1. Ludwigshafen24
  2. Region

Bluttat in Sinsheim: Prozess-Auftakt nach brutalem Mord an Sinan (†13)

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Tobias Becker

Sinsheim/Heidelberg - Im Februar 2021 wurde der 13-jährige Sinan brutal ermordet. Nun beginnt der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter, der zum Tatzeitpunkt ebenfalls erst 14 Jahre alt war.

Update vom 20. Oktober: Am Mittwochmorgen (20. Oktober) hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht Heidelberg begonnen. Der zur Tatzeit 14-jährige Angeklagte soll den 13-jährigen Sinan im Sinsheimer Stadtteil Eschelbach (Rhein-Neckar-Kreis) hinterrücks mit mehreren Messerstichen getötet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat detailliert geplant war. Als Motiv vermutet die Anklage Eifersucht wegen eines Mädchens. „Die Staatsanwaltschaft Heidelberg geht davon aus, dass der (damals) 14-Jährige strafrechtlich voll verantwortlich war und somit verurteilt werden kann“, zitiert der SWR Thomas Bischoff von der Heidelberger Staatsanwaltschaft.

Der junge Täter ist für die Polizei kein Unbekannter. Ende des vergangenen Jahres hatte er einen Mitschüler mit einem Messer schwer verletzt. Auch als die Polizeibeamten den Jugendlichen direkt nach der Tat in Eschelbach festnehmen, hält er ein Küchenmesser in der Hand. Seit seiner Festnahme sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind mehrere Verhandlungstage angesetzt, das Urteil wird Anfang Dezember erwartet. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren Haft. Der Jugendliche selbst beteuerte zunächst seine Unschuld, wie der SWR berichtet.

Mord in Sinsheim: 14-Jähriger ersticht Sinan (†13) in einem Waldstück

Erstmeldung vom 13. Oktober: Es war ein schreckliches Verbrechen, das im Februar 2021 in Sinsheim stattfand. Der 13-jährige Sinan wird eiskalt ermordet. In einem Waldstück im Ortsteil Eschelbach wird er vermutlich hinterrücks mehrfach mit einem Messer angegriffen. Der mutmaßliche Täter soll ein damals 14-Jähriger sein, der zuvor bereits wegen einer Messer-Attacke in Östringen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Mannheim war. Das Erschreckende: Der Tat soll nach einem Plan vonstatten gegangen sein. Als Motiv nannten die Ermittler Eifersucht und die Gunst eines Mädchens.

StadtSinsheim
BundeslandBaden-Württemberg
BezirkRhein-Neckar-Kreis
Bewohner35.482 (31. Dez. 2008)
OberbürgermeisterJörg Albrecht (Parteilos)

Im Juli erhob die Staatsanwaltschaft Heidelberg Anklage wegen Mordes gegen den zum Tatzeitpunkt 14 Jahre alten mutmaßlichen Täter Eren A. Wie HEIDELBERG24 berichtete, gehen Sachverständige davon aus, dass der mutmaßliche Täter im Teenie-Mord von Sinsheim strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Am Mittwoch, den 20. Oktober, beginnt der Prozess, wie das Landgericht Heidelberg mitteilt.

Bluttat in Sinsheim: Vorwurf des Mordes! So soll die Tat abgelaufen sein

In der Mitteilung wird der Vorwurf Mord auch durch den möglichen Tathergang deutlich. So schreibt das Landgericht, dass der damals 14-Jährige dem Opfer und einem Mädchen aufgelauert haben soll. Das Mädchen, das in den Plan involviert gewesen sein soll, war mit dem Opfer im Wald spazieren. Der mutmaßliche Täter hat sein Opfer wohl von hinten angesprungen, dreimal mit dem Messer in den Rücken gestochen haben.

Auch am Hals und in den Brustkorb soll er gestochen und dabei die Hauptschlagader getroffen haben. Der 13-jährige Sinan starb kurze Zeit später an den Verletzungen. Nun, knappe acht Monate nach der Tat, steht Eren A., der bereits polizeilich aufgefallen ist, vor Gericht. Zum Prozess sind 34 Zeugen sowie drei Sachverständige geladen. Die Verhandlung ist nicht öffentlich und ist zunächst auf weitere zehn Verhandlungstage festgelegt. Für Mord sieht das Gesetz in diesem Alter eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren vor. (tobi)

Auch interessant

Kommentare