Ostereiermarkt im Schwetzinger Schloss

Ostereiermarkt: Kein Ei gleicht dem anderen

Schwetzingen – Beim Eier-Bemalen stoßen die meisten an die Grenzen ihrer Feinmotorik. Am Wochenende präsentieren rund 50 Künstler ihre Fingerfertigkeit auf dem Ostereiermarkt im Schloss.

Große Eier, kleine Eier, helle und dunkle Eier. Gänseeier, Wachteleier, Straußeneier. Glatte, raue, gesprenkelte… diese Aufzählung ließe sich noch ziemlich lange weiterführen. 

Ein Ei gleicht eben doch nicht dem anderen. Erst recht nicht, wenn Eierliebhaber diese zerbrechlichen Hüllen in liebevoller Arbeit verzieren. Zu sehen an 50 Ständen im Schwetzinger Schloss beim Ostereiermarkt.

Eierschau im Schwetzinger Schloss

Schnell fühlt man sich da in die eigene Kindheit zurückversetzt, wenn man vor Ostern mit seiner Mutter Eier gefärbt und bemalt hat. Doch in eine Ausstellung haben es wohl nur die wenigsten Exemplare geschafft. Die Verziertechniken könnten kaum unterschiedlicher sein: Da werden Eier ganz mit einem Pinsel und Farbe bemalt, andere werden zuerst mit Blattgold überzogen und dann mit schwarzer Tusche weiter verziert. Wunderschöne Muster werden mit einem Zahnarztbohrer in die Kalkschalen gefräst. Andere ätzen ihre Muster mit Säure in das Ei. 

Bei manchen sind die Oberflächen mit einem scharfen Messer geritzt, bei anderen modelliert, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Gerne lassen sich die Aussteller bei ihrem zeitintensiven Hobby zusehen und wer denkt, dass die filigranen Kunstwerke nur in zarten Frauenhänden entstehen, der irrt sich. Bestes Beispiel: Helmut Meister aus Großniedesheim, der seine Eier zuerst mit Wachs überzieht und dann mit unglaublich ruhiger Hand und einer ganz normalen Nähnadel Rocailles aus Glasperlen in diese Wachsschicht drückt.

Petra Anders aus Duisburg hat sich bekannten Künstlern verschrieben „vor vielen Jahren habe ich einer kranken Freundin ein Stück Kunstgeschichte auf Eiern versprochen.“ Inzwischen umfasst diese Sammlung 20 Eier mit Werken aus allen Epochen und mit Bildern der bekanntesten Künstler. Hier auf dem Ostereiermarkt zeigt sie allerdings nur Eier mit Bildern von Alfons Mucha und Katsushika Hokusai. Und ihre Zen-Eier: Eier, die mit gefärbtem chinesischem und japanischem Papier umhüllt und gefüllt sind. 

Die prachtvollsten Stücke findet man am Stand von Olaf Frenzel aus dem thüringischen Ichtershausen. Bis ins Detail nimmt er sich die historischen und für die allermeisten Menschen unbezahlbaren Fabergé-Eier zum Vorbild und schafft liebevolle Kopien, unter anderem vom „Ei mit der Transsibirischen Eisenbahn“ welches eine kleine Eisenbahn verbirgt oder vom „Erinnerung-An-Asow-Ei“ mit einem kleinen Bernstein-Segelschiff im Inneren. 

Ein großer Teil der Faszination geht sicher auch vom Ausgangsprodukt aus. Wer erinnert sich nicht an seine eigenen ersten Versuche, Hühnereier zuerst auszublasen und zu verzieren und daran, wie behutsam man mit diesen Schalen umgehen muss, damit sie nicht kaputt gehen. Da wundert es auch kaum, dass es Sammler gibt, die fast schon gar nicht mehr wissen, wo sie ihre filigranen Kunstwerke sicher aufbewahren sollen.  Christa Treiber, die Veranstalterin des inzwischen 31. Ostereiermarkts, weiß von Liebhabern, die bis zu 10.000 Exemplare ihr eigen nennen. 

Treffender konnte es Ursula Köberle aus Offenburg, die übers Wochenende in der Region ist und sich extra Zeit für den Ostereiermarkt genommen hat, kaum formulieren: „ Ich habe schon viele Ostermärkte gesehen. Aber hier in Schwetzingen gibt es kein ‚Klimberles-Zeug‘ sondern es ist eine hochwertige und sehenswerte Ausstellung“.

chr

Quelle: Mannheim24

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