushändigen. 

Da Tanja H. den Schlüssel nicht findet, bricht Mario P. zwischen dem 13. und 20. März ein in die Wohnung des zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst geltenden Luigi D., in der er öfters zu Besuch war, klaut den kompletten Tresor. 

Ihr Anwalt Andreas Flory (Speyer): „Die Beweise und Indizien sind erdrückend! Die Anklageschrift wird sich bestätigen, egal wie sich der Angeklagte dazu einlassen wird. Er wurde observiert.“ 

Laut Flory wurde ein Teil eines Vorderfußes von Steinmetz Luigi D. am Rhein gefunden, dass erst nach seinem Tod abgetrennt worden sei. Vom Rest der Leiche fehlt bis heute jede Spur. 

Tochter Tanja H. (37) gegenüber LUDWIGSHAFEN24 leise: „Offiziell weiß ich ja gar nicht, ob mein Vater tot ist – deshalb ist er für mich 75 Jahre alt, weil er inzwischen Geburtstag hatte. Hoffnung er könnte noch leben, habe ich jedoch keine mehr…“ 

Zusammen mit ihrem Bruder Marc H. nehmen die Geschwister als Nebenkläger an dem Prozess teil. 

Sein Anwalt Rolf Weis (Speyer) ergänzt: „In der Garage des mutmaßlichen Täter wurde ein Brillenteil mit dem Blut des Opfers daran gefunden. Außerdem konnte das Handy des Opfers immer in der gleichen Funkzelle geortet werden, wie das des Angeklagten. Er war also auch nicht wie von ihm behauptet in Italien – das macht ihn unglaubwürdig.“ 

In einem Punkt sind sich beiden Anwälte einig: „Nach dieser Aktenlage wird es sicher eine Verurteilung geben!

Rückblick

Seine Tochter hatte am 3. März 2016 zuletzt Kontakt zu ihrem alleine in der nördlichen Innenstadt wohnenden Vater. Sie meldet den auf Arznei angewiesenen Diabetiker als vermisst, da eine hilflose Lage des Mannes nicht auszuschließen ist (WIR BERICHTETEN).

Mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsfahndung wird mit Hochdruck nach Luigi D. gesucht – leider vergeblich.

Doch trotz erneut intensiver Suchmaßnahmen der Kripo Ludwigshafen mit Hubschraubern und speziellen Personenspürhunden am 12. und 13. Juli im Bereich zwischen Speyer, Germersheim und Philippsburg fehlt zunächst jegliche Spur von dem Vermissten. 

Am Rheinufer bei Rheinsheim war am 10. August lediglich der Teil eines Fußes von Luigi D. gefunden worden, der erst nach seinem Tod abgetrennt und ihm dank DNA-Abgleich eindeutig zugeordnet wurde.

Somit besteht für die Ermittler die traurige Gewissheit, dass der Italiener einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist.

Im Rahmen der Ermittlungen rückt der Angeklagte Mario P. immer weiter ins Visier der Fahnder. Er wird am 8. August 2016 wegen dringenden Mordverdachts festgenommen und in U-Haft nach Frankenthal gebracht. Im Ermittlungsverfahren bestreitet er die Tat.

Für den Prozess sind insgesamt sieben Verhandlungstage anberaumt – mögliche Urteilsverkündung am 31. Mai 2017 (9 Uhr).

>>> Vermisster Luigi D. (74): Leichenteil entdeckt!

>>> Großangelegte Suchaktion nach vermisstem Luigi D. (74)!

>>> 74-jähriger Luigi D. aus Speyer vermisst!

pek

Quelle: Mannheim24

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